ahasver-causa-sui-album-cover

AHASVER: Causa Sui

AHASVER liefern mit “Causa Sui” keine Revolution, bleiben jedoch bis zum Ende hin auf ihr Ziel fokussiert, was das Debütalbum zu einer schlüssigen Angelegenheit macht.

Beginnen wir ausnahmsweise mal mit dem Ende: Es gibt schließlich wohl kaum einen besseren Track als das neunminütige „Kings“, um den charakteristischen Sound AHASVERs auf den Punkt zu bringen. Grob zwischen Sludge, Prog und Post Metal angesiedelt, finden wir neben Extreme Metal-Ausbrüchen hier auch Duftmarken GOJIRAs sowie MASTODONs, ja sogar ein Hauch INTRONAUT scheint sich im ruhigen Zwischenspiel des ersten Drittels bemerkbar zu machen. „Causa Sui“ ist folglich keine leichte Kost, heißt uns aber trotzdem mit offenen Armen willkommen.

Denn statt verschachtelter und verkopfter Riffkonstruktionen, setzen AHASVER stets auf ein Mindestmaß an Groove, wenn etwa der Opener „Fierce“ seine Dissonanzen mit ein paar coolen Drum-Patterns unterlegt. Die Vocals bleiben rau und mächtig, verschließen sich allerdings nicht komplett der Melodie: Irgendwo zwischen Joe Duplantier (GOJIRA) und Troy Sanders (MASTODON) bleibt immer noch ein kantiger Charme, der auch mal einen Refrain wie in „Peace“ oder „Tales“ tragen kann.

AHASVER zetteln keine Revolution an, bleiben dafür jedoch bis zum Ende hin auf ihr Ziel fokussiert

Weil das Quintett dazwischen in „Dust“, „Path“ oder „Wrath“ zwischenzeitlich das Gaspedal durchdrückt sowie in letzterem mit einer präsenten Leadgitarre den Weg weist, umschifft „Causa Sui“ in seinen 41 Minuten erfolgreich die üblichen Stolpersteine dieses Genre-Cocktails. Trotz seines homogenen Charakters wird das Debütalbum der Franzosen nicht eintönig, sondern versteckt in seiner mitunter massiven Soundwand viele kleine Details, die es zu entdecken gilt.

Dass AHASVER dabei keine Revolution anzetteln, wollen wir ihnen nicht zum Vorwurf machen, obschon dadurch keiner der acht Songs zum absoluten Augenöffner wird. Auf der anderen Seite bleiben Formation und Album bis zum Ende hin auf ihr Ziel fokussiert, was „Causa Sui“ zu einer schlüssigen Angelegenheit macht, die mit „Kings“ – wie eingangs dargelegt – letzten Endes alle vorhergehenden Trademarks noch einmal miteinander verrührt und darüber hinaus durch das mehrminütige gesprochene Outro einen stimmungsvolleren Abschluss nicht hätte wählen können.

Veröffentlichungstermin: 16.9.2022

Spielzeit: 41:36

Line-Up

Julien Deyres
Victor Minois
Niko Kvass
Théo Astorga
Mickaël André

Label: Lifeforce

Homepage: https://ahasverlfr.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/AHASVERBAND

AHASVER “Causa Sui” Tracklist

  1. Fierce
  2. Peace (Stream)
  3. “Dust” (Audio bei YouTube)
  4. Tales
  5. Wrath
  6. Path
  7. Sand
  8. Kings