FEAR FACTORY: Mechanize

FEAR FACTORY: Mechanize

FEAR FACTORY-Fans hatten es nicht leicht in den letzten Jahren. Auf Digimortal wurde plötzlich gerappt und dann stieg auch noch Gründungsmitglied und Gitarrist Dino Cazares aus. Es folgten zwei mehr oder weniger zwiespätig aufgenommene Scheiben, wobei zumindest ich sagen muss, dass Archetype einige saustarke Songs, mit dem Titeltrack sogar eines der absoluten Band-Highlights, enthält. Dann lag die Band auf Eis, Dino und Burton söhnten sich aus, setzten Raymond und Christian quasi vor die Tür und wurden von denen daraufhin erstmal metallisch korrekt vor den Kadi gezerrt. Das hatte schon Seifenoper-Format, wie man es sonst nur von ANTHRAX oder STRATOVARIUS kennt. Nun ja, jetzt sind FEAR FACTORY mit einem neuen Album am Start, dem ersten seit immerhin über vier Jahren. Manch einer mag die Band schon abgeschrieben haben. Ihr werdet euch wunden.

Wer FEAR FACTORY vor allem für den konstanten Wandel, den sich entwickelnden Sound geliebt hat, der wird von Mechanize vielleicht enttäuscht sein, denn viel neues gibt es auf diesem Album nicht zu hören. Stattdessen besinnen sich Burton und Dino auf das, was die Band mit Demanufacture und Obsolete groß gemacht hat. Das dabei qualitativ kein zweites Demanufacture raus kommen konnte, war anzunehmen, doch Mechanize ist trotzdem ein verdammt starkes Album, dass ich dieser Band so nicht mehr zugetraut hätte. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein FEAR FACTORY-Album noch mal so begeistern könnte, wie es Mechanize vom ersten Ton an getan hat.

Da ist sie wieder, diese kalte, dunkle Atmosphäre, die einen abtauchen lässt in eine dystopische Zukunft, die Bilder von einer von Maschinen dominierten Welt erschafft. Burton schreit sich die Seele aus dem Leib, shoutet bei Christploitation so vehement Your god is ust a lie!, dass man sofort mitbrüllt. Doch natürlich setzt er auch seine klare Stimme bei so ziemlich jedem Song ein, meistens natürlich im Chorus, doch beim abschließenden, über acht Minuten langen, Final Exit dreht er den Spieß herum, arbeitet mit einer melodisch gesungenen Strophe und einem geshouteten Refrain. Dieser Song sowie der erhabene Mid Tempo-Brecher Designing The Enemy geben etwas Zeit zum verschnaufen, ansonsten halten FEAR FACTORY das Aggressions-Level weit oben und liefern endlich mal wieder ein Album ab, dass fast ohne Füllmaterial auskommt. Zwar fehlt auch ein ganz großer Hit, wie ihn zum Beispiel Archetype in Form des Titeltracks hatte aber das ist zu verschmerzen. Wer FEAR FACTORY vor allem wegen Demanufacture und Obsolete liebt, muss hier zugreifen.

Veröffentlichungstermin: 05.02.2010

Spielzeit: 44:58 Min.

Line-Up:
Burton C. Bell – vocals
Dino Cazares – guitar
Byron Stroud – bass
Gene Hoglan – drums

Label: AFM Records

Homepage: http://www.fearfactorymusic.com

MySpace: http://www.myspace.com/fearfactory

Tracklist:
01. Mechanize
02. Industrial Discipline
03. Fear Campaign
04. Powershifter
05. Christploitation
06. Oxidizer
07. Controlled Demolition
08. Designing The Enemy
09. Metallic Division
10. Final Exit

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.