FATAL EMBRACE: The Empire Of Inhumanity

Guter Thrash Metal im Stil von SLAYER, dem für die Königsklasse nur noch die eigene Note fehlt.

Fans von Thrash Metal wurden in letzter Zeit mit hochkarätigen Alben nur so überschüttet. So meldeten sich neben EXODUS auch DEW-SCENTED mit einer neuen Platte zurück, ANNIHILATOR haben ja auch mal wieder was zusammen gemacht und aus Brasilien steht mit KORZUS bereits der nächste heiße Geheimtipp in den Startlöchern. Inmitten dieser Veröffentlichungsflut findet sich auch ein deutsches Thrash-Urgestein: FATAL EMBRACE tischen ihr insgesamt viertes Studioalbum in 17 Jahren Bandgeschichte auf und schlagen damit gekonnt den Spagat zwischen Tradition und (verhaltenem) Fortschritt.

Tradition, weil “Wake The Dead”, “Haunting Metal”, “Ravenous” und “Into Your Face” allesamt klassischer nicht intoniert werden können – SLAYER lassen grüßen. Fortschritt, weil sich FATAL EMBRACE, anders als etwa DEW-SCENTED auf “Invocation“, redlich darum bemühen, ihren Songs und somit dem kompletten Album Abwechslung einzuhauchen. Das klappt bei “Nothing To Regret” mit seinen gesprochenen Passagen zwar nicht hundertprozentig, zahlt sich beim schleppenden quasi-Titeltrack, der das Tempo für sechs Minuten gezielt drosselt, aber umso mehr wieder aus. Zumal “The Empire Of Inhumanity” auch sonst nicht immer auf dasselbe Pferd setzt, wie der Albumhit “Another Rotten Life” beweist, der mit seinem Groove entfernt den Geist von PANTERA und METALLICA, beziehungsweise einem Hybrid aus beiden, atmet.

In die Königsklasse können FATAL EMBRACE nicht ganz aufschließen

Wirkliche Schwachpunkte sind – bis auf den leicht schrägen Klargesang beim abschließenden IRON MAIDEN-Cover “Killers” – nicht auszumachen. Das Riffing ist präzise, die Soli wie bei “Rapture For Disaster” in den oberen Temporegionen zu Hause und das Songwriting schlüssig und auf den Punkt. Dass FATAL EMBRACE nicht ganz in die Königsklasse aufschließen können, hat seine Ursache wie so oft allein im sparsamen Umgang mit frischen, unverbrauchten Facetten. “The Empire Of Inhumanity” ist nahezu durchgehend auf hohem Niveau, das steht gar nicht zur Debatte, nur fehlt dem Album irgendwo der letzte Kick, den es braucht, um sich im hart umkämpften Genre bis an die Spitze durch zu boxen. Dafür ist im Gegenzug die Abmischung schön transparent gehalten, ja besitzt sogar einen gewissen Live-Charakter.

Für den Titel reicht es in diesem Jahr noch nicht, aber FATAL EMBRACE dürfen sich zuversichtlich in den Reigen der gierigen Thronanwärter einreihen, vorausgesetzt sie behalten die Energie und Aggression eines “Ravenous” bei und würzen diese mit ein paar spannenden Überraschungen. Und was die derzeitige Veröffentlichungsflut im Thrash-Sektor angeht – da dürfte “The Empire Of Inhumanity” eigentlich gute Karten haben. Die Qualität dafür ist jedenfalls vorhanden.

Veröffentlichungstermin: 04.06.2010

Spielzeit: 48:28 Min.

Line-Up:

Heiländer – Vocals
Moloch – Guitars
Spezi – Guitars
Ronald – Bass
Pulverizatör – Drums

Produziert von Mathias Wendt
Label: Metal Blade

Homepage: http://www.fatal-embrace.net

FATAL EMBRACE “The Empire Of Inhumanity” Tracklist

01. The Last Prayer
02. Wake The Dead
03. Nothing To Regret
04. Haunting Metal
05. Another Rotten Life
06. Empires Of Inhumanity
07. Into Your Face
08. Rapture For Disaster
09. The Prophecy
10. Way To Immortality
11. Ravenous
12. Killers (IRON MAIDEN-Cover)