Die Heldinnenreise der ANNA VON HAUSSWOLFF: „Iconoclasts“ bricht aus dem Korsett des düsteren Indie aus, um ein Epos zu weben, das diesen Titel redlich verdient hat.
Die zweite Kollaboration von BELL WITCH und AERIAL RUIN besticht durch bewegendes Songwriting und mitreißende Momente, „Stygian Bough: Volume II“ fehlt allerdings der konzeptionelle Rahmen und zeigt die drei Musiker nur selten außerhalb ihrer Komfortzone.
Heiß und knusprig: MASSGRAVs sechstes Album „Pizza Speciale“ ist weniger Powerviolence, aber mehr Punk und macht aus den Stockholmern eine Hitmaschine.
Musik für die Log Ladies dieser Welt: AILISE BLAKEs Songs mäandern auf „Soave“ in nebeligen Soundwänden durch taufeuchte Herbstwälder aus vorchristlichen Zeiten.
In „O Xardín“ liegen Trauer und Wut, aber auch zarte Hoffnung: SANGRE DE MUERDAGO bespielen viele Emotionen auf ihrem archetypisch wirkenden, siebten Album. Dabei ist der heimliche Held in diesen 10 Stücken die Klarinette.
The future from before is now! LYCHGATE sezieren frühe Dystopien und die aktuelle Welt auf ihrem vierten Album „Precipice“ mit atemberaubender Intensität.
Auf „The Nihilist“ ändert der Goth-Americana Lonesome Rider DAVID GALAS seine Ausrichtung, hin zu teilweise erstaunlich tanzbarem Post Punk und Darkwave.
Brennende Herzen im Angesicht des kanalisierten Wahnsinns. MARTRÖÐs Debütalbum „Draumsýnir Eldsins“ hält trotz abgespeckter Besetzung das, was die EP „Transmutation Of Wounds“ versprach.
Musik für Nachtwächter: NATTRADIOs zweites Album „The Longest Night“ legt sich mit eleganter, etwas aus der Zeit gefallener Melancholie über seine Zuhörer*innen.
Effektive Misanthropie: ROTTEN SOUNDs neue EP „Mass Extinction“ löscht die Menschheit in zehn Minuten aus und zeigt die Band von ihrer Schokoladenseite.
Heiß wie das Höllenfeuer? Das Duo DARVAZA atmet auf dem zweiten Album „We Are Him“ den Odem der Hölle, selbst wenn dieser keine neue schwefelige Geschmacksnuance bietet.
Der Nachfolger von „Unison Life“ mag längst fällig sein, stattdessen haben BRUTUS für ihre Fans ein weiteres Livealbum parat. Immerhin: „Live In Brussels“ ist nicht dazu da, um Zeit zu schinden.
Willkommen in der postmodernen Version der Offenbarung des Johannes: BARREN PATHs Debütalbum „Grieving“ speit Gift und Galle mittels kompromisslosem Death-Grind, der ganz am Puls der Zeit liegt.
Wenn die Himmel sich öffnen: BLUT AUS NORDs sechzehntes Album „Ethereal Horizons“ erzählt von der Gewalt der Genese, dem Ausgeliefertsein angesichts der unbeschreiblichen Größe da draußen und warum das alles letztlich egal ist.
Pure Ekstase! LAMP OF MURMUUR wissen genau, wo sie die Grenze zwischen Heldenverehrung und Kitsch einerseits und roher Gewalt andererseits ziehen müssen. Wenig verwunderlich: „The Dreaming Prince In Ecstasy“ ist über weite Strecken sensationell gut.