HEADBANGERS OPEN AIR 2005: Der Garten brennt wieder

HEADBANGERS OPEN AIR 2005: Der Garten brennt wieder

Warm-Up-Show, 07. Juli 2005
Avenger | Ravensthorne | Primordial

Freitag, 08. Juli 2005
Mitrhil | Maverick | Black Majesty | Inner Wish | Necrodeath | Weapon | Ravensthorne | Rival | Heathen

Samstag, 09. Juli 2005
Carpediem | Mystery Blue | Gun Barrel | Mirror of Deception | Gaskin | Undercroft | Warrant | Wizard | Attacker | Tyrant´s Reign | Damien Thorne

Der Garten brennt wieder!

Im hohen Norden gibt es eine Party, die in dieser Form wohl einmalig ist: Nordlicht Thomas stellt seinen Garten und Hof zur Verfügung und veranstaltet hier im flachen Land sein achtes HEADBANGERS Open Air. Der Garten wird zur Partymeile umgestaltet mit Bierzelt, Futterbuden und Pizzeria auf der Terrasse, der Hof wird zum Festivalgelände mit kleiner, aber ausreichender Bühne, Verkaufsstände gibt´s in der Garage. Und mittendrin an die 1000 Metalheads, ein paar Kids, neugierige Dorfbewohner und eine fleißige und meistens gutgelaunte Crew. So kommt man, wenn man einmal diese Atmosphäre erlebt hat, gerne wieder. Nachdem ich zuletzt beim HOA 2003 dabei war, war die Neugier natürlich groß, was sich geändert hat. Der Campingplatz ist, wohl wegen der wachsenden Zahl an Besuchern, etwas hinter das Grundstück gewandert. Aber ansonsten ist, abgesehen von ein paar mehr Besuchern, alles beim Alten – und das ist gut so!

Nach der gemütlich-feuchten Anreise in den hohen Norden zeigte sich der Zeltplatz noch mager belegt, auf dem Backstage-Gelände ist noch totale Ebbe. Noch eben zur Belustigung der schon erfolgreich angesiedelten Menschen im Regen das Zelt aufgebaut. Zwei überaus nette Gesellen aus dem nordischen Dithmarschen ersparen mir das hoffnungslose Rumgeblase an der Luftmatratze, indem sie uns mit einer elektrischen Pumpe weiterhelfen und extra ihr Auto an den Zaun fahren, weil unser Zigarettenanzünder nicht geht. Danke Jungs!!!

Warm-Up-Show 07.Juli.2005

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Die Warm-Up-Show findet diesmal im Saal einer Pizzeria statt direkt im nächsten Dörfchen. Die Cantina erweist sich als gemütlicher Laden und ist schon recht ordentlich gefüllt. Als erstes läuft uns Gitarrist Fred von THEE PLAGUE OF GENTLEMEN über den Weg, die Band, wegen der wir eigentlich schon zur Warm-Up-Show angereist waren. Die Belgier mussten als Erste raus und haben bereits ihren Gig hinter sich. Die Portugiesen IRONSWORD sind nicht gekommen, sodass das Programm kurzfristig umgestellt wurde und nun neben THEE PLAGUE OF GENTLEMEN, AVENGER (UK) und PRIMORDIAL heute die Amis RAVENTHORNE, die erst für den Freitag geplant waren, einen spontanen Zusatzgig spielen.

AVENGER

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Hatten genauso viel Spaß wie das Publikum: AVENGER

Als wir den Saal betreten, der die passenden Ausmaße für dieses Event hat und eine absolut ausreichende Bühne, zocken AVENGER gutgelaunt ihre (fast)-NWOBHM- Klassiker von der Bühne. Vor allem Sänger Ian Swift macht die Show sichtlich Spaß, ebenso wie den noch nicht ganz so zahlreichen Metalheads vor der Bühne. Als AVENGER `83 mit ihrer Single Too wild to tame auftauchten und die guten Longplayer Blood sports und Killer elite nachschoben, war die NWOBHM schon am ausklingen und hatte ihre großen Helden bereits gefunden. So hatten AVENGER damals die richtige Zeit für den verdienten Durchbruch schlichtweg verpasst. Das merkt man auch nach 20 Jahren noch, denn erstklassige Nummern wie Revenge attack und als Rausschmeißer die beiden Singletracks Too wild to tame und On the rocks rocken auch heute noch gewaltig. Die Band wirkt gut eingespielt, nur der Sound ist leider sehr dröhnig und für den kleinen, bisher nur halb gefüllten Saal deutlich zu laut. Aber dazu kann die Band nichts, ein klasse Gig der hoffentlich nicht nur ein einmaliges Vergnügen war.

