IN FLAMES: Clayman

IN FLAMES: Clayman

Ich kann Euch gar nicht sagen wie ich dem neuen Longplayer der schwedischen IN FLAMES entgegengefiebert habe. Und ich sage Euch, die Kings des Melodic Death Metal sind mit 11 Paukenschlägen zurück. Und wie!!!Keine Spur eines Einschlag von extrem softer Mucke. Nein! IN FLAMES sind lediglich noch abwechslungsreicher geworden.

„Clayman“ bietet fast alles was das Metal-Herz begehrt. Nach wie vor sind IN FLAMES im melodischen Death Metal verwurzelt und die Death Metal-Vocals haben sie zum Glück auch nicht, wie viele andere Kollegen dieses Genres, ad acta gelegt. Ausgefeilte Melodien, aggressives Riffing und Death Metal-Vox waren seit jeher die Trademark des schwedischen Quintetts. An dieser Trademark halten sie auch fest und variieren zudem noch auf „Clayman“ mit Sprechgesang (aber nun nicht an Rap denken, gelle?), cleanen Vocals (welche zum Teil sehr melancholisch ausgelegt sind), einigen akkustischen Zwischenparts und … Achtung!… Keyboards (jedoch stets dezent und gekonnt eingesetzt). Herausgekommen ist ein wahres Meisterwerk des melodischen Death Metals.

Los geht es mit „Bullet ride“ und „Pinball map“ (mein Favorit des Albums), bei denen ordentlich nach vorne losgerotzt wird und laut Info die beiden aggressivsten Songs ihrer Karriere darstellen. Danach hält man sich mit „Only for the weak“ hauptsächlich im Midtempo-Bereich auf. Mit einprägsamen Refrain grooven sich die Schweden genial durch den Song. „…as the future repeats today“ ist ein weiteres Highlight auf „Clayman“, geprägt durch äußerst fiese Vocals von Anders Friden und Daniel Svennsons abwechslungsreiches Drumming – und an dieser Stelle möchte ich gleich noch anmerken, dass es IN FLAMES erstmals in ihrer Karriere geschafft haben diese Scheibe mit der selben Besetzung wie das Vorgängeralbum „Colony“ einzuspielen.

„Square nothing“ beginnt mit einem Akkustikpart und melancholischem Gesang, welches sich mit zunehmender Spieldauer in ein cooles Uptempostück entwickelt. Weiter geht es mit dem Titelsong „Clayman“ und hier wird das Gaspedal wieder etwas mehr durchgedrückt, gespickt mit Midtempoeinlagen. „Sattelites and Astronauts“ ist dann wieder im ruhigeren Bereich angesiedelt und mit einigen akkustischen und gesprochenen Parts versehen. Ein weiterer abwechslungsreicher Uptempo-Kracher ist „Brush the dust away“.

Die drei letzten Songs „Swim“, „Suburban me“ und „Another day in quicksand“ reihen sich nahtlos in die anderen Songs ein. Überzeugt Euch einfach selbst von der Klasse IN FLAMES beim Plattenhändler Eures Vertrauens.

Anhänger melodischen Death Metals können hier bedenkenlos zugreifen. IN FLAMES haben erneut ein qualitativ hochwertiges Produkt abgeliefert. Genau die richtige Mixtur aus Aggressivität, Melodie, Melancholie, purer Schweden-Power und einer sehr druckvollen Produktion.

Wobei ich anmerken muss, dass mir persönlich der Vorgänger „Colony“ ein klein wenig besser gefiel, da die Schweden nicht zu sehr mit akkustischen Parts bzw. Sprech-/ Cleangesang experimentierten und dadurch noch eine Ecke brutaler wirkten. Aber nichtsdestotrotz ist „Clayman“ ein geniales Stück Silber geworden und ich hoffe nur, dass sie dann auf dem nächsten Longplayer nicht wirklich softer werden, wie schon zu viele Bands dieser Musiksparte.

Spielzeit: 43:44 Min.

Line-Up:
Anders Friden- vocals

Jesper Strömblad- guitar

Björn Gelotte- guitar

Peter Iwers- bass

Daniel Svensson- drums

Label: Nuclear Blast

Homapage: http://www.inflames.com

Tracklist:
Bullet ride

Pinball map

Only for the weak

…as the future repeats today

Square nothing

Clay man

Sattelites and Astronauts

Brush the dust away

Swim

Suburban me

Another day in quicksand

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