Metal 2000 (suxx!)

Tja, das war wohl ein Reinfall!

08.07.00 Spiritual Beggars, Nashville Pussy, Motörhead, Slayer. Mannheim, Maimarktgelände

Eigentlich hätte man es wissen können. Eine der Fragen, die man bei jedem Metal-Abitur beantworten muß, lautet: Sollst du zu Eintagesfestivals gehen? Zu beantworten mit einem klaren: Nein, du Penner! Danach darf man dem Fragenden noch ins Gesicht spucken (oder so ähnlich). Aber man lernt ja nicht, das hat man ja schon einige Male unter Beweis gestellt.

So wundert man sich also das auf der Karte ein Beginn von 11 Uhr angegeben wird, in unser aller Netz aber 13.30. Im Dummgucken war ich ja schon immer gut, das konnte ich dann auch unter Beweis stellen. Also fuhr ich mal geschmeidig um 10 Uhr mit ein paar Kumpels zu Hause los (spätestens jetzt kriegts „Mein schönstes Ferienerlebnis-Niveau), um dann um kurz nach halb 2 am Maimarktgelände einzutrudeln (kein Stau um Ffm (!!)) und nach einem kritischen Blick auf das Gelände noch den letzten Songs von den Spiritual Beggars zu lauschen. Nicht schlecht, aber ohne Rauchwaren machen die auch nur halb so viel Spaß.

Danach kamen die positive Überraschung des Festivals (ja, das gab´s): Nashville Pussy. Was hatte ich vorher über die Band gelesen? Genau, das sie zwei Puppen am Start haben, die äußerst gut aussehen. Stimmt, aber ich wußte nicht das sie „so abrocken. Hat sie der (nervige) Ansager noch mit „Southern Rock angekündigt, hat sie eigentlich jeder eher unter „Schweinerock klassifiziert. Die Bassistin ist ein Coolheitsmonster, die mit körperlichen Vorzügen die Show automatisch auf sich lenkt, das ist nun mal so. Die Gitarristen dürfte die kleine große Schwester von Angus Young sein, während der Sänger mich frappierend an Cheech Marino erinnert, naja, der Drummer ist…auch ganz gut. Die Songs von denen liegen in der Schnittmenge von Motörhead und den Ramones, allerdings auch mit ´ner dicken Brise AC/DC. Gepost wird auch! Heftich! Zieht sie euch, ihr werdet es nicht bereuen. Die näxte Club-Tour von denen, werd´ ich mir auf jeden Fall geben.

Rechnete ich jetzt mit den angekündigten Entombed oder wollte bei Dream Theatee mal ´ne Runde um den Platz drehen (´Tschulligung, an alle die die Band interessiert, aber ihr wißt ja … ;-.) ), kam jetzt gleich ein Schocker: Motörhead sollten jetzt schon spielen, also schon als 4tletzte Band des Abends? Wenn man in die Runde guckte, konnte man diese Entscheidung, ob der reichlich anwesenden Motörhead-Shirts nicht erklären. Was soll das? Ok, sie waren gut und witzig (besonders Phil, der den Refrain von „Born to raise Hell singen durfte), der Sound war beschissen, da wird Lemmy den Tonmann wohl nach dem Konzert doch gegessen haben. Gezockt wurden u.a. Ace of Spades, Killed by Death, Metropolis (Lemmy: this is a song for your parents), No Class, God save the Queen (live noch heftiger) und dann war´s nach 40 (!!!!) Min. auch schon zu Ende. Motörhead hätten gern noch, durften aber nicht. Let´s start a Riot, sag ich nur. Leise waren sie auch (siehe Slayer).

Dann kamen Dream Theater. Also bevor man einpennt, raus was zu Essen fassen. Hier kam der näxte Schocker. Nicht nur das das Essen (obligatorisch überteuert) war, es hat auch nicht geschmeckt. Nicht an einem der vielen Stände (ich hab nur probiert und nicht überall gegessen ). Außerdem wurde man von irgend einem Rockradioclown (muß wohl der Bringer rund um Mannheim sein) mit Aerosmith, Hammerfall und Rammstein gefoltert. Da merkte ich dann das Hammerfall nüchtern auch nicht zu ertragen sind. Überfüllt war´s auch, dazu unten mehr.

Nach ca. 2 Stunden DT war dann wieder ein Highlight auf dem Programm: The mighty, mighty Slayer. Positiv: Slayer, wie immer eine Bank, die Songs (Mandatory Suicide, Dead Skin Mask, Reign in Blood, Angel of Death u.a.) alles stimmte perfekt. Slayer kann man live einfach nicht richtig würdigen, man muß sie live sehen, schmecken, fühlen. Sie killen. Negativ: 45 Min. Spielzeit (fuck you, Verantwortlicher (sorry, anders geht´s nicht), außerdem hatten sie nicht den vollen Sound und das volle Licht (wenn Maiden dafür zuständig waren, kann ich das nicht verstehen, Maiden haben diese Spielchen nicht mehr nötig).

Was war noch negativ:

– Das Gelände: Viel zu klein und zu unbequem. Die Erklärung hierfür lieferte am Montag der SPIEGEL. Scheinbar ist der Berliner (was sonst?) Veranstalter DEAG in großen finanziellen Schwierigkeiten und hat die Metal2000 Konzerte an einen örtlichen Veranstalter verkauft und aufgrund negativer Vorverkäufe wären die Konzerte in Mannheim und Essen in ein kleineres Gelände verlegt worden. Wer sich das überfüllte Gelände und die überfüllte Maimarkthalle angeguckt hat, konnte diesen Aspekt nicht ganz nachvollziehen. Scheinbar wollte jemand da ´ne flinke Mark machen (is´ aber nur ´ne Vermutung), das würde auch das miese Essen erklären.

– Entombed haben nicht gespielt (was soll das?)

– es gab kein Rahmenprogramm (kuul, ´ne Metalmeile die aus 5 Ständen besteht)

– zuwenig Toiletten (fällt das unter Gelände?)

– die oben schon erwähnten nervigen Ansager und der nervige Radio-DJ

Was war positiv? :

Auch auf der Rückfahrt war kein Stau um Frankfurt.

Achso, nach der Soundsache mit Slayer und Motörhead hatte wir keinen Bock mehr auf Maiden. So kann man sich seinen Ruf versauen!

Deswegen mein Fazit: METAL2000 SUXX!