Michael Schenker – „My Years With UFO“ Tour 2026; ZOOM Frankfurt, 03. März 2026

Michael Schenker veröffentlicht ja nun seit Jahren unter verschiedensten Bannern (MICHAEL SCHENKER FEST, MICHAEL SCHENKER GROUP, MICHAEL SCHENKERS TEMPLE OF ROCK) und mit unterschiedlichsten Line-Ups seine Musik und geht auch mit einer stetig wechselnden Schar von Musikern auf Tour.

Am 3. März 2026 im Frankfurter ZOOM gastierte er nun schlicht unter seinem eigenen Namen im Rahmen seiner „My Years With UFO“-Tour 2026 in der Mainmetropole und bescherte einem begeisterten Publikum einen Abend voller Classic-Rock-Magie, atemberaubender Gitarrenkunst und einer illustren UFO-Best-Of-Auswahl.

Schenker trat mit einer eingespielten und hochkarätigen Begleitband auf: An seiner Seite standen RD Liapakis (Gesang, MYSTIC PROPHECY), Bodo Schopf (Schlagzeug), Barend Courbois (Bass, ex-VENGEANCE) sowie Steve Mann (Keyboards & Gitarre, LIONHEART). Diese Konstellation harmonierte ausgezeichnet und bildete das ideale Fundament für Schenkers solistische Ausflüge. Besonders RD Liapakis wusste zu überraschen. Der Mann, der seine Stimme sonst bei den Power Metallern von MYSTIC PROPHECY zum Teil extrem strapaziert, überzeugte mit einer kraftvollen und ausdrucksstarken Gesangsleistung, die den klassischen UFO-Songs absolut gerecht wurde. Vor allem machte er genau so viel wie nötig, ohne die im Original von Phil Mogg ja auch eher sparsam intonierten Songs zu überfrachten.

Eine Band wie aus einem Guss

Steve Manns Keyboard-Intermezzi boten willkommene Kontraste und seine Rhythmusgitarre die nötige Background Power, während Barend Courbois und Bodo Schopf am Schlagzeug das rhythmische Rückgrat mit souveräner Gelassenheit eintüteten. Die Band klang wie aus einem Guss, unterstützt von einem top gemischten Sound, der bei allem Druck Platz für die Feinheiten der Songs ließ.

Die Setlist war eine Liebeserklärung an Schenkers Jahre bei UFO (1972–1978) und das gleichnamige Album „My Years With UFO“ aus 2024. Nahtlos folgte Klassiker auf Klassiker „Natural Thing“, „Only You Can Rock Me“, das druckvoll-stampfende „Hot ’n’ Ready“ und natürlich das unvermeidliche „Doctor Doctor“ – einer der absoluten Höhepunkte des Abends, beim dem das Publikum kollektiv mitsang und schon beim Intro ausflippte.

Pure, energetische Hard Rock Magie

Wenig Showgimmicks, kein überdrehtes Posieren, keine ständigen „Seid ihr gut drauf“-Ansagen einfach nur pure, energetische Hard Rock Magie: In der zweiten Hälfte des Konzerts knallte die Band dann noch einmal einen bunten Strauß an Evergreens in die Menge, gekrönt von „Rock Bottom“ und der Doppel-Zugabe „Shoot Shoot“ und „Too Hot to Handle“ und ließen ein zufriedenes, ausgepowertes Publikum zurück. Streichen könnte man an diesem Set höchstens das überflüssige Drum Solo und das etwas weniger überflüssige Bass Solo, um noch Raum für ein oder zwei übergangene UFO-Knaller zu gewinnen.

Songs, die den „Test of time“ allesamt blendend bestanden haben

Was Schenker an diesem Abend auf seiner weißen Flying V demonstrierte, war schlicht Weltklasse. Mit 71 Jahren spielt er mit einer Präzision, Ausdruckskraft und Emotionalität, die immer noch ihresgleichen sucht. Seine Soli sind keine Speed-Eskapaden oder technische Fingerübungen. Alles dient dem Song, jede Note gesetzt, jedes Tremolo durchdacht, jeder Ton mit dem richtigen Feeling.

Michael Schenker hat an diesem Dienstagabend im Frankfurter ZOOM einmal mehr bewiesen, dass es bei dieser Tour nicht um Nostalgie geht – sie ist eine lebendige Werkschau eine seiner schöpferischsten Phasen mit Songs, die den „Test of time“ allesamt blendend bestanden haben.

 

Setlist

  • Natural Thing
  • Only You Can Rock Me
  • Hot ’n‘ Ready
  • Doctor Doctor
  • Bass Solo
  • Mother Mary
  • I’m a Loser
  • This Kid’s
  • Lights Out
  • Drum Solo
  • Lipstick Traces / Between the Walls / Belladonna
  • Love to Love
  • Let It Roll
  • Can You Roll Her
  • Reasons Love
  • Rock Bottom
  • Encore:
  • Shoot Shoot
  • Too Hot to Handle
RD Liapakis (Gesang). Foto: Nils Jordan
Barend Courbois (Bass) und Steve Mann (Keyboards & Gitarre). Foto: Nils Jordan
Michael Schenker und „Mr. Lia“. Foto: Nils Jordan