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APOCALYPTICA: Cult

APOCALYPTICA: Cult

Cult nennt sich das neue Album von APOCALYPTICA und dieser Titel steht zurecht auf dieser CD.

Mir ist schon klar, dass wohl eine ganze Reihe an Rezensenten das Review zu dieser CD in ähnlicher Form beginnen werden, aber es trifft halt einfach den Kern der Sache. Und das sage ich, obwohl ich den Ausdruck Kult eigentlich überhaupt nicht mag. Kult ist dieses Album in mehrerer Hinsicht. APOCALYPTICA sind kult, denn wie anders könnte man die Idee bezeichnen, Metal Songs mit vier Celli zu spielen (und das schöne daran: bei dieser Band muss man keine Befürchtungen haben, dass sie eine Heerschar an furchtbaren Nachahmern mit sich bringt, denn hier wird es wohl hauptsächlich an einer gekonnten Umsetzung scheitern). Cult ist kult, denn nachdem die Band auf den beiden Vorgängeralben in erster Linie Songs gecovert haben, gibt es hiermit nun ein komplett selbstkomponiertes Werk, dem lediglich drei Coversongs als Bonustracks hinzugefügt wurden. Und nicht zuletzt sind die Songs auf diesem Album kult, denn diese sind absolut Metal. Oder um es mit einer kleinen Abwandlung des Titels des ersten APOCALYPTICA-Albums auszudrücken: APOCALYPTICA plays Metal by four Cellos!

Der ein oder andere wird sich nun sicher wehren und sagen: hey, das Album als Metal-Album zu bezeichnen wird dem ganzen ja wohl kaum gerecht! Sicher, auch klassische Komponisten hatten ihren Einfluss auf die Kompositionen von Eicca Topinnen. Am Augenscheinlichsten ist jedoch ganz sicher der von James Hetfield, beziehungsweise METALLICA. Dieser ist an allen Ecken und Enden des Albums zu spüren: beim Riffing, bei den Harmonien, bei den Leadstimmen… Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen. APOCALYPTICA verarbeiten nicht nur den Einfluss von METALLICA in ihrer Musik, METALLICA könnten froh sein, wenn sie noch solche Songs schreiben könnten, wie es APOCALYPTICA tun. Wenn euch irgendwann einmal jemand fragt, hey, was soll denn der große Unterschied zwischen den neuen und den alten METALLICA sein, dann spielt demjenigen Cult vor und die Frage dürfte beantwortet sein.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Was den Sound betrifft, so ist als erstes auffällig, dass die Band zum ersten mal auch andere Instrumente verwandt hat, als nur die vier Celli. In erster Linie sind das Percussion-Instrumente, die jedoch hervorragend zur Musik von APOCALYPTICA passen. Besonders bei Songs wie Hope verleihen diese Instrumente dem Song den ganz besonderen Bombast, der auch beim Opener und Übersong Path eine große Rolle spielt. Aber auch der Einsatz von Sequenzern wurde so dezent umgesetzt, dass es die Musik von Cult nicht zerstört. Aber nicht zuletzt der ungewöhnliche Umgang mit den Celli selbst und die enorme Experimentierfreude der Bandmitglieder sorgen für ein außergewöhnliches Klangerlebnis. Besonders deutlich wird dies, wenn man schon fast glaubt, es gar nicht mehr mit einem Cello als Instrument zu tun zu haben. Nur ab und an muss ich zugeben, dass mir das chaotische Gequietsche, das besonders im Mittelteil des Albums verstärkt zum Einsatz kommt, ein wenig zu viel wird.

Ruhige, getragene Songs wechseln sich mit schnellen Riffgewittern ab, die jedoch alle eine sehr dunkle und tiefe Atmosphäre verbindet. Romance zum Beispiel ist ein ruhiger, gleichzeitig aber schwerer und trauriger Song, der von der Melodieführung an The Unforgiven erinnert. Oder Coma, das mit lediglich einem Take in der Hollola Kirche live aufgenommen wurde und einen emotional fast schon erdrückt.

Und zum Ende meines Reviews möchte ich die drei Coverversionen von Cult natürlich nicht unerwähnt lassen. Das wäre zum einen mal eine außergewöhnliche Fassung von Edward Griegs In the Hall of the Mountain King, das sicher auch bei Klassik-Fans für reges Interesse sorgen dürfte. Aus METALLICA´s Until it Sleeps haben APOCALPYTICA sicher das Maximum herausgeholt und mit Fight Fire with Fire fährt die Band wie gewohnt das volle Brett auf. Geil!

An APOCALYPTICA kommt man spätestens mit Cult nicht mehr vorbei. Ich hoffe nur, dass die angekündigte zukünftige Zusammenarbeit mit Joachim Witt und der Einbindung von Gast-Sängern keine zu zerstörerische Wirkung auf die Musik dieser Band hat.

Fierce

Veröffentlichungstermin: 02.10.00

Spielzeit: 52:50 Min.

Line-Up:
Paavo Lötjönen – Cello

Perttu Kivilaakso – Cello

Eicca Toppinen – Cello

Max Lilja – Cello

Produziert von Hili Hilesmaa
Label: Mercury Records

Hompage: http://www.apocalyptica.com

Tracklist:
1. Path

2. Struggle

3. Romance

4. Pray!

5. In Memoriam

6. Hypervetilation

7. Beyond Time

8. Hope

9. Kaamos

10. Coma

11. Hall of the Mountain King

12. Until it Sleeps

13. Fight Fire with Fire