AMBER ASYLUM: The Supernatural Parlour Collection

AMBER ASYLUM: The Supernatural Parlour Collection

Supernatural. Übernatürlich. Nicht von dieser Welt? Womöglich. Zumindest aber eine Gratwanderung zwischen Diesseits und Jenseits. AMBER ASYLUM: Musik, die dem schmalen Schattenstreifen zwischen Tag und Nacht zu entstammen scheint, zugleich beklemmend und doch – auf geheimnisvolle, unerklärliche Art und Weise – unendlich verführerisch. Ein nebelverhangenes, karges Land, dessen schemenhafte Konturen sich im Winde zu wiegen scheinen, fremd und doch eigenartig vertraut. Sanfte Stimmen steigen aus dem Dunst empor, warme Ströme im eisigen Hauch der Molltöne, der sich bedächtig und immer wieder reglos verharrend über den Hörer legt. Zum Greifen nah und doch entrückt, als seien sie nur einen Schritt entfernt und weilten doch in der unendlichen Ferne einer fremden Dimension. Warten auf die Transzendenz…

Ein intensives Hörerlebnis, wie geschaffen für die kalte Jahreszeit mit ihren kahlen Baumwipfeln und dem grauen Schleier, der so viele Menschen in Depressionen stürzt. Doch auch ein forderndes Werk. Es fordert den Mut des Hörers, sich den Tiefen seines Unterbewußtseins zu stellen, seinen Schatten zu schauen und ihm die Hand zu reichen. Eine Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit. Oder der Unsterblichkeit? Der Schritt bleibt der gleiche: Hin zur Schwelle in die andere Welt. Davor liegt das Land der Schatten. Und fordert Demut und Hingabe: Der Styx trägt nur den, der sich tragen läßt. Alle anderen werden einsinken in die eisige Flut und sich in verzweifelter Eile, hustend und keuchend ans Ufer klammern, um so rasch als möglich wieder an die Oberwelt zurückzukehren.

Auch denen, deren einziger Gott der Metal ist, wird The Supernatural Parlour Collection wenig vermitteln können. Die eindringliche kammermusikalische Inszenierung mittels weiblicher Stimmen und akustischer Instrumente, allen voran Cello und Violine, läßt keinen Raum für krachende Riffs und jaulende Soli. Selbst ´Black Sabbath´, Coverversion des Songs der schwarzen Gesellen um Tony Iommi, erfährt eine Umsetzung, deren Intensität der Essenz bedrohlicher Zurückhaltung und nicht unvermittelten Lärms entspringt (obgleich die letzten Akkorde denn doch in eruptiver Kraft hinauskatapultiert werden und – Absicht wohl – den Hörer wieder ins Diesseits zurückreißen). Nicht umsonst stand Kris Force, Initiatorin des Projektes AMBER ASYLUMS, schon in den Diensten solcher Bands wie NEUROSIS und den SWANS, Bands also, die schon lange Extreme jenseits gängiger lauter-schneller-härter-Schemata ausloten.

Melancholische Naturen, unverbesserliche schwarzromantische Seelen, Weltengänger und Freunde des Winters indes werden diese einzigartige Verschmelzung aus alter und moderner Klassik, aus New Age, Ambient und psychotischen Postrock-Balladen in ihr Herz schließen und sich hinfort tragen lassen in die musikalische Twilight Zone, werden einsinken in die außergewöhnliche Atmosphäre dieses Werkes. Und die surreale Traumwelt genießen, die sich vor ihnen auftut…

Spielzeit: 45:41 Min.

Line-Up:
Kris Force – guitars, violin, voice

Wendy Farina – drums, percussion

Cat Granz – oboe

Jackie Gratz – cello

Jayne Roderick – piano

Erica Stoltz – bass, voice

Produziert von Kris Force
Label: Release Records/Relapse

Homapage: www.amberasylum.com

Email: info@amberasylum.com

Tracklist:
Black Lodge

Black Swan

Silence Of The Setting Sun

The Shepherd Remix

Diesembodied Healer

Black Lodge Reprise

Black Sabbath