APPICE: Sinister

APPICE: Sinister

Drummer im Rock-Zirkus. Gern mal übersehen hinter den ach so tollen Sängern und schillernden Gitarristen. Redet man aber doch mal über diese seltsame Spezies, dann landet man schnell bei den APPICE-Brüdern. Carmine und Vinny sind gefühlt schon immer dabei, der Weg in den Plattenkeller führt immer auch an ihnen vorbei. Vinny, kürzlich zarte 60 geworden, hat sich schlichtweg den persönlichen Stempel „Lieblingsbands“ aufgedrückt. Er hat sich hauptsächlich einen Namen gemacht als Drummer bei DIO, BLACK SABBATH und HEAVEN AND HELL. Sein großer Bruder Carmine ist schon so alt, der hat schon Rockgeschichte geschrieben als es noch keinen Metal gab. Vor 50 Jahren bereits mit VANILLA FUDGE, mit Bands wie CACTUS, Projekten wie die mit PAT TRAVERS oder der Allstar-Band RATED X. Von seinen Jobs bei OZZY, TED NUGENT, BLUE MURDER und vielen mehr braucht man wohl nicht mehr reden. Nun aber haben es die beiden tatsächlich geschafft, einfach mal zusammen ein Album zu machen unter dem schlichten Namen APPICE und mit Hilfe einiger namhaften Kollegen. Bisher gab es als Vorgeschmack nur das Livealbum „Drum Wars“ von 2014.

Die APPICE-Brüder präsentieren ihr erstes gemeinsames Studioalbum

Mit dem Titeltrack fegen die Brüder gleich mal den Gedanken an gemütlich rockende ältere Herren beiseite, es kracht und kratzt ordentlich. Jim Crean´s knarzige Stimme passt gut dazu. Bei „Monsters And Heroes“ ist sofort die Faust oben, treibend, laut, catchy mit der starken Stimme von PAUL SHORTINO (ROUGH CUTT). Perfekt für das Autoradio! Immer wird darauf geachtet, die passende Stimme zum Song zu haben. So sitzt jeder Ton von Chas West (LYNCH MOB, BONHAM, TRIBE OF GYPSIES, THRUST) bei „Killing Floor“ mit reichlich DIO in Sound und Stimme und passend Gregg Goldie an Gitarre und Bass. Auch bei „Danger“ verbeugen sie sich deutlich vor DIO.

Das bluesige „Suddenly“ kommt teils mit einem tollen Touch WHITESNAKE zu John Sykes-Zeiten, mit starken Gitarren und einem tollen PAUL SHORTINO. Einzig den Refrain hätte man zum Ende hin nicht so auslutschen sollen. Dazu klassischer Melodic Rock wie bei „In The Night“, das eher unspannend aus den Boxen kommt. Das hat so oder ähnlich in den 80ern jede Jugendhausband gespielt, perfekt ist nicht alles. Das übersieht man schnell bei klasse Songs wie dem düsteren „Future Past“, ein wenig HEAVEN AND HELL trifft epischen MALMSTEEN. Natürlich verführt „Riot“ mit einem souveränen Robin McAuley (GRAND PRIX, MCAULEY SCHENKER GROUP, SURVIVOR) am Mikro dazu, mal wieder die Scheiben von BLUE MURDER aufzulegen. Sowas wie „Drum Wars“ ist eher Spinnerei, aber wenn das wer machen kann, dann die beiden. Bei „You Got Me Running“ greift Carmine auch mal selbst zum Mikro. Das abschließende BLACK SABBATH-Medley ist nett, aber viel mehr auch nicht.

Nicht alles ist perfekt, aber es gibt richtig starke Songs

Es gibt richtig tolle Songs, einige winkt man so durch. Was die Songs gemeinsam haben: sie leben und klingen nach Spaß, den die Herren bei den Aufnahmen hörbar hatten. Manches klingt weitaus mehr nach einer jungen, noch suchenden Band als nach alten Profis, die unausgelastet einfach mal ins Homestudio gehen. Und trotzdem ist die Reife der beteiligten Musiker immer präsent. Nichts klingt zu perfekt oder gar Kopflastig, der Sound rockt. Und spätestens wenn „Monsters And Heroes“ oder „Killing Floor“ wieder ertönt macht das Album richtig Spaß. Spannend natürlich, dem klar getrennten Drumming zuzuhören, wenn beide spielen, aber auch die beteiligten Musiker und Sänger machen einen starken Job.

Alle machen einen starken Job auf „Sinister“

Wer mit dem musikalischen Schaffen der APPICE-Brüder Vinny und Carmine vertraut ist, der weiß eigentlich, was ihn erwartet. Und auch genau das erfüllt „Sinister“, gemeinsam mit starken Gästen haben die Herren ein buntes und kurzweiliges Album geschaffen. Wer mag kann sich noch ein kleines Wendeposter aufhängen mit den APPICE-Brüdern.

APPICE: Video zu „Masters And Heroes“ bei youtube

Veröffentlichungsdatum: 27.10.2017

Spielzeit: 65:12

Line up und Gäste:
Carmine Appice – Drums, Vocals
Vinny Appice – Drums

Jim Crean – Vocals
Paul Shortino – Vocals (ROUGH CUTT, QUIET RIOT)
Robin McAuley – Vocals (MSG)
Chas West – Vocals (LYNCH MOB)
Scotty Bruce – Vocals
Craig Goldy – Guitar, Bass (DIO, GIUFFRIA)
Bumblefoot – Guitar (GUNS N‘ ROSES)
Joel Hoekstra – Guitar) (WHITESNAKE)
Mike Sweda – Guitar (BULLETBOYS)
Erik Turner – Guitar (WARRANT)
David Michael Phillips – Guitar (KING KOBRA)
Tony Franklin – Bass (BLUE MURDER, THE FIRM)
Phil Soussan – Bass (OZZY OSBOURNE)
Johnny Rod – Bass (KING KOBRA, W.A.S.P.)
Jorgen Carlson – Bass (GOV’T MULE)
Erik Norlander – Keyboards (LANA LANE)

 

Label: Steamhammer / SPV

Website: http://www.vinnyappice.com

Mehr im Netz: http://www.carmineappice.net

Die Tracklist von „Sinister“:

1. Sinister
2. Monsters And Heroes (Lyrics-Video)
3. Killing Floor
4. Danger
5. Drum Wars
6. Riot
7. Suddenly
8. In The Night
9. Future Past
10. You Got Me Running
11. Bros In Drums
12. War Cry
13. Sabbath Mash

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Frank Hellweg

Lebensmotto „stay slow“, Doomer halt….
Love & Peace geht auch immer, nur ohne Musik geht nichts!