GOD DETHRONED: Illuminati

GOD DETHRONED: Illuminati

GOD DETHRONED kehren zu Ihren Wurzeln zurück, zumindest thematisch. Nach drei Alben zum ersten Weltkrieg besinnt man sich auf die religiöse Antihaltung, die der Bandname ja schon dezent vermuten lässt. Ob die Band sich auch musikalisch auf ihre Großtaten “Bloody Blasphemy” oder “The Grand Grimoire” zurück besinnt? Natürlich nicht. “Musikalisch ist Illuminati das vielfältigste Album überhaupt in God Dethroneds Diskografie.” So steht es im Promozettel von Metal Blade. In diesen Schreiben steht ja häufig eine ganze Menge Unsinn, hier muss ich aber zustimmen. “Illuminati” enthält Elemente aus so ziemlich jeder Phase der Band. Schon der Titeltrack, der mit einem schleppenden Riff das Album eröffnet, entpuppt sich einerseits als Mid Tempo-Stampfer, fährt jedoch einen epischen Refrain auf und im Mittelteil treten GOD DETHRONED auch mal aufs Gas.

Große Melodien garniert mit klassischem Gehacke – auf “Illuminati” präsentieren GOD DETHRONED sich vielfältig

“Broken Halo” “Spirit Of Beelzebub” oder “Satans Spawn” sind klassisches, rasantes Gehacke ala GOD DETHRONED, ab und zu durch etwas Mid Tempo aufgelockert. Wobei “Spirit Of Beelzebub” schon wieder so einen epischen Refrain am Start hat, auch noch mit klarem Gesang als Ergänzung zu Sattlers Growls. Dem gegenüber steht mit “Book Of Lies” ein extrem melodisches Stück, welches, von Henri Sattlers “Gesang” mal abgesehen mit Death Metal wirklich gar nichts mehr am Hut hat. Will man das von GOD DETHRONED hören? Keine Ahnung, aber spätestens beim absolut genialen Solo von Dave Meester ist mir das dann auch egal. So melodisch waren GOD DETHRONED selbst auf “The Toxic Touch” nicht. Mit “Gabriel” haben GOD DETHRONED einen echten Ohrwurm am Start. Da trifft ein bißchen Düster Rock auf Melo Death – in den Neunzigern wäre das wohl ein Tanzflächenfeger geworden. “Eye Of Horus” entführt uns in die Welt der ägyptischen Götter. In den Strophen und der Bridge ein schnelles aber eher melodisches Stück mit einem weiteren epischen Refrain. Eine echte Hymne.

“Illuminati” sollte keinen Fan enttäuschen

Wie ist nun also das Gesamturteil zu “Illuminati”? Ja, das elfte Album der Niederländer ist definitiv eine Überraschung. GOD DETHRONED entfernen sich hier stellenweise so weit vom Death Metal wie noch nie zuvor. Allerdings gibt es auch immer noch einige Stücke, die einfach typisch GOD DETHRONED sind. Mir gefallen die melodischeren Ausflüge, welche die Band hier unternimmt und letztendlich waren GOD DETHRONED ja schon immer eine Band, die gerne mal Melodie und epische Passagen in ihre Songs eingebaut hat, nur eben selten so konsequent wie hier. Für mich stimmt die Mischung. “Illuminati” ist ein sehr kurzweiliges, abwechslungsreiches Album welches keinen Fan, der den Weg der Band bisher mitgegangen ist, entäuschen oder gar vor den Kopf stoßen sollte.

Veröffentlichungsdatum: 07.02.2020

Spielzeit: 36:42

Line Up:
Henri Sattler – vocals, guitars
Dave Meester – guitars
Michiel van der Plicht – drums
Jeroen Pomper – bass

Label: Metal Blade Records

Facebook: https://www.facebook.com/goddethronedofficial
Bandcamp: https://goddethroned.bandcamp.com/

GOD DETHRONED Illuminati Tracklisting

01. Illuminati (Video bei YouTube)
02. Broken Halo
03. Book of Lies (Video bei YouTube)
04. Spirit of Beelzebub (Video bei YouTube)
05. Satan Spawn
06. Gabriel
07. Eye of Horus
08. Dominus Muscarum
09. Blood Moon Eclipse

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.