ISENGARD: Crownless Majesty

Angesichts der Fülle von erst- und auch zweitklassigen Bands im Power Metal-Bereich werden ISENGARD mit ´Crownless Majesty´ einen schweren Stand haben.

Crownless Majesty gehört zu den Alben, bei denen man vergebens nach einem Aufhänger für ein Review sucht. Der Opener Dreamland klingt verdächtig nach HAMMERFALL, wobei allerdings bemerkt sei, dass ISENGARD schon lange vor 1997 gegründet wurden. Im weiteren Verlauf verlagert sich besonders die Gitarrenarbeit in Richtung RUNNING WILD, die selbst wiederum zu den Einflüssen von ISENGARDs Landsmännern HAMMERFALL gehören. Zwischendurch gibt es vereinzelt ruhigere Passagen mit Folk-Touch und Metal-fremden Instrumenten, die verdächtig nach RHAPSODY light klingen.

Unterschiede zu den genannten Bands gibt es im Gesangsbereich und leider auch bei der Qualität der Songs. Die Stimme von Linus Melchoirsen besitzt weder die Ungeschliffenheit von Rock´n´Rolf noch das dramatische Vibrato eines Fabio Lione. Dass ihr auch die Klarheit von Joacim Cans fehlt, würde die Musik prinzipiell für Leute wie Kollege Fierce machen, die mit dem HAMMERFALL-Stimmchen so ihre Probleme haben. Jedoch besitzen die Stücke nicht die Eingängigkeit, das fesselnde Moment, die in den Texten besungene Macht von Drachen, Helden und der Kraft des Lichts.

Einige plötzliche Geschwindigkeitsausbrüche verwirren eher, als dass sie für Abwechslung sorgen. Ansonsten dümpelt das Album vor sich hin, ohne wirklich zu nerven, aber eben auch ohne in irgendeiner Form zu begeistern. Angesichts der Fülle von erst- und auch zweitklassigen Bands im Power Metal-Bereich (geographisch und stilistisch am nächsten z.B. PERSUADER, DREAM EVIL und THE STORYTELLER) werden ISENGARD mit Crownless Majesty, das bereits 2001 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, einen entsprechend schweren Stand haben.

Wer einen Anspieltipp braucht, findet beim Abschlusstrack Eye Of The Storm alle wesentlichen Aspekte der Musik in sechseinhalb Minuten zusammengefasst.

Veröffentlichungstermin: 14.06.2004

Spielzeit: 47:23 Min.

Line-Up:
Linus Melchoirsen: Gesang

Ronnie Andreson: Gitarre

Janne Tillmann: Bass

Ulf Tillmann: Schlagzeug
Label: MDD Records

Homepage: http://www.isengard.se

Tracklist:
1. Dreamland

2. Coming Home

3. Legends

4. The Winds Of War

5. Stormcrow

6. Dragon Empire

7. Shadows Of Light

8. The Crownless Majesty

9. Armour Of Gods

10. Poltava

11. Eye Of The Storm

12. The Empire