DARK QUARTERER: Pompei

MUSKELROCKEN oder KEEP IT TRUE – die Italiener von DARK QUARTERER haben seit mehreren Dekaden (völlig zurecht) einen bizarren Kultstatus inne. Ihr Debüt “Dark Quarterer” aus dem Jahr 1987 gehört in jede ordentlich sortierte Metalsammlung, schon nur wegen dem Song “Colossus of Argill”. Die progressiv-epischen Klänge DARK QUARTERERs dürfen sich thematisch gar ihrem eigenen “Ides of March” widmen, ohne dass die IRON MAIDEN “Killers”-Fraktion deswegen unangenehmen Wallungen zum Opfer fällt. 

Chromatisch, chaotisch, theatralisch

Nun liegen zwischen 1987 und 2020 nicht nur einige Jahre, sondern auch einige Alben. “Pompei” ist fünf Jahre nach “Ithaca” das achte Full Length-Album der Italiener aus Piombino und DARK QUARTERER bleiben ihren Trademarks treu. Nicht nur in “Welcome to the Day of Death” verfällt Fronter Gianni Nepis Stimme stellenweise in die erzählende, Theater-affine Form, genauso wie Gitarrist Francesco Sozzi sich voll mit verträumten, langgezogenen Leads ausleben darf. Diese Leads werden geradezu herzzerreißend in “Panic”, wo sie eine gröbere Hammond-Orgel-Orgie ablösen, und DARK QUARTERER um die Fünf-Minuten-Marke brutal grooven. Natürlich bestechen DARK QUARTERER – wie schon damals im herausragenden “Colossus of Argill” – besonders in “Panic” und dem Anspieltipp “Plinius the Elder” (inklusive Blues-Feeling zu Beginn) mit wunderbaren Basslines. Da darf man dann schon mal das Prädikat “Prog as fuck” auspacken. 

Sperriges Songwriting – läuft

Diese Kombination von Groove und passionierter Instrumentenorgie führt auf “Pompei” dazu, dass DARK QUARTERER trotz ihrer extremen Spielkompetenz nie frickelig oder verkopft wirken. Ihr Songwriting mag verschachtelt sein, aber es dient am Ende dazu, eine – oftmals historisch inspirierte – Geschichte zu erzählen, zu vertonen. Und hier bleiben sich DARK QUARTERER treu – thematisch bleiben die Italiener bei ihren Leisten, die sie schon seit 1987 bearbeiten. Und genau das dürfte wohl die Fangemeinde von DARK QUARTERER am meisten befriedigen – “Pompei” keep(s) it true, ohne verstaubt zu wirken. So ist DARK QUARTERER mit “Pompei” ein spannendes, sperriges Prog-Album gelungen, das es vermag, Epik, Groove und gar jazzige Klavierträumereien innovativ zu vereinen. Stark!

Veröffentlichungsdatum: 06.11.2020
Spieldauer: 47:03
Label: Cruz del Sur Music
Website: https://darkquarterer.bandcamp.com

Line Up
Gianni Nepi –  Bass, Vocals
Peolo “Nipa” Ninci – Drums
Francesco Sozzi – Gitarren
Francesco Longhi – Keyboard

DARK QUARTERER „Pompei“ Tracklist

1. Vesuvius (9:23)
2. Welcome to the Day of Death (6:38)
3. Panic (8:39)
4. Plinius the Elder (7:58)
5. Gladiator (6:24) (Lyric-Video bei YouTube)
6. Forever (8:01)