VENGEANCE: Soul collector

VENGEANCE: Soul collector

In Sachen Hard Rock waren VENGEANCE in 25 Jahren Bandgeschichte sicher das Aushängeschild der Niederlande. Nach einem Break, dem guten Comeback-Album Back in the ring, der Live-Scheibe Same, same… but different und zahlreichen Shows wie beim HEADBANGERS OPEN AIR durfte man auf das neue Album Soul collector gespannt sein.

Dabei machen es einem die Käseköppe nicht einfach, der Opener Cross in the rain ist ein recht sperriger Stampfrocker, gepimpt mit einem heftigen Riff. Aber schon beim nächsten Song kommt die gewohnte Partystimmung auf. Dass bei einigen Songs Kollegen wie MAT SINNER (PRIMAL FEAR), Arjen Lucassen (AJREON), Angel Schleifer (BONFIRE) oder Produzent Micheal Voss (CASANOVA, MAD MAX) ihre Finger im Spiel haben, das hört man teils deutlich heraus wie beim Titelsong. Ansonsten klauen sich VENGEANCE wieder munter durch den Hard Rock der 80er und drücken dem Ganzen den Oranje-Stempel auf. Ein prima Beispiel ist So many times, bei dem man erst kurz an EXTREME denkt, dann an CINDERELLA, an Haarspraybands wie WINGER oder BEAU NASTY und irgendwann bei AEROSMITH und GUNS N ROSES landet. Oder man klaut bei sich selbst, Samurai dürfte die Anhänger der Arabia-Tage ansprechen. Ganz geschickt geht man bei den beiden Balladen vor, What the hell klingt nach Crazy oder Cryin´ von AEROSMITH, setzt dabei auch den Wunsch frei, eben solch einen Song mal wieder von DEF LEPPARD zu hören. Für eine unvermeidbare Singleauskopplung und reichlich Radiopräsenz ist also gesorgt. Mit I never felt that way before hingegen will man die DIETER BOHLEN-Fans erreichen, anders kann man sich das sonderbare Na na na-Genöhle kaum erklären.
Größtenteils wird aber munter gerockt, AC/DC schauen auch mal kurz vorbei, und die Handschrift der beteiligten Songwriter verleiht Soul collector stellenweise einen recht deutschen Hard Rock-Touch. Das Gesamtpaket bleibt aber weiterhin eindeutig VENGEANCE, auch natürlich durch die unverkennbare Stimme von Spaßvogel Leon Goewie. Auch dessen Texte sind wieder durchaus spaßig, zum Beispiel bei Myspace freak. In Zeiten, wo Musiker mehr Zeit beim Freunde suchen verbringen als an den eigenen Instrumenten, ein absolut gelungener Song.

Wer VENGEANCE eh mag, der kann bedenkenlos zugreifen. Auch Freunde typisch deutschen Hard Rocks und 80er Haarspray-Poser-Mucke dürften Gefallen finden an Soul collector.

Veröffentlichungstermin: 23.01.2008

Spielzeit: 45:47 Min.

Line-Up:
Leon Goewie: Vocals
Jan Somers: Guitars
Timo Somers: Guitars
Barend Courbois: Bass
Erik Stout: Drums

Produziert von Michael Voss
Label: Metal Heaven

Homepage: http://www.vengeanceonline.nl

MySpace: http://www.myspace.com/vengeancebackinthering

Tracklist:
1. Cross in the rain
2. Wait until the sun goes down
3. Soul collector
4. Samurai
5. What the hell
6. Myspace freak
7. I never felt that way before
8. Dance
9. Rock and roll band
10. So many times
11. Lean on me

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Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!