DRIVER: Sons of thunder

DRIVER: Sons of thunder

Das 87er Album Driver von M.A.R.S. fand ich klasse, nicht so wild wie die anderen US-Speedmetaller und nicht so plüschig wie die Melodic-Rocker, saß die Band irgendwo in der Mitte und überzeugte mit tollen Songs. Abgesehen von einem raren Demotape gab es nichts Neues, nicht nur Sänger ROB ROCK
(WARRIOR, AVANTASIA, AXEL RUDI PELL, JOSHUA, IMPELLITTERI) blieb aktiv, auch seine Kollegen waren mit Jobs bei TRIBE AFTER TRIBE, GLENN HUGHES, MONTROSE, HALFORD, GEORGE LYNCH und mehr weiter am Rocken. Gemeinsam mit Multiproduzent Roy Z (JUDAS PRIEST, HALFORD, DICKINSON, HELLOWEEN, SEBASTIAN BACH) erscheint nun ein neues Album unter den Banner DRIVER mit neuen Songs und dem Material vom Demo und die M.A.R.S.-Fans dürfen gespannt sein.

Nach einem netten Instrumental-Intro wird man dann auch gleich unmittelbar in die Zeit um 1988 zurückkatapultiert, die komplette Scheibe hätte auch damals erscheinen können. Hochmelodisch mit eingängigen Refrains, sehr präsenten Gitarren und natürlich der tollen Stimme von ROB ROCK ist bei den ersten Durchläufen erfreutes Kopfnicken angesagt. Die Songs sind immer griffig, professionell gespielt und bringen eigentlich alles mit, was hart rockender Melodic-Metal haben sollte. Die Rhythmsection groovt, die Keyboards legen einen passenden, nicht zu großen Teppich, Roy Z spielt eine tolle, routinierte Gitarre und ROCK zeigt ein gutes Händchen für feine Gesangsmelodien. Am Sound gibt es nichts zu meckern, die Songs haben mal was von EUROPE, HAMMERFALL, DIO und allerlei US-Melodic-Metaller. So dürfte wohl jeder Freund melodischen Metals Gefallen finden an Sons of thunder, aber die Begeisterung wie für das M.A.R.S.-Album mag sich hier nicht so recht einstellen. Kann man zu professionell sein? Alles klingt sofort nachvollziehbar, die Gitarren klingen total nach Gitarren-Lehrbuch für Fortgeschrittene und bieten trotz tollem Spiel keinerlei Überraschungen, die Vocals singt man sofort mit, nur nicht ganz so schön wie ROB ROCK. Klar, Never give up füllt jede Tanzfläche, die Ballade Change of heart lässt jedes Rock-Frauchen dahinschmelzen und passt ohne Zweifel gut auf die nächste Kuschelrock-CD, bei Tears that I cry freut sich gar der WINGER-Fan. Aber gleich drei Balladen? Wenn man doch mal nach vorn rockt, folgt ein Standardriff und die Power ist dahin, so wird man den Kultstatus des Driver-Album nicht toppen. Eine routinierte Scheibe, die kurzfristig Spaß macht, aber auf Dauer nicht wirklich begeistern kann. Da nützen auch die großen Namen und die Verweise auf das kultige M.A.R.S.-Projekt nichts.

Veröffentlichungstermin: 26.09.2008

Spielzeit: 43:50 Min.

Line-Up:
Rob Rock – Vocals
Roy Z – Guitars
Aaron Samson – Bass
Ed Roth – Keyboards
Reynold Carlson – Drums

Produziert von Rob Rock und Roy Z
Label: Metal Heaven

Homepage: http://www.robrock.com

MySpace: http://www.myspace.com/driverofficial

Tracklist:
1. Titans of speed
2. I´m a warrior
3. Fly away
4. Heart´s on fire
5. Sons of thunder
6. Never give up
7. Change of heart
8. Dark world
9. Winds of march
10. Only love can save me now
11. Tears that I cry
12. I believe in love

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.