BEEHOOVER: The Sun behind the Dustbin

BEEHOOVER: The Sun behind the Dustbin

BEEHOOVER sind nach ihrer letzten Demo-EP, ihrem grandiosen Auftritt beim letztjährigen DOOM SHALL RISE-Festival und nicht zuletzt durch den Vertrag bei Exile on Mainstream Records recht schnell in der Doom-Kiste gelandet. Doch selbst wenn man diese Wurzeln erkennbar sind – jegliche Kategorisierung scheint hier viel zu eng. Am besten, man löst sich bei diesem ungewöhnlichen Duo ganz schnell von irgendwelchen Blaupausen und lässt die Musik für sich sprechen.

Bass und Schlagzeug bilden das Fundament der Musik – mehr braucht es nicht. Kommen zwischendurch Violine, Gitarre oder sonstige Instrumente und Soundeinsprengsel zum Zug, so dienen diese stets der Vervollständigung des Klangbilds, es würde genauso gut auch ohne gehen. Ingmar Peterson ist kein begnadeter Sänger. Oft genug stößt er an seine stimmlichen Grenzen, was dem gesanglichen Ausdruck aber in keiner Weise schadet. Wer glaubt, dass eine derartige Konstellation in dünnem Proberaumgejamme enden muss, der hat seine Rechnung nicht mit BEEHOOVER gemacht. Es braucht schon sehr viel musikalisches Feingefühl, um mit diesen Zutaten einen raumfüllenden, intensiven und lebendigen Sound zu erschaffen. BEEHOOVER wissen wie es geht.

Dass die Musik auf A Sun behind the Dustbin nicht jedermanns Geschmack sein kann, das dürfte schnell klar sein. Wer aber die richtige Muse hat, sich auf BEEHOOVER einzulassen, der wird nach kürzester Zeit mit einem Album belohnt, das einen nicht so schnell los lässt. Womögliche Einflüsse entdeckt man zuhauf. Aktuell höre ich am stärksten PRIMUS und RUSH heraus, das kann morgen aber schon wieder anders aussehen. Das Songwriting erstreckt sich von gut bis genial. Doch selbst die schwächeren Kompositionen entfalten einen ganz besonderen Zauber, der schlicht aus diesem einmaligen Sound heraus entsteht.

Das außergewöhnliche Coverartwork, die Promofotos, Textgebilde wie im grandiosen Nice romantic Evening oder schon allein Songtitel wie Damn you, Charlie Brown, lassen zudem auf einen sehr feinen, intelligenten Humor schließen. Bei BEEHOOVER passt einfach alles auf eine faszinierende Art und Weise zusammen.

Es spricht für dieses Duo, dass man sich nicht so richtig trauen mag, die Musik näher zu beschreiben. Man ringt nach den richtigen Worten, alles scheint irgendwie richtig und doch wieder nicht. Es liegt also letztendlich an jedem einzelnen, für sich herauszufinden, ob er mit dem Sound von BEEHOOVER etwas anfangen kann. Die Band einfach zu ignorieren wäre hingegen ein Fehler.

Klasse Band, klasse Album – absolute Reinhör- und Kauf-Empfehlung.

Veröffentlichungstermin: 070122

Spielzeit: 60:00 Min.

Line-Up:
Ingmar Petersen – bass, vocals, acoustic guitar
Claus-Peter Hamisch – drums, backing vocals

Produziert von Claus-Peter Hamisch & Ingmar Petersen
Label: Exile on Mainstream

Homepage: http://www.beehoover.com

Tracklist:
1. Yellow Me
2. A Foul Smelling Wheel called Downhill
3. Paraffin Oiler
4. Nice Romantic Evening
5. Damn You, Charlie Brown
6. The Hospice Inn
7. Spinster
8. The Sun behind the Dustbin
9. Arrrgh!
10. Erebus

Fierce
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