IAN GILLAN: Live in Anaheim

IAN GILLAN: Live in Anaheim

Keine Frage – wenn in 30 Jahren jemand über die wilde Rockmusik von damals redet, als die Oldies noch purer Gitarrenkrach waren, dann wird man auch immer über einen Sänger reden: IAN GILLAN. Der Mann hat nun mal mit seiner unvergleichbaren Stimme Rockgeschichte geschrieben und diese Musik maßgeblich mitgeprägt. Ohne seine Hauptband DEEP PURPLE wäre unsere Musik heute sicher nicht so, wie sie ist. Aber auch seine eigenen Aktivitäten unter dem Banner GILLAN und IAN GILLAN BAND, seine starken Vocals auf BLACK SABBATHs Born again, sein Gesang zur 70er Rockoper Jesus Christ Superstar als Jesus himself und allerlei Nebenprojekten manifestieren IAN GILLAN als Großmeister unter den Rocksängern.

Angelehnt an sein 2006er Album Gillan´s Inn, auf dem er persönliche Favoriten aus seiner Karriere mit Freunden wie Steve Morse (STEVE MORSE BAND, DEEP PURPLE, KANSAS), JOE SATRIANI, TONY IOMMI (HEAVEN AND HELL) und den DEEP PURPLE-Kollegen Jon Lord (WHITESNAKE, THE HOOCHIE COOCHIE MEN, WHITESNAKE), Roger Glover (RAINBOW, IAN GILLAN BAND) und Ian Paice (WHITESNAKE) neu einspielte, zog GILLAN mit neuer Band auf Tour, um Gillan´s Inn auch auf die Bühne zu bringen. Die Show im kalifornischen Anaheim wurde für ein Live-Doppel-Album mitgeschnitten. Dass er gerade selbst eine Tour mit DEEP PURPLE hinter sich hatte, das hört man Mr. Gillan nicht an. Dass dieser Mann reife 63 ist, das mag man kaum glauben. Absolut frisch und bei bester Stimme (das war ja nicht immer so) führt er charmant und locker durch die Show. Publikum, Band und natürlich IAN GILLAN selbst hört man jederzeit an, wie viel Spaß man hat und was für ein gelungener Abend gemeinsam verbracht wurde.

Natürlich gibt es reichlich Songs von DEEP PURPLE, Klassiker wie Into the fire, Wasted sunsets und Knocking at your back door kommen knackig und man packt die Luftgitarre aus. Beim immer noch fantastischen When a blind man cries hebt man auch zuhause das Feuerzeug in die Luft, was für eine intensive Ballade. Dass später nach einem Drumsolo der unvermeidbare Song kommt, den man nicht mehr hören kann, bei dessen erstem Riff aber unverändert Glückseeligkeit aufkommt, ist klar. Ohne Smoke on the water ließe niemand GILLAN von der Bühne.
Dazu gibt es eine bunte Reise durch seine Solo-Alben, die von fröhlichen Boogie-Schunklern wie Moonshine und Trouble über relaxte bis harte Rocksongs bis zu wilden Hard Rockern wie Unchain your brain reicht. Schön auch, dass man mal Songs auspackt, die nicht auf den vielen älteren Best of- oder Live-Scheiben zu finden sind. Das locker-fröhliche No worries macht gar Lust auf Sommer, Sonne und Strandparty. Dazu eine lange Jam, in der sich die Musiker austoben können, an der Backing-Band gibt es nichts zu nörgeln. Schön auch, dass hier und da mal ein schiefer Ton stehen bleibt, das ist live.

Würde IAN GILLAN morgen in Rente gehen, was wir natürlich nicht wollen, dann hätte er sich mit Live in Anaheim ein tolles Denkmal gesetzt. Warum er einer der letzten Rockstars ist, das wird hier deutlich. Egal, wie viel Scheiben man als GILLAN– und/oder DEEP PURPLE-Fan im Schrank hat, dieses Doppelalbum gehört in die Sammlung.

Veröffentlichungstermin: 29.02.2008

Spielzeit: 48:33/53:53 Min.

Line-Up:
Ian Gillan – Vocals
Michael Lee Jackson – Guitar
Dean Howard – Guitar
Rodney Appleby – Bass
Joe Mennonna – Keyboards, Saxophone
Randy Cooke – Drums

Produziert von Nick Blagona
Label: Edel Records

Homepage: http://www.gillan.com

Tracklist:
CD 1:
1. Second sight (Intro)
2. No laughing in heaven
3. Into the fire
4. Hang me out to dry
5. Have love I´ll travel
6. Wasted sunset
7. Not responsible
8. No worries
9. River of chocolate (Band Jam)
10. Unchain your brain

CD 2:
1. Bluesy blue sea
2. Moonshine
3. Texas state of mind
4. Sugar plum
5. When a blind man cries
6. Men of war
7. Drum solo
8. Smoke on the water
9. Trouble
10. Knocking at your back door

Frank Hellweg
Lebensmotto "stay slow", Doomer halt.... Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!