HRAEFN: Call for Blood [EP] [Eigenproduktion]

Mit “Call for Blood” geben HRAEFN ein amtliches Heavy / Doom Metal Stelldichein, das vor allem im Zusammenspiel der Musiker gut funktioniert.

HRAEFN, ein aufs erste Lesen seltsamer Bandname. Doch angesichts des Covers wird schnell klar, dass es sich dabei um das altenglische Wort für “Rabe” handeln muss, wonach sich die belgischen Newcomer benannt haben. “Alt” und “Englisch” darf man daher schon einmal als Randnotiz niederschreiben, wenn man sich die Debüt-EP des Trios zu Gemüte führt. Schließlich ermöglichen es die vier Tracks, den Hörer ein Stück weit Rückschau zu halten: Zum einen auf den (englischen) Doom Metal der 80er und 90er-Jahre und zum anderen auf den (auch nicht taufrischen) Grunge-Trend.

Nach sperrigem Einstieg punktet vor allem der Mittelteil von “Call for Blood”

So viel Debüt-bezogene Anerkennung ich nach Ende von mehreren Hördurchläufen für HRAEFN übrig habe, so schwer fällt der Einstieg bezüglich “Call for Blood”. Denn der Opener “Fossilized” ist nicht allzu glücklich gewählt. Der sperrige und bisweilen träge Song lässt den Hörer die ersten Minuten kaum in die Musik der Band aus Antwerpen eintauchen. Erst nach rund zwei Minuten kommt erstmals so etwas wie Groove auf. Besser und zugänglicher ist da schon “Parasite” mit seiner interessanten Gesangsmelodie, wenngleich die Band bei “Evil” fast am besten performt, geht doch der Track gut ins Ohr und punktet zudem mit einem ungewöhnlichen Zwischenteil. Abgeschlossen wird die EP mit dem groovig beginnenden “Without”, das aber auf Dauer etwas abbaut, trotz eines gewissen ALICE IN CHAINS-Settings.

HRAEFN gefallen im Zusammenspiel

Schlussendlich ist “Call for Blood” ein amtliches Debüt-Werk, das den (vorerst seltsam anmutenden) Bandnamen in Erinnerung haften lässt. Die Stärken von HRAEFN sind dabei nicht zwingend in den Einzelperformances der Musiker festzumachen, sondern im Zusammenspiel. Man darf gespannt sein, was von den Belgiern in naher Zukunft noch kommen wird.

Veröffentlichungstermin: 09.12.2022

Spielzeit: 21:46 Min.

Line-Up:
Michael Somers – Gitarre
Tom De Buysscher – Schlagzeug
Tonny van Bavel – Bass & Gesang

Label: Eigenproduktion

Mehr im Netz: https://hraefnband.bandcamp.com
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/hraefnband

HRAEFN “Call for Blood” Tracklist

Fossilized
Parasite
Evil
Without