B-TIGHT PLAYAZ: Drinne

Rüpel-Rapper auf dem Nu-Metal-Holzweg?

Was stinkt nach Alkohol, riecht nach Gras und will, Achtung, werte Damen der Schöpfung, mit den Busen Schmusen? Ja richtig, natürlich ist es B-Tight (frei übersetzt: B. Eng. = akademischer Grad im Ingenieurwesen), der sich mit seinem neuen Album DRINNE irgendwie in den Vampster-Promo-Pool verirrt hat. Die Annahme, mit prachtvollem Gangster-Deutschrap, getragen von fragwürdigen Magix-Music-Maker-Beats, beglückt zu werden, bestätigt sich natürlich, jedoch wurden die Standardbeats durch aufgeplusterte, fett produzierte Dicke-Hose-Riffs mit Dampfhammer-Drums ausgetauscht. Deswegen ist er also hier, zumindest hat der Sprössling der berühmt-berüchtigten Aggro-Berlin-Truppe musikalisch die Ufer gewechselt, no homo, versteht sich. Hierzu hat er kurzerhand auf dem NuMetal-Friedhof die EMIL BULLS ausgegraben und als Schergen rekrutiert.

Mit Drinne versucht er zunächst, die gesamte Hörerschaft auf das bevorstehende Rap-Feuerwerk einzustimmen, hierzu gehören laut seinen Angaben unter anderem die Reichen, die Armen, Punker und Hopper, und die Stripperin, die gerade frische Titten hat (!), jedoch auf keinen Fall die Polizei. Diese Plattitüden finden sich erwartungsgemäß über die ganze Platte (Fame, Blitzlicht) verteilt, inklusive dem obligatorischen Selbstbeweihräucherungswahn, der wie immer gefühlt 95 Prozent des Genres einnimmt. Auf angenehme Art und Weise bahnen sich jedoch auch ein paar reflexiv-kritische und nachdenkliche Töne durch den aufgepumpten NuMetal-Rap-Brei, siehe Schaumparty, welches ein grelles Abbild einer kokainbestäubten Glitz- und Glamournacht zeichnet, oder etwa Die Zeit heilt nichts, in dem eine zerbrochene Beziehung aufgearbeitet wird. Danach gleitet der Gute doch wieder in seichtere Fahrwasser ab und damit zurück in die Oberflächlichkeit. Bei Hawai kann man sich das Grinsen nicht verkneifen, lauscht man doch einem der berüchtigtesten Rapper der Republik dabei, welche Utensilien bei einer Grillparty am Strand auf keinen Fall fehlen dürfen. Die Untermalung mit breitbeinigen Riffs verleiht der Thematik auch nicht gerade die nötige Ernsthaftigkeit. Die Band drischt konstant kompromisslos und zielsicher auf ihre Instrumente ein, der Sound erinnert an frühe Werke von 4LYN und LIMP BIZKIT.

Alles in Allem wird hier eine super Klangkulisse für alle Großraumdiskotheken und Feierwütigen geliefert, denen der Sinn nach Party wie auf Pille (O-Ton B-Tight) steht. Darüber hinaus können sich hier alle Küchenpsychologen daran die Haare zerraufen, welcher Prozentanteil der Lyrics wirklich ernst gemeint ist oder nur der Provokation dient. Aber wer hört angesichts der bereits bestehenden Fülle von Raplyrics an der Grenze des guten Geschmacks da noch genau hin? Egal, hier geht es nicht um Nachdenken, hier kommt B-Tight in Rocker-Lederkluft und wenn er kommt, dann kommt er auf… ach, das wollt ihr nicht wirklich wissen.

Veröffentlichungstermin: 28.09.2012

Spielzeit: 62:41 Min.

Line-Up:
B-Tight – Vocals
Christoph v. Freydorf – Vocals
Deine Lieblingsrocker – Vocals
Shizoe- Vocals

Produziert von B-TIGHT Playaz
Label: Raid Records

Homepage: http://www.b-tight.de
Mehr im Netz: http://www.facebook.com/btightmusik

Tracklist:
1. Drinne
2. Wenn ich komme
3. Mary Jane
4. Tittenmaus
5. Fame
6. Die Zeit heilt nichts
7. Sie verführt mich
8. Schaumparty
9. Hawai
10. Blitzlicht
11. Albtraum
12. Fesseln
13. Biest