WARBRINGER: Woe To The Vanquished

WARBRINGER: Woe To The Vanquished

Vier Jahre nach „IV: Empires Collapse“ gibt es endlich neues Futter von WARBRINGER. Zwischendurch gab es einen Labelwechsel von Century Media zu Napalm Records und auch innerhalb der Band wurde mal wieder umbesetzt. Vom Line Up des letzten Albums sind nur noch Frontmann John Kevill und Drummer Carlos Cruz in der Band. Dafür ist Gründungsmitglied Adam Caroll wieder zurück. Außerdem neu bei WARBRINGER sind Bassist Jessie Sanchez (u.a. BONDED BY BLOOD) und Gitarrist Chase Becker.

Los geht es mit dem vorab veröffentlichen “Silhouettes”, einem brettharten Up Tempo-Thrasher, bei dem neben den messerscharfen Riffs vor allem die Rhytmus-Abteilung um Carloz Cruz und Neuzugang Jessie Sanchez ihre Visitenkarte abgibt. Der Titeltrack wechselt zwischen klassischem WARBRINGER-Thrash und Death Metal-Raserei. Schon nach diesen beiden Songs ist klar, dass WARBRINGER auch auf ihrem fünften Album nichts anbrennen lassen. Besser kann man klassischen Thrash kaum spielen. Aber das war erst der Anfang. Bei „Remain Violent“ fällt das sehr nach klassischem Metal klingende Leadgitarrenspiel auf, während das Hauptriff aus der guten alten EXODUS-Schule stammt. Ein Groove-Monster! „Shellfire“ ist nach Aussage der Band der bisher schnellste WARBRINGER-Song überhaupt. Und das Teil geht in der Tat in Höchstgeschwindigkeit ab, bevor gegen Ende erneut ein brachialer Death Metal-Part dem Ganzen die Krone aufsetzt. “Descending Blade” hält danach das hohe Tempo. Schnell, brachial, aber kein bisschen stumpf, sondern erneut Thrash with Class. Auf vielen Thrash-Alben wäre die Nummer schon ein einsames Highlight, hier aber ist “Descending Blade” “nur” ein weiterer Geniestreich unter vielen.

Das düstere “Spectral Asylum“ fällt mit verschlepptem Tempo und vertrackten Riffs aus der Reihe und gibt einen kleinen Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Es folgt mit “Divinity Of Flesh” nochmal eine High Speed-Nummer, der zwischen melodischem Death Metal a la Schweden und Thrash hin und her wechselt. John Kevill glänzt hier mit hohen Schreien, von denen Herr Araya wünschte, er würde sie heute noch so hinbekommen. Den Abschluss bildet das elfminütige „When the Guns Fell Silent”, ein düsterer und epischer Mid Tempo-Stampfer, bei dem mir eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken läuft. Ein grandios arrangierter, dramatischer Song, mit dem mich WARBRINGER richtig überrascht haben. So eine Nummer hätte ich nicht erwartet.

So endet das bisher düsterste und intensivste Album der Bandgeschichte. Und nach meiner Meinung auch das Beste. WARBRINGER haben es also erneut geschafft, sich zu steigern. Vor allem John Kevill hat seine Gesangsleistung noch mal verbessert. Sowohl das Shouting auf höchstem Aggro-Level als auch die hohen Schreie sitzen perfekt, dazu ab und zu mal ein dahin gerotztes „uh!“ Auf den ersten Alben „War Without End“ und „Waking Into Nightmares“ war Johns Gesang noch arg einseitig, das ist echt eine richtig große Entwicklung. Auch in Sachen Songwriting sind WARBRINGER in ihrer eigenen Liga unterwegs. Alle Songs sind spannend arrangiert, nie wird stumpf ein Tempo oder ein Riff bis zum Ende durch gebolzt. Das alles schaffen WARBRINGER, ohne dass die Songs dabei irgendwie überladen wirken.

Zu guter Letzt sei noch die die erneut hervorragende Produktion erwähnt. Besonders der immer präsente Bass gefällt mir sehr gut. Thrasher! Das hier ist für mich nach  KREATORs neuem Album „Gods Of Violence“  das nächste richtig, richtig fette Highlight des Jahres und wird mit absoluter Gewissheit Einzug in meine Top Ten des Jahres halten. Da können unmöglich noch zehn bessere Alben kommen, dieses Jahr. Mir persönlich gefällt “Woe To The Vanquished” sogar noch besser als das ebenfalls sehr geile „Gods Of Violence“. Kaufpflicht!

VÖ: 31.03.2017

Spielzeit: 40:59

Line Up:
John Kevill – vocals
Adam Carroll – guitar
Chase Becker – guitar
Jessie Sanchez – bass
Carlos Cruz – drums

Label: Napalm Records

Bandhomepage: www.warbringermusic.com/
Mehr im Netz: www.facebook.com/Warbringermusic

Tracklist:
01. Silhouettes   
02. Woe to the Vanquished
03. Remain Violent
04. Shellfire
05. Descending Blade
06. Spectral Asylum
07. Divinity of Flesh
08. When the Guns Fell Silent

    

Teilen macht Freude: