SUMMER BREEZE 2004: Der Festivalbericht

SUMMER BREEZE 2004: Der Festivalbericht

Das Festival

Donnerstag, 19. August 2004

Saltatio Mortis | Hypocrisy | Lake of Tears | Sentenced | Goddess of Desire


Freitag, 20. August 2004

Beseech | Evergrey | Green Carnation | Leaves´ Eyes | Xandria | Vintersorg | Sodom | Six Feet Under | Katatonia

Samstag, 21. August 2004

Paragon | Equilibrium | Dead Soul Tribe | Hatesphere | Mnemic | Honigdieb | Disillusion | Cataract | Schandmaul | Ensiferum | Brainstorm | Psychopunch | U.D.O. | Primordial | Danzig | Finntroll

Das Festival

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„Ein Festival ist in erster Linie das, was man selbst draus macht!“ Ich glaube den Spruch sollte man sich wirklich mal ganz dicke hinter die Ohren schreiben, denn genau das ist es doch. Die allgemeinen Umstände auf wirklich jedem Festival sind doch normalerweise so, dass sie einem im alltäglichen Leben als untragbar erscheinen würden. Wer würde zu Hause oder in öffentlichen Einrichtungen eine Toilettensituation wie auf einem Festival akzeptieren? Wer wäre dazu bereit, sich in heimatlichen Gefilden ein Wochenende lang in eine Gaststätte zu setzen und die für meinen Begriff überzogenen Essens- und Getränkepreise (das „Essen gehen“ in einem Restaurant werte zumindest ich noch als einen Luxus, den man sich von Zeit zu Zeit mal gönnt) für die komplette Tagesverpflegung zu bezahlen? Wer würde auf einem gewöhnlichen Campingplatz sein Zelt genau neben den Nachbarn aufstellen, die den meisten Krach machen und eine kleine Müllhalde um sich herum errichten?

Summer Breeze 2004 - Impressionen vom Festivalgelände
Kurze sonnige Momente mussten genutzt werden

Es ist doch klar, dass man bei einem Festival sehr viele Abstriche machen muss und wer dazu nicht bereit ist, der sollte das Ereignis „Metalfestival“ vielleicht besser meiden. Auf jeden Fall ist man immer zu einem großen Teil selbst dafür verantwortlich, ob ein Festival ein Flop oder das ganz große Ding wird. Neuer Ansatzpunkt also: es gibt einen gewissen Schwellwert, ab dem sich der viele Entbehrungen in Kauf nehmende Festivalbesucher sagen darf: „wenn ich nicht eh schon eine richtig positive Grundhaltung eingenommen hätte, wäre dieses Festival der ganz große Reinfall gewesen.“ Und um diesen Schwellwert zu senken, dazu können die Veranstalter eines Festivals auf jeden Fall einiges beitragen und Rahmenbedingungen schaffen, die es dem Festivalbesucher leichter machen.

Eines können sie aber nicht beeinflussen: das Wetter. Und endlich sind wir mittendrin in unserem diesjährigen SUMMER BREEZE Festivalbericht und können sagen: es war beschissen. Es hätte natürlich noch schlimmer kommen und die kurzen trockenen Phasen hätten auch ganz ausbleiben können. Dennoch: es war schon sehr heftig und die gesamten drei Tage über durfte man sich über mächtig viel Wasser von oben freuen. Kaum war in einer Sonnenscheinphase der Asphalt vor der Hauptbühne trocken, damit man auch mal wieder etwas die Beine entlasten konnte, kam er auch schon wieder, der strömende Regen, der auf dem Summer Breeze so ziemlich jede Form annahm, die man irgendwann im Erdkundeunterricht mal durchgesprochen hatte. Das ist wirklich Pech und derartiges Wetter kann man wirklich keinem Festivalmacher wünschen. Dass die Stimmung insgesamt dennoch recht ruhig blieb (einziger aggressionsfördernder Punkt: die vielen Schirmträger, die nichts besseres zu tun hatten, als mit Teilen, unter die gut 3-4 Leute passten, voll in die mittleren Reihen zu stehen und dem Publikum im Umkreis von ca. 20 Meter hinter ihnen so richtig schön das Konzert zu vermiesen – Erzählungen zufolge sollen sich aber auch im Bereich des Campingplatz einige zwielichtige Gestalten durch unerträgliches Benehmen in ein äußerst negatives Licht gerückt haben) und nicht irgendwie umkippte, war da wohl in erster Linie der Tatsache zu verdanken, dass man das Versprechen aus dem letzten Jahr, weniger Leute auf das Gelände zu lassen, Rechnung trug und man ordentlich reagierte. Die Matschfalle im Bereich der Händlermeile wurde recht schnell mit Rindenmulch eingeebnet, was man auch dankbar annahm, zumal die Durchgänge gerade in diesem Flaschenhals dieses Jahr etwas weiter gestaltet wurden.

Wer inzwischen schon ein bisschen zwischen den Zeilen gelesen hat, der wird feststellen, dass dennoch ein gewisser ungehaltener Unterton in meinen Worten mitschwingt. Warum, das hat Gründe, die den Festivalbesucher wenig interessieren werden, es waren mehr organisatorische Dinge im Hintergrund, die zu einer etwas negativen Haltung geführt haben. Dennoch denke ich, dass es etwas ist, das erwähnt werden muss, um dem Leser zu verdeutlichen, dass es einen Grund gibt, warum man nicht in großes Gejubel ausbricht. So was sind dann eben die Voraussetzungen, dass man gewisse Dinge gerne etwas negativer bewertet, als man es vielleicht sonst tun würde. Und wenn man dann nach langem Hickhack auf dem Festivalgelände ankommt und als erstes mit derbe deftigen Essens- und Getränkepreisen konfrontiert wird, dann fängt man sich mal ordentlich an am Kopf zu kratzen.

Summer Breeze 2004 - Impressionen vom Festivalgelände
Gut reagiert – Kampf gegen die Matschfalle

Es ist manchmal einfach schwierig, objektiv zu bleiben, denn wenn man die Sache näher betrachtet, hat sich beim Summer Breeze bis auf die höheren Futterpreise (auf der Negativ-Seite) und den niedrigeren Zuschauerzahlen (auf der Haben-Seite) wenig verändert. Noch immer findet der Besucher genau das vor, was er aus den Vorjahren kennt und auf was man sich hervorragend einstellen kann. Die Klosituation ist in Ordnung, genauso hat sich die Security insgesamt anständig verhalten. Dass man beim Summer Breeze aus Platzgründen nicht direkt beim Festivalgelände campen kann, das weiß man inzwischen und das ist ja auch okay.

Und die Bandauswahl? Die war wirklich hervorragend und für mich persönlich mit das interessanteste Billing des gesamten Festivalsommers. Die Veranstalter haben das Verhältnis von den üblichen Verdächtigen (U.D.O., TANKARD, SENTENCED, HYPOCRISY oder SIX FEET UNDER) zu den eher seltenen Gästen (GREEN CARNATION, GODDESS OF DESIRE, DISILLUSION oder DANZIG) sehr gut in der Waage gehalten und so wirklich für jeden ein paar Highlights präsentiert. Zudem wurde der Underground auch nicht vollkommen außer Acht gelassen und damit ist man wirklich sehr gut gefahren und hat ordentlich für Abwechslung gesorgt.

Und so haben wir beim Summer Breeze eigentlich dieses Jahr die gesamte Palette durchlebt: von Ärgernissen über Standards bis hin zu richtigen persönlichen Highlights hat man alles mitgenommen und kann sich im abschließenden Ergebnis nicht ganz so recht entscheiden, wohin die Tendenz denn nun mehr ging. Was ich mir für die Zukunft jetzt einfach wünschen würde, wäre ein gesteigerter Wille, sich von den soeben genannten Standards zu lösen. Natürlich steigen die Kosten für die Verpflegung der Besucher ordentlich, sobald man aufgrund der Größe der Veranstaltung eine Firma beauftragen muss. Aber wäre das nicht mal ein Punkt, Ehrgeiz und ein neues Konzept zu entwickeln, wie man Kosten umverteilen könnte? Keine leichte Aufgabe, aber genau das wäre das, was dem Summer Breeze in der momentanen Phase richtig gut tun würde, denn derzeit läuft alles ein bisschen zu sehr in eine Richtung, in der man sich eben doch ein Stück weit wie das vielzitierte Milchvieh vorkommt und die ursprüngliche familiäre Atmosphäre immer weiter den Umständen eines Großevents zum Opfer fällt. Ich drück jedenfalls die Daumen dafür!

Donnerstag, 19. August 2004

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Saltatio Mortis

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Saltatio Mortis live auf dem Summer Breeze 2004
Viel Show aber schwache Gesangesleistung – Saltatio Mortis

Nichts Neues bei den Spielleuten von SALTATIO MORTIS. Dies und ein Verweis auf den Bericht zu ihrem Auftritt beim Castle Rock-Festival dieses Jahr reichen eigentlich aus, um einen Eindruck von der Show der Mittelalter-Rocker zu bekommen. Wieder spielten sie ihre größten Hits aus der ganzen Schaffensperiode, darunter der Opener des aktuellen Albums, „Hör die Trommeln“, „Der Heuchler“, „Mea Culpa“ sowie einer der wenigen Nicht-Instrumental-Tracks des „Heptessenz„-Albums, „Dessous le Ponte de Nante“. Und wieder war die Gesangsleistung der große Kritikpunkt, sind deren Sänger doch mehr Entertainer denn Vokalakrobaten. Mit dünner Stimme und etwas zu vielen unsauberen oder schiefen Tönen wurden die Lieder intoniert, dass das Zuhören keine wirkliche Freude war, zumal die Band an diesem Tag soundtechnisch auch noch etwas saft- und kraftlos rüberkommt. Wieder einmal bestätigte sich der Eindruck, dass die Band dann am stärksten ist, wenn sie völlig auf Gesang verzichtet, wie etwa beim „Palästinalied“. Gerettet hat man sich mal wieder durch eine lebendige Show mit den üblichen Feuer-Spielchen, jedoch zeigte man sich selbst bei den Ansagen vorhersehbar, kamen diese einem doch als regelmäßiger Konzertbesucher sehr bekannt vor. Etwas mehr Spontaneität wäre in dieser Hinsicht sicherlich wünschenswert. Umso erstaunlicher ist es immer wieder, wie sehr die Band regelmäßig abgefeiert wird, so auch an diesem Tag wieder. Dass Metaller zu einer Coverversion von „God Gave Rock´n´Roll To You“ abgehen, ist ja noch verständlich. Wenn aber vermeintlich engstirnige Kuttenträger, wie bei „Dunkler Engel“, zu billigen Technobeats zappeln, kann irgendetwas nicht stimmen. Die Band muss etwas Magisches an sich haben, tief in ihrem Innereren, womit sie trotz unterdurchschnittlicher musikalischer Fähigkeiten Hörer sämtlicher Couleur mitzureißen in der Lage ist und sowohl auf Folk- als auch auf Metalfestivals für Begeisterung sorgt. (doomster)

Hypocrisy

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Hypocrisy (Peter Tägtgren) live auf dem Summer Breeze 2004
Schwacher Sound trübte die Freude – Hypocrisy

Die Mannen um Peter Tägtgren waren dann die erste Band, bei der die Lichtanlage stimmungsfördernd zum Einsatz kam. Passend zum Image der Band und angelehnt an der Coverartwork des aktuellen Albums spielte man vor einem riesigen Alien-Backdrop, den manch einer als billig und klischeehaft empfand. Leider war soundtechnisch nicht alles im Reinen, als die Schweden ihren melodischen Death Metal in die versammelte Menge feuerten. Zwar gingen die Gitarren nicht völlig unter, dennoch erklangen Bassdrum und Bass um einiges zu laut. Die scheinbar getriggerten Drums klangen zudem etwas zu steril. Nichtsdestotrotz machten HYPOCRISY mit einer ausgewogenen Auswahl aus neueren, mittelalten und ziemlich alten Songs keine Gefangenen. Da störte es auch gar nicht, dass sie den großen Spielraum, den ihnen die Hauptbühne bot, kaum ausnutzten und sich recht bewegungsarm zeigten. Mit dem abwechslungsreichen „Turn The Page“ mit seinem Wechsel aus schnellen und groovigen Midtempoparts mit modernem Gitarrenriffing, „Fire In The Sky“, „Inferior Devoties“ von der gleichnamigen ersten Veröffentlichung mit Tägtgren als Sänger sowie dem getragenen, atmosphärischen „The Final Chapter“ ließen die Schweden nichts anbrennen und sorgten dafür, dass bis zum Mischturm begeistert die Arme in die Luft gestreckt wurden, um die Jungs zu bejubeln und dass sich immer wieder vereinzelte Crowdsurfer auf den Weg zum Fotograben machten. Sicherlich auch ein Verdienst der technisch sehr überzeugenden Darbietung. Jeder einzelne der berüchtigten lang anhaltenden, markerschütternden Schreie Tägtgrens etwa kam perfekt rüber. Auf Dauer war das Ganze zwar ein wenig eintönig, doch lag dies unter anderem daran, dass gerade die Gitarrenmelodien, die ein wichtiges Erkennungsmerkmal der einzelnen HYPOCRISY-Kompositionen sind, nicht immer besonders gut zu hören waren. Humor bewies man dann noch, als man „God Is A Lie“ dem Labelchef und überzeugten Christen Markus Staiger widmete, ehe man die Zugaberunde einleitete, die das trotz einiger widriger Umstände sehr solide Konzert mit den obligatorischen „Fractured Millennium“ und „Roswell 47“ beendete. (doomster)

Lake of Tears

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Lake of Tears (Daneil Brennare) live auf dem Summer Breeze 2004
Live nach wie vor nicht überzeugend – Lake of Tears

Kaum jemand hätte vor ein oder zwei Jahren wohl damit gerechnet, die mittlerweile wiedervereinigten LAKE OF TEARS noch einmal bei einem Livekonzert sehen und hören zu können. Da die letzte Gastspielreise auch schon einige Jahre vor der Auflösung stattfand, war das Interesse an den Schweden entsprechend groß. So sehr die sympathischen Jungs aber auch mit ihrem neuen Album „Black Brick Road“ begeistern konnten, muss man doch feststellen, dass sie live ein wenig enttäuschten. Zum einen war die Gesangsleistung von Daniel Brennare, der auf Platte immer unheimlich charismatisch wirkt, ziemlich schwach. Stimmlich erinnerte er eher an James Hetfield als an die eigenständige Stimme, die man von den Aufnahmen kennt, und der richtige Ton wurde auch desöfteren mal verfehlt. Hinzu kam, dass der Bass zu laut und die Gitarren zu leise, der Sound insgesamt aber etwas zu dünn war. Zudem zeigte sich Brennare nicht eben als geborener Frontmann. Eher schüchtern machte er zumeist recht knappe Ansagen in einem Gemisch aus deutsch und englisch und wirkte sehr zurückhaltend. Immerhin nahm er die Fliegenpilzmütze bereits recht kurz nach Beginn des Konzertes ab. Vom neuen Album, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht war, spielte man mit „The Greymen“, dem ruhigen „The Organ“ und dem für LAKE OF TEARS-Verhältnisse erstaunlich harten „Crazyman“ nur drei Songs, ansonsten gab es einen Querschnitt durch sämtliche Schaffensperioden. Einzig das erste Album wurde verständlicherweise gänzlich ausgeklammert. Mit „Boogie Bubble“, „Cosmic Weed“, „Hold On Tight“, „Shadowshires“, „Ravenland“ und „Pagan Wish“ waren die wichtigsten Songs aller anderen Alben in der Setlist. Bei der Zugabe „Headstones“ gab es dann leider nochmal einen groben Schnitzer, zeigte sich Drummer Johan Oudhuis hier doch alles andere als sicher im Timing. Von diesem Gig hatten sich sicherlich viele mehr versprochen. Bleibt nur zu offen, dass die Band vor einer eventuellen Tour noch kräftig an ihren Livefähigkeiten arbeitet, um das starke neue Album auch auf der Bühne gebührend rüberbringen zu können. (doomster)

Sentenced

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Sentenced (Ville Laihalla) live auf dem Summer Breeze 2004
Business as usual in seiner guten Form – Sentenced

Vor zwei Jahren sah man die Finnen SENTENCED zum letzten Mal zu einer ähnlichen Zeit, allerdings an einem anderen Festivaltag auf dem Summer Breeze und während man damals die Truppe auf einem übervollen Gelände mit ziemlich wenig Pfeffer im Arsch erleben musste, war die Situation 2004 eine ganz andere. Es war nicht so, dass sich wenig Leute vor der Bühne eingefunden hatten, dennoch musste man sich durch keine Menschenmengen quetschen um ein Stück von den Jungs erspähen zu können. Das ist das eine, die Hauptsache ist aber die Spielfreude, die von SENTENCED ausging, die den Auftritt in diesem Jahr zu einem richtig guten werden ließ. Von einer aufgedrehten Ausgelassenheit, wie man sie letztes Jahr auf dem Wacken erlebte, kann man in dem Zusammenhang zwar nicht sprechen, dennoch schien die Mannschaft auf diesen Auftritt Bock gehabt zu haben und so gab es SENTENCED-business as usual, den aber in seiner sehr guten Form! Wer SENTENCED schon ein paar Mal live erlebt hat, der wird bei einem Gig egal unter welchen Umständen wenige Überraschungen erleben können. Die Mannschaft zockt tight und mit viel Kraft ein Best-Of-Programm runter, das es mit diesem Backkatalog nur noch in sich haben kann. Die Songauswahl selbst endet beim Durchbruchalbum „Amok“ und zwar in Form des Songs „Nepenthe“, Sami Lopakka verzieht mal wieder keine Miene und schaut mehr angenervt als in guter Laune drein, die Resttruppe bangt ordentlich mit und Ville Laihalla unterstützt die Texte mit seinen typischen Selbstmordgesten. Dennoch: wer die Musik mag, der bekommt die richtige Portion Power und Emotion. Dabei warf die Truppe mit „Sun won´t shine“ auch gleich ordentlich Kohlen in die feurige Menge und zog (also doch überraschenderweise) dann mit dem Hammerduo „The Suicider/Excuse me while I kill myself“ das Tempo flott an. Schon jetzt wurden die Texte lauthals mitgesungen und die Band abgefeiert, „Brief is the Light“, „Noose“, „Cross my Heart and hope to Die“ oder „Broken“ ergänzten die Setlist im weiteren Verlauf. „Nepenthe“ wurde erneut mit einem ordentlichen Schluck aus der Wodkaflasche angekündigt, um zwischendurch dann aber sogar einen neuen Track zum Besten zu geben, der mit „Ever-Frost“ einen sehr coolen Titel aufwies und vom ersten Höreindruck her auch gut auf das Vorgängerwerk „The Cold White Light“ gepasst hätte. „No one´s there“ wurde wieder mit einer Intensität rüber gebracht, die einmal mehr verdeutlichte, dass SENTENCED mit diesem Song eine ihrer größten Kompositionen geschaffen haben, um am Ende des Sets sogar noch ein zweites neues Stück vorzustellen, dass schon etwas weniger eingängig und insgesamt getragener rüber kam. Dennoch scheinen SENTENCED ihrem Stil weiterhin treu zu bleiben und das ist auch verdammt gut so. Natürlich sollte vor dem Verlassen der Bühne dann auch noch „The Trooper“ kommen und somit kann man einmal mehr nur sagen „SENTENCED business as usual“ – den mag man bei den Finnen aber gerne dulden und so kann die Band einen weiteren erfolgreichen Auftritt für sich verbuchen. (fierce)

Goddess of Desire

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Goddess of desire live auf dem Summer Breeze 2004
Kultshow mit großartigen Metalsongs – Goddess of Desire

Nach langer Zeit endlich mal wieder ein Festivalauftritt der umstrittenen Kultband GODDESS OF DESIRE. Feinfein das, und schon beim Intro „The Eternal War“ war mir klar, dass das wieder ein spaßiger Auftritt werden würde. GODDESS OF DESIRE haben in meinen Augen den Spagat zwischen echter Hingabe zum Metal und dem notwendigen Augenzwinkern perfekt hinbekommen und gehören damit zu den glaubwürdigsten Bands, die im Zuge des Endneunziger-Metalrevivals bekannt geworden sind – letztendlich gehörten die Holländer auch zu den ersten, die die alten Traditionen in all ihrer Klischeebeladenheit voller Inbrunst aufleben ließen.
Und auch wenn sich die Band nach der Vertragsauflösung mit Metal Blade wieder in den Underground zurückgezogen hat, ist sie doch stets präsent geblieben, hat mit „Conquerors Divine“ ein herausragendes Metal-Album veröffentlicht, konsequent das eigene Ding durchgezogen (egal ob man mit Merchandise-Verkauf sein Geld verdient hat oder auf musikalische Weise) und auch die ersten Hörproben des anstehenden Werks lassen erkennen, dass diese Band weiterhin interessant bleiben wird. Allein dadurch, dass man sich mit Liveauftritten nicht überpräsent zeigt, bleiben in erster Linie aber auch die Shows der Band interessant. Wenn GODDESS OF DESIRE auftreten, dann ist das schon was besonderes – wenngleich man auf dem Summer Breeze nicht viel neues an Elementen zu sehen bekam. Mit dem Titelsong des noch aktuellen Albums startete man den Set kraftvoll und schöpfte beim darauffolgenden „Teacher´s Wet“ (keine Ahnung, ob der Song so heißt, kannte ich bislang ehrlich gesagt nicht) showmäßig aus den Vollen – zumindest was die Fans von GODDESS OF DESIRE sehen wollen – eine harmlose, aber dennoch sehr unterhaltsame Stripeinlage, die die Stimmung nach oben pushte. Es regnete, es war kalt, doch GODDESS OF DESIRE heizten mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, ein – leicht bekleidete Mädels, massig Pyros und vor allem richtig guter Metal. Musikalisch deckte man an diesem Abend wieder einmal alle Alben ab, das CARNIVORE-lastige „Blaspehmous Beast“, die treibende MOTÖRHEAD-Nummer „Ride“, das blackmetallische „The Battleground“, „Conquerors Divine“ und natürlich durfte auch „Metal Forever“ nicht fehlen. Glaubts mir, auch wenn ihr Vorbehalte habt: diese Band hat in ihrer Karriere schon mehrere Hände voll wirklich großartigen Metal-Hymnen geschrieben und wer das einmal erkannt hat, der kommt bei einer GODDESS OF DESIRE-Show mit Sicherheit auf seine Kosten. Das Augenzwinkern, das erkennt man dann spätestens, wenn die Holländer ihren Fans das Zeichen der „Evil Power“ erklären – eine Kombination aus MANOWAR-Gruß und „Evil-Symbol“ oder, wenn man „Vamos a la Playa“ zu „Goddess of Desire“ umdichtet. Und den Ohrwurm bekam man auch nicht mehr aus dem Ohr, als man schon zufrieden im Schlafsack einschlummerte – und wenn, dann konnte man sich sicher sein, dass er an irgend einer Ecke des Zeltplatzes wieder angestimmt wurde. Das einzige, was ich bei diesem Auftritt ein bisschen vermisst habe, war die Bier-ins-Publikum-schütt-Nummer – die Nasen in meiner Umgebung durften am nächsten Tag hingegen froh darüber gewesen sein. (fierce)

Freitag, 20. August 2004

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Beseech

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Beseech live auf dem Summer Breeze 2004
Überzeugen auf Platte mehr als auf der Bühne – Beseech

Die Zeitplanung des diesjährigen Summer Breeze Festivals hatte ja so einige Verwunderung ausgelöst. Einer der Gründe war die Platzierung von BESEECH zur Mittagszeit, doch wie sich herausstellte, war dies die einzige Fragwürdigkeit, die sich am Ende als gerechtfertigt erwies.

Überraschenderweise, denn gerade das letzte Album „Drama“ (der Neubeginn nach dem Weggang von Hauptsongschreiber Klas Bohlin) hatte mehr als das erwarten lassen, was die schwedischen Goth Rocker an diesem Wochenende live bieten konnten, es zeigte sich einmal mehr, wie groß doch der Unterschied in Bühnen- und Aufnahmentauglichkeit sein kann. Sei es die Stimme von Lotta, die sich allem Anschein nach erst im Studio zu voller Tongewalt entfalten kann oder die Bühnenpräsenz der Band im Ganzen (für sechs Leute war da doch arg wenig Leben auf der Main Stage), der Eindruck bleibt: Schade mit dem Material wäre mehr drin gewesen. (carrie)

Evergrey

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Evergrey live auf dem Summer Breeze 2004
Großartige Songs verhalten dargeboten- Evergrey

Gerade mal 35 Minuten hatten EVERGREY als Spielzeit zur Verfügung und man konnte sich wieder einmal nur wundern, was diese Band eigentlich zu dieser frühen Tageszeit auf der Bühne macht. Eigentlich sollte man ja meinen, dass die Schweden sich inzwischen einen etwas höheren Status erspielt und auch verdient haben und bei einem derartigen Backkatalog ist diese Spielzeit natürlich mehr als undankbar. Dennoch fanden sich einige Fans vor der Bühne ein und gerade vor dem Summer Breeze-Publikum, das sich zum Großteil doch aus einem recht jungen Gemisch von Düster- und Metalliebhabern zusammensetzt, dürfte man eigentlich die richtige Zielgruppe für den dunklen Power-Prog gefunden haben. Dennoch war der Auftritt in allen Bereichen eigentlich eher als verhalten anzusehen. Das ganz große Fieber war da nicht zu spüren, vielmehr lieferten EVERGREY einen sehr souveränen und auch gelungenen Gig ab, der aber weder Publikum noch Band zu einer besonders großen Euphorie führte. Es war einfach alles sehr okay und das muss man auch von der Songauswahl her sagen. Stücke wie „Blinded“, „Recreation Day“ und „A Touch of Evil Blessening“ sind durchweg Klassiker durch und durch. Die richtig großen Emotionen, die EVERGREY letztendlich zu EVERGREY werden lassen, wollten aber dennoch nicht ausgelöst werden. Die gesamte Band wirkte relativ zurückhaltend, ja fast schon arrogant, Tom Englund war weit davon entfernt in der Musik aufzugehen und der Kontakt zwischen Fans und Band fand eher gemäßigt statt. Ein bisschen schade, was die gespielten Songs aber in keiner Weise schlechter machte. Und da fiel auf, dass in der Auswahl der Stücke interessanterweise recht wenig vom aktuellen Album dargebracht wurde. Vielmehr war es eine gute Mischung aus allen Werken der Truppe, ausgenommen dem Debütalbum und das war auf jeden Fall ausreichend, um dem Fan echte Freude zu bereiten. Von daher bin ich etwas verhalten in meiner Bewertung, aber alles andere als enttäuscht. (fierce)

Green Carnation

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Green Carnation live auf dem Summer Breeze 2004
Magische Momente – Green Carnation

GREEN CARNATION sind magisch. Keine Ahnung, was diese Band hat, dass sie trotz ihrer unspektakulären Optik und einer objektiv gesehen nicht besonders energiegeladenen Bühnenshow immer wieder aufs Neue eine unglaubliche Spannung aufbaut. Vielleicht sind es ja einfach nur die großartigen Songs und dennoch denke ich, dass da noch mehr dahinter steckt. Ich glaube, es ist einfach diese enorme Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit, mit der die Norweger ihre Musik rüber bringen. Zu keinem Zeitpunkt hat man bei GREEN CARNATION das Gefühl, als würde einem da jemand was vormachen wollen, egal auf welche Weise auch immer. GREEN CARNATION scheinen viel mehr in ihrer eigenen Welt zu leben und in dieser glücklich und zufrieden zu sein, auch wenn die verarbeiteten Themen in den Lyrics das nicht unbedingt widerspiegeln. Live auf der Bühne machen es die Jungs genau so. Vor allem Sänger Kjetil stapft nach wie vor unbeirrt über die Bühne und erhebt gar nicht den Anspruch, das Publikum besonders anheizen oder in die Gänge bringen zu müssen, ganz nach dem Motto „Wer an der GREEN CARNATION-Show mitmachen will ist herzlich eingeladen.“ Der zündende Funke springt bei Stücken wie „Writings on the Wall“, „Myron & Cole“ oder „Into Deep“ von ganz alleine über und es ist mehr als Selbstverständlichkeit anzusehen, dass angesichts des in Kürze anstehenden neuen Albums auch davon ein Song gespielt wurde. Hatte man beim Vorab-Bonus-Track auf der vor kurzem erschienenen DVD der Band das Gefühl, als würden GREEN CARNATION musikalisch wieder eher in eine ruhigere und komplexere Richtung zurückkehren, machte das beim Summer Breeze vorgestellte Lied allerdings den Eindruck, als würde man sich von dem auf dem Meisterwerk „Blessing in Disguise“ eingeschlagenen Pfad gar nicht zu weit entfernen wollen. Man darf also gespannt sein, wie das Endergebnis in Kürze klingen wird.

Und so kam es also wieder einmal, dass GREEN CARNATION schon viel zu früh ihren letzten Song des Abends ankündigten und angesichts der noch nicht zu weit fortgeschrittenen Zeit konnte das natürlich nur einer sein: „Light of Day, Day of Darkness„. Und in einem etwa zwanzigminütigen Auszug zeigten die Norweger einmal mehr, was für ein Jahrhundertwerk sie mit diesem Stück Musik geschaffen haben und nach wie vor fällt es schwer, das Ganze in Worte zu fassen. Von einem Part zu nächsten steigert man sich immer mehr in ein intensives Klangerlebnis, das von ergreifenden Themen durchzogen ist, die sich immer weiter ineinander verzahnen und eine Gänsehaut nach der anderen verursachen. Performed wird das ganze von einer tight zusammenspielenden Mannschaft, die bei diesem Auftritt im Gegensatz zum letztjährigen ProgPower Europe nicht durch technische Schwierigkeiten behindert wurde – grandios! Zu einer solchen Leistung gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen und so fand der Auftritt genau zum rechten Zeitpunkt auf dem absoluten Höhepunkt der Stimmung sein Ende. Das tröstet auch darüber hinweg dass „As life fades by“ und „Boy in the Attic“ dieses Mal nicht zum Zuge kamen. (fierce)

Leaves´ Eyes

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Leaves Eyes (Liv Kristine) live auf dem Summer Breeze 2004
Musikalisch perfekte Show, die Ansagen sind Geschmackssache – Leaves Eyes

Bei LEAVES´ EYES, der Band um die ehemalige THEATRE OF TRAGEDY-Sängerin Liv Kristine, die von den ATROCITY-Musikern unterstützt wird, scheideten sich ein wenig die Geister. Wie bereits beim Debütalbum, so war natürlich auch live nicht wenigen die Musik zu poppig, und auch der Gesang stieß bei einigen auf Ablehnung. Wer sich aber damit abgefunden hat, dass auf dem SUMMER BREEZE nicht nur reinrassige Metalbands auftreten, konnte einen äußerst professionellen Auftritt einer frischen Band erleben, deren langjährige Erfahrung dennoch stets zu spüren war. Die Musiker waren perfekt aufeinander eingespielt, Unterschiede zu den Albumaufnahmen waren nicht oder kaum wahrnehmbar. Eine solche Perfektion muss nicht immer wünschenswert sein, war in diesem Fall aufgrund der recht glatten und im positiven Sinne poppigen Musik angebracht. Liv Kristine, deren Gesang auf „Lovelorn“ schon um Klassen besser als auf ganz alten THEATRE OF TRAGEDY-Alben war, legte live überraschenderweise eine noch stärkere Gesangsleistung hin, klang ihre Stimme doch noch ein wenig voller als auf Platte. Wer ihr jetzt immer noch dünnes Gepiepse vorhält, hat entweder einen Hörschaden oder ist in alten Vorurteilen gefangen.

Gab es musikalisch also gar nichts auszusetzen, so waren das Stageacting und die Ansagen Geschmackssache. Man muss es Liv Kristine nicht abnehmen, wenn sie auf der Bühne den Vamp heraushängen lässt, und auch die gegenseitigen Liebesbekenntnisse von Liv und ihrem Ehemann Alex Krull, der für die gelegentlichen Grunzer verantwortlich waren, hielt nicht jeder im Publikum für angebracht, zumal sie nicht besonders spontan klangen. Alles in allem eine musikalisch perfekte Show, die die Messlatte für die folgenden XANDRIA verdammt hoch legte, der aber ein etwas natürlicheres Auftreten von Liv Kristine nicht geschadet hätte. (doomster)

Xandria

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Xandria (Lisa) live auf dem Summer Breeze 2004
Keine Ausstrahlung auf der Bühne – Xandria

Ob es geschickt war, nach LEAVES´ EYES direkt eine stilistisch ähnlich gelagerte Band folgen zu lassen, sei mal so dahin gestellt, gab es doch nicht wenige Festivalbesucher, die mit der poppigen Musik und dem hohen Frauengesang nicht allzu viel anfangen konnten. Im direkten Vergleich zogen XANDRIA eindeutig den kürzeren, was nicht nur an Frontfrau Lisa lag, die mit ihrer recht dünnen Stimme alles andere als überzeugend wirkte und schnell die Nerven strapazierte, wenn sie auch souveräner war als bei den Auftritten im vergangenen Jahr, wo sie zudem durch einige unsaubere Töne einen alles andere als positiven Eindruck hinterließ. Die Band spielte tight und machte insgesamt einen deutlich professionelleren Eindruck als noch vor einem Jahr. Dennoch konnten XANDRIA mit diesem Auftritt nicht allzu viel reißen, was neben der fehlenden Ausstrahlung von Lisa, die mit ihren äußerst knappen Ansagen das Publikum nicht wirklich erreichte, vor allem am Songmaterial gelegen haben dürfte. Dieses war einfach zu gleichförmig, die Melodien zu simpel und vorhersehbar, so dass sich keine rechte Begeisterung einstellen wollte und die Aufforderung „Alle Hände… bitte!“ einen flehenden Unterton bekam. Bei der Songauswahl konzentrierte man sich auf das aktuelle Album, mit „The Lioness“, dem Titelsong, „Back To The River“, „Keep My Secret Well“ und „Snow White“ gab es einen guten Überblick über das Werk, vom Debüt spielte man nur den Titelsong. Zwar zeigte sich die Band nicht mehr so dilettantisch wie noch vor einem Jahr, warum die Band in den Medien so bejubelt wird, bleibt jedoch auch nach diesem Auftritt weiterhin ein großes Rätsel. (doomster)

Vintersorg

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Vintersorg live auf dem Summer Breeze 2004
Zurückhaltendes Stageacting bei komplexer Musik – Vintersorg

Man durfte gespannt sein, ob es VINTERSORG gelingen würden, das größtenteils hochkomplexe und progressive Songmaterial der letzten beiden Alben auch live adäquat rüberzubringen. Leider war der Sound etwas dünn und auch nicht immer ganz transparent. Dennoch war deutlich zu hören, dass sich die Band technisch keinerlei Blöße gab. Sowohl Herrn Hedlund mit seiner Doppelbelastung, mitunter recht komplizierte Gitarrenparts zu spielen und dazu zu singen, als auch Live-Drummer Benny Hägglund, der die im Studio von Schlagzeuggott Asgeir Mickelson eingespielten Parts scheinbar ohne Probleme und rhythmisch sehr tight umsetzte, gebührt dafür höchster Respekt. Der Gesang hätte etwas lauter sein können und wirkte dadurch, dass die vielen mehrstimmigen Gesangsarrangements in der Form live nicht umzusetzen waren, teilweise etwas dünn. Bei einigen lang angehaltenen Tönen gab es zwar vereinzelt leichte Unsauberheiten, diese waren jedoch so selten, dass es nicht weiter negativ auffiel. Während in den ersten Reihen sowohl neuere Stücke wie „Curtains“ oder „A Sphere In A Sphere? (to infinity)“ für eine sehr ausgelassene Stimmung sorgten, waren die Reaktionen weiter hinten weniger enthusiastisch, und es brauchte schon Klassiker wie „För kung och fosterland“ oder auch „A Dialogue With The Stars“, um das Publikum für sich zu gewinnen. Man hatte auch den Eindruck, dass Andreas Hedlund und seine Mannen, deren Stageacting im übrigen passend zur komplexen Musik recht zurückhaltend war, recht lange brauchten, bis sie richtig warm wurden. Und so kam es, dass sie auch erst mit dem letzten Song, dem obligatorischen „Till Fjälls“, die gesamte, bis zum Mischturm dicht gedrängte Zuhörerschaft begeistern konnten. Deren lang anhaltende Zugaberufe und „Till Fjälls“-Chöre waren dann leider vergeblich, gerade als das Publikum so richtig heiß geworden war, hatten die Schweden ihre Spielzeit ausgeschöpft. (doomster)

Sodom

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Etwas irritierend finde ich die ständigen Ankündigungen zur geplanten SODOM-DVD schon. Im Juni sollte sie fast fertig gewesen sein. Das hielt Tom Angelripper aber nicht davon ab, auf dem Summer Breeze dem Publikum mitzuteilen, dass an diesem Tag auch Material für eine DVD mitgeschnitten werden solle. Eigentlich war die Ansage überflüssig, denn das Publikum hätte SODOM auch ohne die Hoffnung, das eigene Gesicht auf der DVD zu sehen, gefeiert. Dem SODOM-Kuttenträger wurde einiges geboten, die Setlist umfasste ebenso Uralt-Schinken wie ein brandneues Stück vom kommenden Album. „Nothing To Regret“ ist der Titel des neuen Songs, das – wer hätte auch etwas anderes erwartet – zu hundert Prozent nach SODOM klingt und so zwischen „M-16“, „Blasphemer“, „Outbreak Of Evil“, „Napalm In The morning“, „Remember The Fallen“ oder „Der Wachturm“ nicht weiter auffiel.

Herr Angelripper teilte Bierchen aus, lockerte die Stimmung mit ein paar Ansagen auf und ließ sich feiern. Viele Möglichkeiten, Überraschungen einzubauen, bleiben SODOM nicht, wenn man ehrlich ist – und irgendwie will ja auch keiner etwas anderes sehen als die übliche Show, ein paar Pyros und den üblichen Songs. Bleibt also nur die Tagesform der Band, durch die sich die Auftritte unterscheiden. In diesem Punkt gehörte der SUMMER BREEZE Gig zu den besseren Momenten der Bandgeschichte, denn SODOM waren wirklich gut in Form an diesem Abend. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass stürmisch nach Zugaben verlangt wurden. „Die stumme Ursel“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Bombehagel“ waren die Bonus-Songs. Auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass die jährliche ONKEL TOM-Sause im Norden Deutschlands beim WACKEN mehr als genug ist, freuten sich doch etliche über den stumpfen Mitgröhl-Track. Solide Leistung, da konnte man auch als Nicht-SODOM-Fan nicht meckern… (vampi)

Six Feet Under

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Sorry, wenn ich diese Band an dieser Stelle verreiße, aber ich kann nicht anders. SIX FEET UNDER waren für mich schon immer die am meisten überbewertete Death Metal-Band des Universums. Den Hype um diese Band kann ich nach diesem Auftritt noch weniger als zuvor nachvollziehen: Ich sage ja nicht, dass Musik über die Maßen anspruchsvoll sein muss, aber wenn es schon simples und nichtssagendes Geprügel ist, sollte wenigstens handwerklich alles im Lot sein. Nicht aber bei den vier Floridaburschen, die schafften es selbst noch „Torture Killer“, „Suffering in Ecstasy“, „Revenge of the Zombie“ oder „The Day the Dead Walked“ zu verhauen, beispielsweise durch eine frustrierend löchrige Double-Bass. Oberkiffer Chris Barnes legte zwar eine gute Grunzperformance hin, aber seine heiseren Screams machten mich ein ums andere Mal wahnsinnig, da sie viel zu laut waren und wirklich Kopfschmerzen bereiteten, was einen vom Monatsabschluss noch gestressten Käpt´n durchaus wahnsinnig machen konnte. Spaß beiseite, nachdem irgendwann endlich Gitarren zu hören waren, waren die Screams jedoch keineswegs angenehmer. Davon abgesehen gingen die Kids natürlich ab wie Zäpfchen, was nichts daran änderte, dass die Band ganz einfach eine gelangweilte Show darboten. Keine Bewegung auf der Bühne, keine Ausstrahlung und mittelmäßige Songs, mittelmäßig dargeboten. Nach „The Enemy Inside“, „Human Target“ und dem unsäglichen Cover „TNT“ als Zugaben war endlich Schluss. Liebe SIX FEET UNDER-Fans: Zerreißt mich ruhig in der Luft, doch Musik ist nun mal Geschmackssache. (Captain Chaos)

Katatonia

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Ich befürchtete bereits im Vorfeld, dass die unglaublich bühnenerprobten KATATONIA nicht gerade eine göttliche Performance abliefern würden, unter anderem da Jonas Renkse nicht gerade der sicherste Sänger auf Erden ist, auf den Alben zwar durchaus überzeugt, aber immer den Eindruck machte, dass er sich permanent versingen würde. „Ghost of the Sun“ bestätigte diesen Eindruck, doch brauchte er scheinbar diesen Song um sich einzusingen, denn das folgende „Criminal“ war schon um einiges besser. Doch halt, waren da wirklich die KATATONIA auf der Bühne, denen ich wunderbare Stunden verdanke? Von einer elegischen Performance war nicht immer was zu spüren, denn die Schweden wussten nicht nur das Publikum zum Brodeln zu bringen – okay, dass machten die Fans hauptsächlich auch von alleine. Aber gerade Gitarrist Andery Nyström war ein absoluter Oberposer, der keine Gelegenheit zum Verrenken hinter seiner Axt ausließ. Wenn man aber die Augen schloss und nur der hervorragenden Songauswahl lauschte, war sie wieder da – die unglaubliche Magie KATATONIAs, wenn auch um einiges rauer als gewohnt. Gerade die Songs von „Last Fair Deal Gone Down“ bewegten mich sehr, während neue Stücke wie „Evidence“ und „Wealth“ sowie „For My Demons“ von „Tonight´s Decision“ eher zum Rocken motivierten. Jonas Renkse ist nicht der beste Entertainer der Welt, aber mit seiner an einen schüchternen Ozzy Osbourne erinnernden Art ist er definitiv ein sympathischer Frontmann. Als Zugabe gab es leider nicht wie erhofft „Sweet Nurse“ sondern „Brave Murder Day“, nicht sonderlich ehrlich wirkte und nur gespielt wurde dass die ganzen alten Fans endlich Ruhe gaben. Schade, denn ansonsten war es trotz oder gerade wegen der ganzen Fehler und Unsauberkeiten ein einwandfreies und tolles Konzert. (Captain Chaos)

Samstag, 21. August 2004

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Paragon

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Paragon
Machen „nichts Neues“ besser als viele andere – Paragon

Wenn man die Musiker von PARAGON sieht, fragt man sich unwillkürlich „warum geben sich diese Typen den ganzen Stress eigentlich noch“. Seit 14 Jahren bereits im Geschäft und immer noch gehört man zu den Opening-Acts eines mittelgroßen Festivals, auf dem insgesamt um die 50 weiteren Bands spielen. Ihren Achtungserfolg haben die Jungs schon lange eingefahren und auch wenn PARAGON nichts Neues machen, wird einem spätestens wenn man sie live sieht klar: sie machen dieses „nichts Neues“ besser als viele andere. Man spürt, wo die Wurzeln liegen und wie sehr man an diese noch glaubt und das scheint ja auch der Antrieb zu sein, dass man an einem Samstagmorgen vor einem für dieses Festival verhältnismäßig kleinen Publikum das volle Programm fährt. Insgesamt kommen die Songs der Band live recht wuchtig und kräftig daher, Blöße gibt man sich keine. Sänger Andreas Babuschkin bringt seinen Gesang souverän und sicher und auch das Stageacting zeugt von langjähriger Bühnenerfahrung. Beobachtet man die Truppe etwas länger, so schleicht sich nach einiger Zeit dann aber doch eine gewisse Eintönigkeit ein. Man weiß halt irgendwie doch zu genau, was einen erwartet und wie das Ganze umgesetzt wird und da muss man auf keine Überraschungsmomente warten. Bei den Ansagen bindet man das Publikum ordentlich ein, bewegt die Menge souverän zum Mitklatschen und mit Sprüchen wie „mal sehen ob ihr heut morgen alle geduscht habt“, um bei den angehobenen Armen dann festzustellen, dass es sicher nicht alle waren, zeigt man auch, dass man durchaus den ein oder anderen lockeren Spruch auf Lager hat. Das ist irgendwie alles okay, aber nur wenig herausragend. Genauso eben auch das Songmaterial, das die Brücke über die verschiedenen Phasen der Band schlug, wenngleich die Feststellung bleibt – auf jeden Fall noch besser als viele andere – der gutartige Nährboden unserer Szene, würde ich sagen. (fierce)

Equilibrium

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EQUILIBRIUM kann man getrost als Gewinner des Wochenendes bezeichnen. Bis vor kurzem noch als Geheimtipp gehandelt, mauserten sich die Epic-Viking-Death-Metaller trotz nur einer Demo CD für viele SB-Besucher zu einem Must des Festivals. Bereits um 12 Uhr konnten sie weitaus mehr Zuschauer als viele nachfolgende Bands anziehen und diese Masse auch noch restlos begeistern. Sichtbar glücklich über den Ansturm und dankbar motiviert zeigte sich so auch die Combo und feierte nach „Wigrid“ (dem Intro ihrer Demo) Songs wie „Met“ und „Unter Der Eiche“ mit Inbrunst und sprühender Spielfreude ab.
Sänger Helge bewies, dass er auch live ein ausgezeichneter Frontmann ist, der mit verdammt viel Ausstrahlung eine tolle Show reißen kann. Selten eine so sympathische und posingfreie Band gesehen, die ihren Spaß an der Sache 1:1 auf das Publikum übertragen konnte. Nur eines stimmte die Menge unisono traurig: Die Verabschiedung des Drummers Julius, denn dieser Weggang bedeutet erstmal das Aus für alle weiteren Gigs der Bayern. Man muss ihnen einfach wünschen, dass die Lücke schnell und passend gefüllt werden kann, denn von dieser Band muss schlichtweg noch viel, viel mehr kommen und welcher Veranstalter auch immer sich EQUILIBRIUM in Zukunft ins Programmheftchen schreiben darf, sollte darauf vorbereitet sein, dass wenig gepresstes Output nichts mit begeisterten Fans zu tun hat und sich einen besseren Platz im Billing überlegen. (carrie)

Dead Soul Tribe

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Dead Soul Tribe (Devon Graves) live auf dem Summer Breeze 2004
Kamen 10 Minuten vor der Show auf dem Gelände an – Dead Soul Tribe

Na, das konnte ja heiter werden. Gerade machten wir uns auf den Weg zum Festivalgelände, um bei strömendem Regen den Klängen von DEAD SOUL TRIBE zu lauschen, da hält an der VIP-Kasse ein Wagen, Bassist Roland springt heraus und sagt: „Hallo, wir sind DEAD SOUL TRIBE, und wir sollten eigentlich in zehn Minuten auf der Bühne stehen.“ Dass sie es dann trotz der reichlich verspäteten Ankunft schafften, mit etwa fünf Minuten Verzögerung ihren Gig zu beginnen, war dann einigermaßen überraschend. Viel Spielzeit blieb Devon Graves und seinen Jungs dann allerdings nicht mehr, so dass sich Graves mit sehr knappen Ansagen begnügte, um nicht allzu viel kürzen zu müssen. Dass bei einem derart kurzen Auftritt kein Platz für alte PSYCHOTIC WALTZ-Klassiker blieb, war klar. dem leider nur sehr spärlich vorhandenen Publikum – die Mehrzahl der Festivalbesucher wartete offenbar lieber in ihrem Zelt auf ein Ende des Regens – präsentierte man ausschließlich Material vom „A Murder Of Crows„-Album, darunter „The Messenger“ und „Some Things You Can’t Return“, die allesamt trotz aller Komplexität aufgrund des modernen Riffings und des manchmal tribalartigen Powerdrummings von Adel Moustafa durchaus auch ein jüngeres Publikum ansprachen, das mit Graves‘ alter Band wohl nicht allzu viel anfangen kann. Zum Ende ließ man dann das Publikum entscheiden, ob es „Feed“ oder einen Song vom zu dem Zeitpunkt noch nicht erschienenen neuen Album „The January Tree“ hören wollte. Die Entscheidung fiel auf letzteres, und so spielte die Combo, nachdem sie ihn zunächst nach ein paar Takten abbrechen mussten, im zweiten Versuch den Opener „Spiders And Flies“, einen typischen, leicht psychedelischen DEAD SOUL TRIBE-Song, der aber etwas melodischer und weniger sperrig als das alte Material ausgefallen ist. Es gibt wohl nur selten Auftritte der Band, bei denen alles glatt läuft, auch dieser gehörte nicht dazu, doch macht dies die Band umso sympathischer. Schade, dass aufgrund der widrigen Wetterbedingungen nur so wenige Leute den Weg aufs Festivalgelände gefunden hatten. (doomster)

Hatesphere

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Hatesphere - live auf dem Summer Breeze 2004
Ballerten was das Zeug hielt – Hatesphere

Whimps and Posers leave Abtsgmünd. HATESPHERE waren an der Reihe und ballerten was das Zeug hielt. Thrash Metal, der kompromisslos voll in die Fresse tritt ist ja nichts sonderlich aufregendes, aber Songs wie „Vermin“, „Only the Strongest“ und „Bloodsoil“ sind ganz einfach Granaten vor dem Herrn und HATESPHERE eine Band, die langsam aber sicher richtig Vollgas gibt. Nicht musikalisch, das steht eh außer Frage. Ganz allmählich ist die Band in aller Munde, und das absolut zu Recht: Eine mitreißendere und brutalere Show gab es auf dem Summer Breeze nicht zu sehen, die Musiker mitsamt Sänger Jacob gingen ab ohne Ende und fühlten sich auf der Bühne pudelwohl. In der halben Stunde wurde den Zuschauern das moshen gelehrt und sie machten freudig mit. Überhaupt hatten die fünf Dänen beste Voraussetzungen: Idealer Sound und eine mosh- und bangfreudige Meute vor der Bühne machten der Band gleich doppelt Spaß. Einzig Sänger Jacob klang ein wenig heiser, doch er hielt tadellos das Set durch. Die sympathischen Tattoo-Freaks aus Dänemark lieferten einen tadellosen Einstand auf dem Summer Breeze und sind das, was viele Bands schon längst nicht mehr sind: Dankbar. Dankbar wäre auch ich gewesen, wäre „Death Trip“ nicht schon der letzte Song gewesen. Schade, aber es gibt bestimmt bald ein Wiedersehen, da bin ich mir sicher. (Captain Chaos)

Mnemic

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Mnemic live auf dem Summer Breeze 2004
Wirkten trotz Bewegungsfreude ziemlich statisch – Mnemic

Keine Pause, die nächsten Dänen waren an der Reihe: MNEMIC, die weniger straight, dafür umso mehr futuristisch ums Eck bogen, lieferten mit „Mechanical Spin Phenomena“ ein gelungenes Debütalbum ab, auf dem sie aus ihrer Vorliebe für MESHUGGAH und FEAR FACTORY keinen Hehl machten. Schade, dass dieser Auftritt nicht so gelungen war, denn die Band ließ sich etwas zu sehr von ihrem Material beeinflussen und wirkte deshalb trotz der Bewegungsfreude ziemlich statisch. Daher kamen MNEMIC auch weniger gut an als HATESHERE zuvor, selbst wenn sie auf der großen Bühne sicher agierten. Professionell war der Auftritt ohne Frage, das Material des Debüts und neue Songs wie „Deathbox“ bewiesen, dass MNEMIC es ernst meinen. Dennoch, hochkarätige Nummern wie „Ghost“ und „Liquid“ hätten intensiver klingen können. Technisch war alles im Lot, doch an der Bühnenpräsenz gibt es noch erhöhten Nachholbedarf. (Captain Chaos)

Honigdieb

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Honigdieb live auf dem Summer Breeze 2004
Humor ist Geschmackssache – Honigdieb

Ich kann über „Bernd, das Brot“ lachen. Ich kenne Leute, denen ringt der Laib mit zu kurzen Armen und Beinen nicht mal ein müdes Lächeln ab. Was lernen wir daraus? Humor ist Geschmackssache. Eine Binsenweisheit, das weiß ich auch. Ich bin auch gar nicht sicher, ob HONIGDIEB überhaupt den Anspruch haben, ihr Publikum zum Lachen zu bringen. Nach dem Auftritt von HONIGDIEB war mir jedenfalls eines klar: Ich verstehe nicht, was Sir Hannes erreichen will. Wahrscheinlich ist genau das Konzept: anders sein und irritieren. Querflöte, Kontrabass, Schlagzeug, Gitarre und der Ex-IDIOTS-Sänger in zweifelhaftem Outfit plus schräger Bühnenaktionen waren schon mal gute Voraussetzungen, die ein oder andere Stirn in Falten zu legen. Oder eben die Lachfaltenpartie um die Augen, je nach Humorverständnis. Bei „Auf der Suche nach dem Glück“ wurde eine batteriebetriebene weiße Taube ins Publikum geworfen, bei „Lust auf Lust“ durften Laiendarsteller auf die Bühne, Sir Hannes wechselte das Outfit, „Fick Dich ins Knie – Madame – mich kriegst Du nie“ lautete ein Refrain, und zum Schluss – nach einem vollkommen überflüssigen und nervigem Gitarrensolo gebärdete sich der Sänger noch als „Pornostar“. So weit, so gut. Verstanden hab ich trotzdem nichts. Das Publikum fasste den Auftritt offenbar als willkommene Abwechslung auf, Polonäse eingeschlossen. Für mich reichte es nicht einmal zu einem müden Lächeln, eher zu einem müden Gähnen. (vampi)

Disillusion

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Disillusion (Rajk) live auf dem Summer Breeze 2004
Optisch und musikalisch schwer beeindruckend – Disillusion

DISILLUSION hatten es wirklich schwer an diesem Wochenende, nicht nur, dass sie mit einem bescheuerten Zeltnachbarn leben mussten (genau, meiner Wenigkeit), sie spielten zum ersten Mal mit ihren Freunden DARK SUNS, die sie mit Backgroundgesang, Akustikgitarre, Bass und Keyboards unterstützten. Ebenso ungewöhnlich war die Songauswahl: Beginnend mit „And the Mirror Cracked“, dem ersten Song des Albums „Back to Times of Splendor“ und abschließend mit dem letzten Song des Albums, namentlich „The Sleep of Restless Hours“ wurde – ihr habt es erraten – das ganze Album herunter geholzt. Holzen ist vielleicht der falsche Ausdruck, denn DISILLUSION kamen mit sehr anspruchsvollem Material für offene Geister daher und hatten auf der Hauptbühne nachmittags um vier natürlich noch nicht gerade das leichteste Spiel. Dennoch fanden sie ein williges Publikum und hatten auch das Glück einen einigermaßen anständigen Sound zu kriegen. Optisch und musikalisch war dieser Auftritt in jedem Fall schwer beeindruckend, da sich auch die Gastmusiker vortrefflich einfügten und dem Auftritt viel von seiner Opulenz gaben. Lediglich etwas zu anstrengend war das Ganze für diese Uhrzeit an so einem Festival, wodurch es gut möglich war, dass die Konzentration schwand. Trotzdem: Daumen steil nach oben für den gelungenen Auftritt Deutschlands größter Hopefuls! (Captain Chaos)

Cataract

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Cataract live auf dem Summer Breeze 2004
Machen Metalcore nicht nur wegen dem Trend – Cataract

Von wegen Schweizer Gemütlichkeit, CATARACT bewiesen das Gegenteil. Die Metalcore-Truppe zeigte den zahlreichen Interessierten und Fans, wo es lang ging. Dabei wurde viel Material vom brandneuen Silberling „With Triumph Comes Loss“ geboten, das ordentlich krachte. Erstaunlicherweise ging das ziemlich große Publikum genauso ab, wie zu den neuen Songs. Besonders die zukünftigen Hymnen „As We Speak“ und „Hallow Horns“ wurden mit offenen Armen empfangen. Die schweizerische Gründlichkeit kam bei CATARACT gut durch, denn die Band spielte routiniert und motiviert ihre Songs, wobei gerade die schnellen Passagen hervorragend funktionierten. Das sah nicht nur ich so, auch die Fans vor der Bühne gingen dazu am meisten ab. Ich kann nur zustimmen, wenn es heißt, wir hätten es hier mit einer Mischung aus SLAYER und HATEBREED zu tun, nur dass CATATACT in Sachen Stageacting etwas dazu lernen müssen, da verlieren sie sich noch etwas zu sehr in Posen. Abgesehen davon bewiesen CATARACT, dass sie keineswegs zu den Bands gehören, die Metalcore nur wegen einem Trend machen, sie gehören zur Creme de lá Creme. (Captain Chaos)

Schandmaul

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Gut gelaunt und energiegeladen starten SCHANDMAUL um 17:20 Uhr in 50 Minuten Tanzritual und konnten sogar für eine kurze Zeit die bösen und gemeinen Gewitterwolken vertreiben, fast das gesamte Konzert war so von Sonnenschein begleitet und regenfrei dazu. Nach dem Eröffnungssong „Geisterschiff“ legten die Sechs mit „Teufelsweib“, „Das Tuch“, „Seemannsgrab“, „Walpurgisnacht“, „Herren der Winde“ und „Der letzte Tanz“ nach und brachten die Menge mühelos innerhalb kürzester Zeit zum Kochen. Fast keiner, der nicht mitsingen konnte, mitsingen musste, mittanzen musste. Kein Wunder, auf der Bühne war einiges los, keine Ahnung, wer mehr tanzte, sang, hüpfte und abging, die Band oder das voll und ganz gefangene Publikum. Auch wenn ich mir für meinen immerhin ersten SCHANDMAUL-Gig eine andere Setlist gewünscht hätte, war die Auswahl schon verständlich, da sich die Band dazu entschieden hatte, die kitschigsten Songs auf einem Metalfestival doch lieber wegzulassen, was aber bei dem riesen Zuspruch vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre. (carrie)

Ensiferum

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Ensiferum live auf dem Summer Breeze 2004
Holten das Publikum in ihr Schlachtschiff – Ensiferum

Der Abschluss-Gig der Tour mit FINNTROLL dürfte ENSIFERUM noch gut in Erinnerung sein, denn in Aalen kochte damals die schweißgeschwängerte Luft. Ein paar Monate später, ein paar Kilometer weiter war es nicht anders. Vermutlich hat der Ost-Alb-Kreis zumindest im Gedächtnis der jungen Finnen Legenden-Status erreicht. Drückende Enge vor der Party-Stage und Publikumsreaktionen, von denen einige Bands am diesem Festivalwochenende nicht mal in ihren kühnsten Vorstellungen hätten träumen dürfen, müssten eigentlich dazu beigetragen haben. ENSIFERUM sind aber auch eine Klasseband, denn die Band bringt nicht nur grandiose Songs mit, sie hat auch an sich gearbeitet. Vor einigen Monaten klangen die Backing-Chöre alles andere als heroisch – sie erinnerten eher an einen Vatertagsausflug. Töne zu treffen war damals noch Glückssache. Mittlerweile schmettern Markus Toivonen und Jukka-Pekka Miettinen nicht mehr nur aus voller Brust, mittlerweile klingt das alles auch wie auf CD. Ich vermute, dass da einige Stunden Arbeit im Proberaum absolviert wurden. Die Jungs müssen sich zwar noch immer sichtlich konzentrieren, und vor lauter Anstrengung können sie den Jubel wohl auch nicht vollkommen genießen – denn der nächste Einsatz kommt bestimmt. Aushilfssänger Petri Lindros hingegen zeigte einmal mehr, dass er seine Band NORTHER ruhig verlassen kann, besser kann man ENSIFERUM-Songs eigentlich nicht rüberbringen. Es wäre verdammt schade, wenn er seine Drohung, nur vorübergehend bei den Schwerträgern auszuhelfen, wahr machen würde. Spätestens beim dritten Song „Token Of Time“ hatten die Finnen alle, wirklich alle in ihr Schlachtschiff geholt und bei Songs wie „Slayer Of The Light“, „Tale Of Revenge“ und ein paar Titeln von ersten Album stieg der Stimmungspegel unaufhaltsam an. „Lai Lai Hei“ wurde dann auch vielstimmig gegen den dunkler werdenden Himmel gebrüllt. Am Auftritt der Band gibt es nichts aber auch gar nichts zu bemängeln – lediglich das überfüllte Gelände war Grund für einige negative Äußerungen. Sei es drum, ENSIFERUM haben es verdient, so abgefeiert zu werden. (vampi)

Brainstorm

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Es ist bereits schon sechs Jahre her, dass ich mich beim Bericht zum damaligen Bang Your Head-Festival zu folgendem Satz hinreißen ließ: „Die Band selbst wird jedoch wohl der ewige Opening-Act bleiben, da das Songmaterial einfach zu durchschnittlich und unspektakulär ist.“ Wie inzwischen jeder wissen dürfte, sollte ich in diesem Fall unrecht behalten und dennoch hat sich zu meiner persönlichen Einstellung zu BRAINSTORM wenig getan. Das heißt…stopp. Die Band ist auf jeden Fall besser geworden und von Durchschnitt kann nicht mehr die Rede sein. Dennoch ist es so, dass mich die Band, die inzwischen so sehr mit dem jetzigen Sänger Andy B. Franck in Verbindung gebracht wird, immer noch nicht fesseln kann und nachdem man die Jungs inzwischen ja wirklich oft genug live zu sehen bekommt (ob man will oder nicht), erlaube ich mir da auch ein Urteil fällen zu können. Ganz ehrlich: BRAINSTORM sind in dem was sie machen, wirklich echte Profis geworden und ich glaube das macht die Band für mich so langweilig. Kaum ist die Truppe auf der Bühne, wird gewirbelt was das Zeug hält. Andy B. rennt ständig von einer Bühnenseite zur anderen und verbreitet eine Menge guter Laune, während er gleichzeitig eine hervorragende Vocal-Performance abliefert. Ansagen der Marke „ich versuch den nächsten Song mal etwas anders anzusagen, hoffentlich versemmel ich das nicht….mein Name ist Barbara Eligmann und das sind die Themen!!!!“ (ganz frei zitiert) bringen es für mich aber auf den Punkt: das ist mir einfach alles viel zu einstudiert. Und das gilt nicht nur für die Ansagen und die Bühnenshow, sondern auch für die Songs. Hör ich die Musik dieser Band, dann spielt sich für mich die Bewertung allein im Kopf ab. Es gibt im Grunde nix zu bemängeln und doch zieht das ganze emotional so wunderbar an einem vorbei. Zurück zur Bühnenshow: da befinden sich BRAINSTORM eben genauso in dieser Grauzone „Livepower contra professionelle Show“, von beidem will man dem Publikum was bieten und schafft das bei vielen auch, ich persönlich seh mir das an und denk mir immer nur „hachja…man kann objektiv gesehen halt nix gegen sie sagen“. Und vor allem dieser Andy B. tut wirklich alles, um die Leute vollauf zufrieden zu stellen – auf eine Art eben, die mir so gar nix geben mag. Aber professionell und so braucht man sich nicht zu wundern, dass Stücke wie die auf den Auftritt verteilte „Trinity of Lust“, „Highs without Lows“, „Hollow Hideaway“ oder „Blind Suffering“ auch entsprechend abgefeiert wurden. Die Fans fressen der Band eben aus der Hand. (fierce)

Psychopunch

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Den größten stilistischen Break des Festivals verabreichten am frühen Abend die schwedischen Rotzrocker PSYCHOPUNCH. Trotz weiterhin strömenden Regens und der musikalischen Randposition spielten sie dank Tagestickets vor zahlreicher und dankbarer Hörerschaft. Viel vom neuen Album „Smashed On Arrival“ gab es zu hören, wobei vor allem „Fingerlickin´ Good“ und „All Over Now“ live richtig reinhauen, aber auch älteres Material ihrer älteren Platten „We Are Just As Welcome As Holy Water In Satan’s Drink“ und „Pleasure Kill“ kam gut an. Von kleinen Soundschwächen abgesehen, machten die Vier ihre Sache nicht schlecht und lieferten einen standesgemäßen Auftritt ab. Standesgemäß im Sinne der Band und ihres Styles war sicher auch die Aktion, den Gig der Vorgängerband BRAINSTORM auf der Main Stage mit einem langen und lauten Gitarrensolo zu stören, so sehr, dass diese sogar kurzfristig das Spielen sein ließen. Die Idee mit den zwei Bühnen, um der nachfolgenden Band Gelegenheit für Soundcheck zu geben, war sicher anders gedacht und von allen anderen Acts auch brav störungsfrei genutzt worden. (carrie)

U.D.O.

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U.D.O. (Udo Dirkschneider) live auf dem Summer Breeze 2004
Überzeugen mit und ohne Accept-Songs – U.D.O.

Gibt es eigentlich Zahlen, wie gut sich U.D.O.-Platten heutzutage verkaufen? Gibt es noch einen eingeschworenen Fankreis, der mit der Band durch dick und dünn geht? Oder existiert sie vielmehr nur noch als Live-Spektakel und Stimmungsgarant? Wie dem auch sei, dass es die Band um das ACCEPT-Urviech Udo Dirkschneider nicht nötig hat, den ganzen Abend lang nur „The Greatest Hits of a teutonic metal legend“ zu spielen, diesen Beweis trat man auf dem Summer Breeze an. Und auch wenn man von U.D.O. nichts großartig Neues zu erwarten hat muss man sagen, dass die Qualität auch bei den Stücken neuzeitlicher Prägung stimmt. Gnadenlos zieht man das einst angestoßene Ding weiter durch und erntet zumindest Anerkennung. „Pull the Trigger“, „The Bullet and the Bomb“ oder „Blind Eyes““, das sind Songs, die genauso auch zu Beginn der Solokarriere von Udo Dirkschneider hätten passieren können, umso schader, dass die mindestens genauso interessante „Faceless World“-Phase so gar keine Beachtung mehr findet. Dennoch darf man sich von dem bislang Gesagten nicht auf die falsche Fährte locken lassen: ACCEPT war natürlich auch bei diesem Auftritt ein festes Element der Show und an dieser Stelle wurde mir einmal mehr bewusst, was diese Band tatsächlich in den 80-ern geschaffen hat. Ich will jetzt gar nicht mehr darüber floskeln, wie viele Bands im Nachhinein sich stets am kauzigen Sound der Band orientiert haben. Was mir an diesem Abend in erster Linie aufgefallen ist, sind die Songs, die auch heute noch eine ganz besondere Wertigkeit besitzen. Mit „Son of a Bitch“ hat man damals einen der strangesten Stücke der Metal-Geschichte abgeliefert, mit ihrem Hang zu klassischen Elementen („Metal Heart“) liegt man heutzutage voll im Trend, mit stampfenden Metal-Hymnen der Marke „Princess of the Dawn“ können auch heute noch zahlreiche Metal-Acts ihre Platten verkaufen und „Fast as a Shark“ (der grandiose Abschluss, eingeläutet von einem lautstarken Heidiheidoheida-Chor) kann sich auch heute noch locker in Sachen Geschwindigkeit und Aggressivität mit aktuellen Veröffentlichungen messen. „Balls to the Wall“ (der Abschlusssong der eigentlichen Show) ist ein Meisterwerk in Aufbau und Dramatik und mit „I´m A Rebel“ (der ersten Zugabesong) kann man auch heute noch locker jeden Jungmetaller zum Rocken bringen. Vorgetragen wird das Ganze von einer Mannschaft, die dem noch lange nicht überdrüssig zu sein scheint und in der gewohnten Art und Weise. Von daher muss man U.D.O. nicht unbedingt gesehen haben, um zu wissen, wie der Auftritt war, das gemeinsame Party-Gefühl hat man aber eben nur, wenn man mitten in der Masse steht. Von daher: alles wie gehabt. (fierce)

Primordial

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Aller guten Dinge sind drei und daher schafften die Iren PRIMORDIAL es mit ihrem dritten Anlauf endlich auf dem Summer Breeze zu spielen. Diesmal abends und auch wenn den meisten das Regenwetter mächtig auf den Geist ging, in der perfekten Atmosphäre. Seien wir ehrlich, diese Band lebt nicht ausschließlich von der Musik, PRIMORDIAL ist ein Gesamtkunstwerk, bestehend aus Musik, Texten, Optik und Ausstrahlung. Sie beweisen mit ihren Alben ein ums andere Mal, dass sie das erstaunlich gut beherrschen und endlich konnte ich mich davon überzeugen, dass ihnen das live auch gelingt. Der blutbesudelte, inzwischen glatzköpfige Alan A. Nemtheanga tobte bereits zum sehr langen Intro über die Bühne, feuerte das Publikum an und ging in seiner Rolle als extrem theatralischer Entertainer bestens auf. Die Geschichten, um die es bei PRIMORDIAL geht lassen mannigfaltige Interpretationsmöglichkeiten zu und somit konnte sich der Chef der irischen Truppe optimal austoben. Angefangen mit „Gods to the Godless“ und „A Journey´s End“, das dem jüngst verstorbenen Quorthon gewidmet wurde, wurde das Set immer intensiver, gipfelte schließlich im unfassbaren „The Soul Must Sleep“. Der einzige Ausfall des Sets war das brutale „The Heretics Age“ vom letzten Album „Storm Before Calm“, bei dem der Sound derart zu Brei wurde, dass selbst die Band rauskam. Doch ansonsten war die Leistung der dezent im Hintergrund agierenden Band fantastisch. Abgeschlossen mit der Kulthymne „To Enter Pagan“ brachten PRIMORDIAL einen der besten Auftritt des Festivals und bewegten nicht nur die Massen vor der Bühne sondern auch mein Herz. (Captain Chaos)

Danzig

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Glenn DANZIG war ja schon immer ein Thema für sich und natürlich konnte der Auftritt des Vorzeige-Mackers und seiner Band nicht ohne zelebriertes Diven-Tum über die Bühne gehen. Als Herr Danzig sich die Ehre erwies, musste der gesamte Backbereich von Unwürdigen (allen Anwesenden) geräumt werden, Autogrammstunden wurden abgesagt, Fotos generell verboten, aber – o Wunder – die Show begann nahezu pünktlich. Die Amis spielten erstmal neueres Material, wie üblich routiniert, sauber und druckvoll, mehr noch, sowohl Sänger als auch Backband waren an diesem Abend außergewöhnlich gut in Form und ließen den strömenden Regen schnell vergessen machen. Nach und nach bekam man auch altes Material zu hören, schließlich als Zugabe „Mother§ und „Dirty Black Summer“, leider mit einem
Schönheitsfehler: Nach fast 10 Minuten Wartezeit hatten viele bereits die Hoffnung auf Zugabe und damit auch ihren Platz in der Menge aufgegeben, um zur Pain Stage zu wechseln, auf der FINNTROLL den Abend und das Festival beenden würden. Dass sich DANZIG dann doch noch entschließen würden, wieder auf die Bühne zu kommen war unerwartet, die damit verbundene radikale Kürzung des FINNTROLL-Gigs auf etwa 40 Minuten mehr als ärgerlich und unverschämt dazu. (carrie)

Finntroll

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Die Umstände, unter denen FINNTROLL das Festival beendeten, waren nicht die besten. Die Band war sichtlich verärgert darüber, dass Superstar DANZIG vor seinem Auftritt sämtliche Musiker aus dem Backstagebereich verbannt hat und seine Zugabe so lange hinausgezögert hat. Dazu kamen zu Beginn des Auftritts noch einige Soundprobleme in Form von sehr unschönen Rückkopplungen. Diese legten sich jedoch schnell, so dass einer großen Party – das Gelände war bis weit hinter die Mischtürme brechend voll – nichts mehr im Wege stand. Sowohl bei alten Songs vom ersten Album oder „Jaktens Tid“ als auch bei den Stücken vom neuen Album, darunter „Fiskarens Fiende“, „Trollhammaren“ und „Ursvamp“, auf die die Finnen aufgrund der relativ kurzen Spielzeit den Schwerpunkt legten, wurden mit soviel Spielfreude und Energie rübergebracht, dass vor allem in den hinteren Reihen unablässig getanzt wurde und die Band mit lautem Applaus bedacht wurde. Glenn Danzig, der es sich mit den Finnen im Vorfeld verscherzt hatte, widmete man dann mit „Eliytres“ sogar einen Song. Natürlich musste auch auf die erstmalig beim Konzert in Aalen dargebotene ENSITROLL-Aufführung, zu der die Musiker von ENSIFERUM mit auf die Bühne kamen, nicht verzichtet werden, und gerade hier zeigte sich mal wieder, dass sich die Finnen alles andere als ernst nehmen, flocht man in den gemeinsam gespielten Song doch geschickt und für unaufmerksame Hörer kaum bemerkbar das bekannte Thema des Indiana Jones-Soundtracks ein. Leider wurde FINNTROLL dann mitten im letzten Song pünktlich zum anvisierten Schlusszeitpunkt der Strom abgedreht. Immerhin das Mikrofon wurde noch mit Strom versorgt, so dass Frontmann Wilsa sich noch leicht angesäuert von den verdutzten Fans verabschieden und bei ihnen bedanken konnte. Dieses Ende hinterließ einen faden Beigeschmack eines ansonsten erstklassigen Auftritts. (doomster)

Fierce
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