BRAINSTORM: Soul Temptation

BRAINSTORM haben es tatsächlich geschafft und mit „Soul Temptation“ ein Album eingespielt, welches den Vorgänger „Metus Mortis“ in nichts nachsteht, bzw. streckenweise sogar noch übertrifft.

Was ich eigentlich kaum und auch lange Zeit nicht für möglich gehalten habe ist eingetroffen: BRAINSTORM haben es tatsächlich geschafft und mit „Soul Temptation“ ein Album eingespielt, welches den Vorgänger Metus Mortis in nichts nachsteht, bzw. streckenweise sogar noch übertrifft.

Etwas enttäuscht war ich, als ich mich vor einigen Wochen das erste Mal mit „Soul Temptation“ beschäftigt habe. Mir fehlten etwas die Ohrwurmrefrains („Hollow Hideaway“ werde ich wohl auch noch im Altersheim summen können)und auch die Songs an sich wirkten nicht ganz so schnell wie auf dem Vorgänger. Beschäftigt man sich aber etwas näher und intensiver mit der Scheibe, so fällt schnell auf, dass BRAINSTORM neue Wege gehen, aber sich in ihrem Stil größtenteils doch treu bleiben. Noch kurz, damit dies auch abgehakt ist, ein Wort zu Andy B. Franck`s Gesangsleistung: Wie immer tadellos, einwandfrei, noch abwechslungsreicher als sonst, einfach perfekt. Er ist für mich DER deutsche Metalsänger und variiert auf „Soul Temptation“ etwas mehr seine Stimme, was den Songs eine höhere Haltbarkeitsdauer gibt. „Metus Mortis“ habe ich bestimmt schon einige Monate nicht mehr gehört. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die neue Scheibe auch einmal so lange im CD-Schrank unberührt liegen bleibt.

Gab es überhaupt einen Kritikpunkt an der letzten Scheibe, dann den, dass die Songs sich zu sehr ähneln und im selben Tempo angesiedelt sind. Dies ist jetzt definitiv nicht mehr der Fall und beste Bay-Area Riffmonster wie „Highs Without Lows“ oder „To The Head“ wechseln sich mit einem zu Beginn etwas zu fröhlichen, aber nach einiger Zeit zu einem Ohrwurm werdenden „The Fading“ gekonnt ab. Höhepunkt des Albums ist die Trilogie „Trinity Of Lust“ bei denen die Band nochmal ihre gewonnene Vielfalt unter Beweis stellt. Da wird Gas gegeben, dann gibt es episches Material zu hören und beim Titeltrack wird der Groovehammer ausgepackt. Ganz gross. So darf sich eine Band weiterentwickeln, um nicht in der musikalischen Sackgasse zu landen. Die Gitarrenarbeit bei „Dying Outside“ erinnert etwas an JUDAS PRIEST in deren Glanzzeiten. Dieser Song ist auch ein absolutes Brett und über jegliche Zweifel erhaben.

Da die CD noch über einen gewohnt erstklassigen und druckvollen Sound verfügt, keinen Ausfall zu verzeichnen hat und im limitierten Digipack noch einen Bonustrack und eine DVD mit dem letztjährigen Summer Breeze-Auftritt beiliegt, sehe ich überhaupt keinen Grund warum ein qualitätsbewusster Metaller die Scheibe nicht kaufen sollte.

Spielzeit: 57:58 Min.

Line-Up:
Andy B. Franck (voc.)

Torsten „Todde“ Ihlenfeld (guit.)

Milan „Mille“ Loncaric (guit.)

Andreas Mailänder (bass)

Dieter Bernert (drums)

Label: Metal Blade

Homepage: http://www.truemetal.org/brainstorm

Tracklist:
1. Highs Without Lows

2. Doorway To Survive

3. The Leading

4. Nunca Nos Rednimos

5. Fading

6. Trinity Of Lust – Shiva´s Tears

7. Trinity Of Lust – Fornever

8. Trinity Of Lust – Soul Temptation

9. Dying Outside

10. To The Head

11. Rising