KING´S X: Live All Over The Place

KING´S X: Live All Over The Place

Nach zehn Studioalben macht ein Livealbum durchaus Sinn. Und Doug Pinnick (Bass, Gesang), Ty Tabor (Gitarre, Gesang) und Jerry Gaskill(Drums, Gesang) lassen alle ihre Zweit-, Dritt- oder meinetwegen auch Viertbands völlig außer Acht und präsentieren auf dieser Doppel-CD das vermeintlich Beste aus acht Studioalben (acht deshalb, weil Tracks vom 92er “King´s X“- bzw. vom 2000er “Please Come Home…Mr.Bulbous”-Album bei der Songauswahl keine Berücksichtigung fanden.

Ansonsten wurde jedes Album mehr (von z.B. “Gretchen Goes To Nebraska” aus dem Jahre 1989 gibt es neben ”Over My Head” in der elektrischen und akustischen Fassung, ”The Difference”, ”Everybody Knows A Little Bit Of Something” und ”Summerland” zu hören. Von meinem Lieblingsalbum – „Ear Candy“ aus dem Jahre 1996 – gibt´s zwar leider nicht „Looking For Love“, dafür aber mit ”Mississippi Moon”, ”(Thinking and wondering) What I´m Gonna Do” und ”A Box” immerhin drei Songs) oder weniger (mit „Believe“ gibt’s nur einen Song vom 2001er “Manic Moonlight”-Album und selbst das vielbejubelte Debüt “Out Of The Silent Planet” aus dem Jahre 1988 wurde mit ”Goldilox” und ”Visions“ nur eher sporadisch gewürdigt).

Mit drei bzw. vier Songs sind auch “Faith Love Hope“ (1990 – ”We Were Born To Be Loved”, ”Moan Jam”, ”Talk To You”), “Dogman“ (1994 –”Dogman”, ”Manic Depression” mit PEARL JAMs Jeff Ament als Gast-Bassist, ”Complain”, ”Cigarettes”), “Tape Head” (1998 – ”Groove Machine”, ”Little Bit Of Soul”, “Mr. Evil”) und “Black Like Sunday” (2003 – ”Black Like Sunday”, ”Johnny”, ”Finished”, ”Screamer”) ausreichend vertreten, so dass die musikalische Entwicklung des texanischen Trios recht gut nachzuvollziehen ist.
Mitgeschnitten wurden die wie immer groovigen und THE BEATLES-lastigen 25 Songs in den “unterschiedlichen Perioden der vergangenen fünfzehn Jahre, bis hin zu Sequenzen der letztjährigen King´s X-Tournee, bei der auch ein Akustikset aufgezeichnet wurde“. Dieses besteht hier aus sieben Songs (u.a. “The Difference”, ”Mr. Evil”, “Mississippi Moon” und “A Box”) und die Band beweist, dass sie nicht nur „Massive Grooves“ scheinbar locker aus dem Ärmel zu schütteln in der Lage ist, sondern dass sie auch etwas spartanischer instrumentiert überzeugen kann – und dass ein guter Song ein guter Song bleibt – egal, wie man ihn instrumentiert – wenn die Musiker gut sind, ist das überhaupt kein Problem.

Unterm Strich also ein wirklich gutes „Best of“-Album im Liveformat, das wenig Wünsche offen lässt, herrlich authentisch und echt klingt, aber leider auch einige Songs vermissen lässt. Das spricht aber eher für die Band und ihren hochwertigen Backprogramm als gegen sie.

Veröffentlichungstermin: 01.11.2004

Spielzeit: 132:48 Min.

Line-Up:
Doug Pinnick : Bass/Vocals

Ty Tabor : Guitars/Backing vocals

Jerry Gaskill : Drums/Backing vocals

Label: Inside Out Music / SPV

Homepage: http://www.kingsxonline.com

Tracklist:
Disc A

(electric)

1. Groove Machine 4.10

2. Dogman 4.19

3. Believe 6.40

4. Little Bit Of Soul 4.48

5. Complain 3.16

6. Over My Head 8.16

7. Manic Depression 5.38

8. Black Like Sunday 3.40

9. Finished 4.01

10. Screamer 4.30

11. Johnny 8.21

Disc B

(acoustic)

1. The Difference 3.51

2. (Thinking and wondering) What I´m Gonna Do 4.06

3. Mr. Evil 4.10

4. Mississippi Moon 3.44

5. Goldilox 5.02

6. Everybody Knows A Little Bit 4.15

7. A Box 4.06

(electric)

8. Talk To You 4.50

9. Visions 6.03

10. Cigarettes 8.28

11. Summerland 3.47

12. We Were Born To Be Loved 5.49

13. Moan Jam 11.18

(acoustic bonus track)

14. Over My Head 5.25