ENTOMBED: Morning Star

ENTOMBED: Morning Star

Was brüllt L-G bei City of Ghosts: the same old bullshit, the same old songs? Davon kann mitnichten die Rede sein – einerseits kann man bei ENTOMBED einfach nicht von Bullshit reden, auch wenn es da in der Vergangenheit das ein oder andere Album gab, das doch eher unausgegoren wirkte. Andererseits haben sich ENTOMBED zwar durchaus auf ihre alten Stärken besonnen und packen wieder richtig gute, überbreite Riffs aus – doch sie begehen nicht den Fehler, sich selbst zu kopieren.

Morning Star gibt den Left Hand Path-Anbetern einmal mehr Grund zu der Feststellung, dass früher eben doch alles besser war. Doch wer Clandestine und, noch viel wichtiger, Wolverine Blues mag, DCLXVI – To Ride, Shoot Straight And Speak The Truth nicht abgeneigt ist und dazu ein paar Slayer-Scheiben sein eigen nennt und diese auch gerne mal anhört, der wird an Morning Star seine Freude haben.

Petrov klingt endlich wieder so richtig wütend, was hervorragend zu den Songs passt, die einen ganzen Zacken heftiger und aggressiver sind als das bei den letzen Alben der Fall war. Die Schweden sind weg von Death n` Roll und bieten wieder erdrückend schweres Riffing, Wut und Aggression, wobei die Produktion um einiges klarer und druckvoller ist als beim Vorgänger Uprising. Wo Uprising stellenweise punkig klang, finden sich bei “Morning Star” satte Grooves und aggressive Momente.

Der Opener „Chief Rebel Angel“ überrascht mit Keyboardklängen, die dezent und deswegen äußertest effektiv düstere Akzente setzen, bei „I For An Eye“, „Bringer Of The Light“ und „Ensemble Of The Restless“ besinnen sich Entombed auf ihre Schweden-Death Wurzeln, waschen gleichzeitig die Staubschicht aber durch heftige Gitarrengewitter ab. „Out Of Heaven“ überrascht mit einem evil-beschwingten Rhythmus und erinnert – wenngleich auch ohne den typischen höhenlastigen Sound der alten Entombed Veröffentlichungen – an „Evelyn“ vom „Clandestine“ Album.

„Young Man Nihilist“ hat nichts mit den Frühwerken von Entombed zu tun, sondern könnte auch auf einem Slayer Album ab der „South Of Heaven“ stehen, wobei der Song noch immer nach Entombed klingt und somit weit von einem Abklatsch entfernt ist. „Year One Now“ bringt in knapp zwei Minuten die Stärken der Band auf den Punkt: Treibenden Groove, gepaart mit dreckiger Wut.

„When It Hits Home“ stellt die Verbindung zu Uprising her, und kommt etwas rotziger als der Rest des Materials rüber, während „City Of Ghosts“ gegen Ende der Scheibe noch einmal aufhorchen lässt – ein Entombed Stampfer wie man von „Wolverine Blues“ kennt, kombiniert mit Slayer-mäßigen Gitarrenläufen. Slayer ist auch der Name, der einem bei „About To Die“ durch den Kopf schießt, während bei „Mental Twin“ und „Fractured“ zunächst der tonnenschwere Groove ins Ohr geht.

Mit „Morning Star“ können Entombed zwar nicht ganz an frühere Glanztaten anknüpfen, doch ist das Album eine faustdicke Überraschung, für alle, die dachten, die Tage dieser Band seien gezählt. Am 3. September wird ein neuer, alter Stern am metallisch schimmernden Himmel aufgehen!

Tracklist:

Chief Rebel Angel

I For An Eye

Bringer Of Light

Ensemble Of The Restless

Out Of heaven

Young Man Nihilist

Year One Now

Fractures

When It Hits Home

City Of Ghosts

About To Die

Mental Twin

Spielzeit: 37:02

Besetzung:

L-G – Vocals

Jörgen – Bass

Alex – Guitars

Peter – Drums

Uffe – Guitars

Label: Music For Nations

VÖ: 3. September 2001

Hompage: http://www.entombed.net

andrea
Kümmere mich seit 1999 um Reviews, Interviews und den größten Teil der *Verwaltung*, Telefon-Dienst, Beschwerdestelle, Versandabteilung, Ansprechpartner für alles, Redaktionskonferenz-Köchin...