CREED : Weathered

CREED : Weathered

Eine doofe Frage zu Beginn: Was haben CREED und MODERN TALKING gemeinsam? Antwort: Keiner mag die Bands und trotzdem verkaufen sie weltweit über 10 Millionen Tonträger. Ich mag CREED und ihre ersten beiden Scheiben sind kleine Meilensteine der mordernen Rockmusik. Da ALICE IN CHAINS noch immer im Koma liegen, PEARL JAM nur noch ab und zu gute Songs schreiben, NIRVANA schon begraben wurden und STONE TEMPLE PILOTS ihre Roots gänzlich verlassen haben, muss man nun mal auf CREED zurückgreifen, um seine vor Jahren entdeckte Liebe zur Grungemusik immer mal wieder aufleben zu lassen.

Zur CD: Wer CREED bisher mochte, wird „Weathered“ lieben. Wer CREED bisher liebte, wird „Weathered“ mögen. Ich gebe ja zu, diese Aussage ist recht verwirrend. Ich versuche sie aber nun so gut wie möglich zu erklären. Also, es befindet sich kein MTV-Hit, keine massentaugliche Single auf der Scheibe. Also kein „One“, kein „With Arms Wide Open“. Vielmehr liefern CREED ihr bisher erwachsenstes, reifstes Werk ab. Diese Tatsache wird vielen Leuten nicht gefallen oder sauer aufstoßen, während ich seit Montag nichts anderes mehr tue, als diese Scheibe zu hören. Und zwar genau aus diesem Grund. Die Lieder sind so vielschichtig, so abwechslungsreich, daß ich sie immer noch nicht ausgehört habe. Ich kann immer und immer wieder die CD durchlaufen lassen. Nehmen wir nur mal die ersten beiden Songs „Bullets“ und „Freedom Fighter“. Ich habe zwar keinen Hut und werde hoffentlich auch nie einen haben. Aber wenn ich einen hätte, würde ich ihn für die beiden Opener ziehen. Diese Songs haben so eine Portion Härte, so einen wuchtigen Sound, daß viele Leute beim ersten Anchecken im Geschäft die CD ins Regal legen und kopfschüttelnd den Laden verlassen. Respekt vor dieser Entscheidung. Respekt vor diesen Songs. Weiter geht es mit den über 8-minütigen Epos „Who`s Got My Back?“. Dieser Song wird von Scott Stapp mit soviel Inbrunst, soviel Gefühl und Melancholie vorgetragen, daß man ihn dafür heilig sprechen müsste. Ein Meiserwerk, mit Gänsehautgarantie. „Signs“ ist wieder ein typischer CREED Rocker mit eingängigen Refrain. „Hide“ könnte wohl noch am ehesten als radiotaugliche Single durchgehen, „Weathered“ ist die obligatorische Halbballade. „Don`t Stop Dancing“ lebt wieder von der unglaublichen Stimme von Scott. Bei diesen Lied singt übrigens auch seine Schwester mit. Kurz: 11 Songs, 10 Hits. Lediglich das langsame Lullaby ist recht ereignislos. Alle anderen Songs haben aber große Momente. Ich höre jetzt das Schwärmen auf, sondern versuche lieber meine Vampsterkollegen zu ärgern (auch mit der Gefahr hin, beim nächsten Treffen mit faulen Eiern, bzw. in Wacken mit Schlamm beworfen zu werden):

– „Weathered“ ist die beste „Nichtmetal“-Scheibe des Jahres

– Scott Stapp ist nicht von dieser Welt

– Diese Scheibe wird wohl noch lange meine Playlist anführen

– CREED sind Gott

Spielzeit: 50:00 Min.

Line-Up:
Scott Stapp – Vocals

Mark Tremonti – Gitarre und Bass

Scott Phillips – Drums and Keyboard

Homepage: http://www.creed.com

Tracklist:
1. Bullets

2. Freedom Fighter

3. Who`s Got My Back

4. Signs

5. One Last Breath

6. My Sacrifice

7. Stand Here With Me

8. Weathered

9. Hide

10. Don`t Stop Dancing

11. Lullaby