EYES WIDE OPEN: Through Life And Death

Von Artwork bis Musik: Nahezu alles auf “Through Life And Death” schreit geradezu nach IN FLAMES. Besonders originell ist der moderne Melodic Death Metal von EYES WIDE OPEN daher nicht ausgefallen, solide bis gut umgesetzt dafür durchaus.

Die Nachahmung sei die höchste Form der Anerkennung, sagt man. Im Fall von EYES WIDE OPEN müssen wir nicht lange suchen, um das Objekt der Huldigung auszumachen: Bandlogo, Artwork und nicht zuletzt die Musik selbst schreien geradezu IN FLAMES. Nicht die ganz alte Melodeath-Schiene, sondern vornehmlich die modernere Ausrichtung ab „A Sense Of Purpose“ (2008). Die Göteborger Urgesteine sind folglich auch der größte, wenngleich nicht einzige Einfluss, der sich im Laufe der zwölf Tracks inklusive Intro sowie Outro bemerkbar macht. Das ist nicht unbedingt schlimm, obwohl ein Kritikpunkt durchaus legitim ist: „Through Life And Death“ besitzt nicht ein Gramm Originalität.

Am ehesten heben sich EYES WIDE OPEN noch durch den Gesang Erik Engstrands von den großen Vorbildern ab: Die harschen Screams sowie der volle Klargesang setzen eben andere Schwerpunkte als es Anders Fridén (IN FLAMES) vermag, was dem modernen Klangbild der Platte aber durchaus guttut. An anderer Stelle sind die Parallelen instrumentaler Natur dafür geradezu frappierend: „End Of Days“ könnte in dieser Form auch auf „A Sense of Purpose“ (2008) stehen, während das Riffing in „Fallout“ gar Richtung „Clayman“ (2000) schielt.

EYES WIDE OPEN huldigen ihren Vorbildern von Anfang bis Ende

Ihren modernen Melodic Death Metal werten EYES WIDE OPEN gerne durch Synthesizer auf („Devastation“), insgesamt bleibt „Through Life And Death“ aber eine gitarrenorientierte Platte, welche catchy Riffs mit mitreißenden Refrains zu kombinieren versucht. Das klappt auch, wenn das Quartett das Tempo reduziert und in „Eraser“ der Melancholie eine zentrale Rolle zukommen lässt. „Burn ‘Em“ wiederum vermählt stampfenden Rhythmus, Laut-Leise-Spielereien und eine opulente Hook mit neumodischen „Millennial Whoops“. Ein Balance-Akt am Rande des Kitschigen, aber kein Absturz.

Einen solchen leisten sich die Schweden glücklicherweise auch sonst nicht, obwohl die Leadgitarre im Titeltrack schon stark an PARKWAY DRIVEs „Prey“ erinnert und die abschließende Powerballade „Where Death Meets Paradise“ in seiner Gefälligkeit ein wenig wie Malen-nach-Zahlen erscheint. Solide sind die Stücke dennoch, obgleich EYES WIDE OPEN eben doch am stärksten sind, wenn sie wie in „Brother“ ihre Melodic Death Metal-Einflüsse mit breiter Brust zur Schau stellen. Das kann man dann Nachahmerei nennen oder eine besonders ausgeprägte Form von Huldigung. In jedem Fall betreibt die Band dies auf „Through Life And Death“ stellenweise nahe an der Perfektion – und allein das ist ja auf seine Weise ebenfalls ein wenig Anerkennung wert.

Veröffentlichungstermin: 12.11.2021

Spielzeit: 39:33

Line-Up

Erik Engstrand | vocals
Kristofer Strandberg | guitar
Jesper Lindgren | bass
Lucas Freise | drums

Produziert von Erik Engstrand und Kristofer Strandberg

Label: Arising Empire

Homepage: https://www.e-w-o.net/
Facebook: https://www.facebook.com/Eyes.Wide.Open.SWE

EYES WIDE OPEN “Through Life And Death” Tracklist

1. World on Fire
2. Devastation (Video bei YouTube)
3. Fallout
4. Burn ‘Em (Video bei YouTube)
5. End of Days (Video bei YouTube)
6. Through Life and Death
7. Eraser (Video bei YouTube)
8. Brother (Video bei YouTube)
9. Wildfire
10. Echoes (feat. Richard Sjunnesson, Jonathan Thorpenberg)
11. Where Death Meets Paradise
12. Bridge to the Future