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ELEND: A World in Their Screams

ELEND: A World in Their Screams

Nach der Office de Tenebres-Trilogie in den Neunzigern schließen ELEND mit A World in Their Screams nun ihre zweite, Winds-Triologie ab, die ursprünglich als Fünfteiler geplant war. Wiederum treffen auf einem klaren Soundparkett orchestrale Klänge, engelhafte Gesänge und Weltuntergangsstimmung aufeinander, ja prallen aufeinander. Dies geschieht mit einer Dynamik, die bisweilen an eine hereinbrechende Sturmflut erinnert. Und immer nimmt diese Klangkulisse bedrohliche Züge an, wirkt monströs, schwer fassbar und sperrig, denn Dissonanzen hatten bei ELEND schon immer ihren festen Platz.

Trotz Orchester- und Sängeraufmarsch lassen sich ELEND auch mit A World in Their Screams nicht in der bequemen Bombast-Neoklassik-Ecke nieder. Lieber setzt die französisch-österreichische Formation auf Streicher à la Psycho in Le Devoreur und auf beschwörende, gesprochene Passagen (etwa im Titeltrack). Nicht selten wirken diese Kreationen wie Filmmusik zu einem beunruhigenden Streifen, in Stasis kommen Assoziationen zu einer Figur auf, die gerade eine grausige Entdeckung gemacht hat und nun voller Angst die Flucht ergreift. Nein, vertraute, beruhigende Bilder werden durch das extreme, abwechslungsreiche und bisweilen beängstigende Schaffen ELENDs nicht hervorgerufen, die apokalyptische Grundstimmung zieht sich durch das gesamte Album.

Und dennoch – etwas verhindert den erwarteten Begeisterungssturm ob dem aktuellen ELEND-Werk. Wenngleich die Kompositionen schwer fassbar sind, dramatisch und schwebend zugleich erscheinen, so kommt zeitweise das Gefühl auf, dass zuviel an ihnen Stückwerk, eine nicht zu Ende gedachte Idee geblieben ist. So wirken viele der Streichereinsätze beinahe fragmentarisch, eine kurze Stimmung, die mit der nächsten Schwankung wieder fallen gelassen wird. Während die einzelnen Kompositionen auf einem älteren Output wie Le Ténèbres de Déhors einen in ihren Bann zogen, einen nicht mehr losließen, fehlt es A World in Their Screams an diesem Fesselungseffekt, an dieser alles einnehmenden Klangautorität, die keine Ablenkung neben sich duldet.

Am Ende bleibt somit ein durchwachsener Eindruck, denn das Gefühl, hier wirklich den Höhepunkt von ELENDs Schaffen vor sich zu haben, der sämtliche Vorgängerwerke in den Schatten stellt, will sich nicht so recht einstellen. Damit soll nicht an der Ausnahmeposition dieser Band und ihrer Musik gerüttelt werden – aber A World in Their Screams muss sich wohl oder übel von der Vergangenheit geschlagen geben.

Veröffentlichungstermin: 20.04.2007

Spielzeit: 57:42 Min.

Line-Up:
Iskandar Hasnawi: Vocals, verschiedene Instrumente
Sebastien Roland: Vocals, verschiedene Instrumente
Renaud Tschirner: Vocals, verschiedene Instrumente
Esterie Remond: Solo Soprano
David Kempf: Solo Violine, Solo Viola

Ausserdem wirkten über 30 Musiker und Sänger als Gäste mit.
Label: Prophecy

Homepage: http.//www.elend-music.org

Tracklist:
1. Ophis puthôn
2. A World in Their Screams
3. Ondes de sang
4. Le Dévoreur
5. Le Fleuve infini des morts
6. Je rassemblais tes membres
7. Stasis
8. Borée
9. La Carriére d’ombre
10. J`ai touché aux confins de la mort
11. Urserpens