RAVENSTHORNE

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Statt IRONSWORD, deren Absage sichtlich viele Leute enttäuscht hat, besteigen also RAVENSTHORNE die Bühne. Als die Amis mit Possessed by Evil loslegen, findet man die meisten Leute noch draußen in der Pizzeria und vor der Cantina. Das ändert sich schnell, mit ihrem oft fast thrashigen US-Metal ziehen sie die Leute doch schnell vor die Bühne. Songs wie The house of the damned, Buried in the basement, Gates of hell oder das groovende Lust for a vampire, hier erinnern nicht nur die KING DIAMOND-mäßigen Vocals sehr an frühe MERCYFUL FATE, bringen Stimmung in die Bude. Die Augen sind natürlich auf Sänger Bill Jannusch gerichtet, der mit seinem bemaltem Gesicht und seinem schwarzen Umhang optisch wie eine Mischung aus dem King und ALICE COOPER wirkt. Seine Stimme ist über jeden Zweifel erhaben, von metallisch rau bis zu schmerzenden Screams ist Abwechslung geboten. Auch die Songs sind sauber gespielt, bieten reichlich Abwechslung und bestätigen, warum RAVENSTHORNE schon lange Kultstatus haben. Ein super Appetithäppchen für die Show am nächsten Tag – nur der immer noch eher schlechte Sound nahm etwas die Power raus.

Ein Blick zurück in die Cantina macht deutlich, dass man hier schon beim HEADBANGERS ist: die Leute sind bestens gelaunt, man sieht viele Gesichter, die man auch die Jahre vorher gesehen hat, die Bands sind mittendrin und die lockere Atmosphäre dieses Abends lässt einen mit Freude an das kommende Wochenende denken. Draußen wirds langsam kalt und auch die letzten Nachzügler sind angekommen, sodass die Cantina jetzt proppevoll ist.

PRIMORDIAL

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Grund dafür ist natürlich auch die PRIMORDIAL-Show, welche wohl auf dem Open Air etwas deplaziert gewesen wäre, diesem Abend aber einen interessanten Kontrast zum reinen Metalsound beschert. Schon bei den ersten aktuellen Songs The golden spiral und The gathering wilderness ist dann entsprechend die Hütte gerammelt voll. Das wirkt sich auch auf den Sound aus, vielleicht hat der Mischer auch nur die Watte aus den Ohren genommen. Zwar immer noch schweinelaut, aber merklich differenzierter macht es einfach Spaß, vor allem der interessanten Gitarrenarbeit von Ciáran und Michael zuzuhören. Und dazu gibt es bei tiefgehenden Songs wie Sons of the Morrigan, Gods of the godless, Journey´s end, The song of the tomb reichlich Gelegenheit. Frontmann A.A. transportiert die Vocals mit heidnischen Gesten und blutverschmiertem Körper fesselnd ins Publikum und hat dieses schnell im Griff. Aber irgendwie kommt das über die Länge des Sets dann doch etwas zu plakativ und aufgesetzt, irgendwann wissen es alle im Saal, dass wir alle Brüder (was ist mit den Schwestern?) sind. Aber die PRIMORDIAL-Songs basieren ja nicht auf den Frontmann, die Größe der Stücke entsteht aus dem Gesamtbild. Also Augen zu, einfach der Musik lauschen und ab gehts ins alte Irland mit seinen wilden und mystischen Geschichten. Erst die heftigere Nummer The burning season holt einen als Abschluss wieder in die Realität zurück. Obwohl ich das Stageacting von A.A. etwas überzogen finde und sein Rumgerotze auf der Bühne echt eklig war (der Rest der Band zockte in sich gekehrt, aber mit erkennbarer Leidenschaft für die eigene Musik), war es ein klasse Abschluss der Warm-Up-Show.

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PRIMORDIAL: eindrucksvoll, mystisch und etwas überzogen



Auch wenn danach die ersten Leute den Abflug machten, die Cantina war noch bis spät in die Nacht gut gefüllt, ebenso wie die meisten Leute, die noch stundenlang mit netten Plaudereien Geschichten über den Sinn des Lebens und Metal im Wandel der Zeiten austauschten.

Freitag, 08. Juli 2005

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MITHRIL

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Eröffnen das HOA: MITHRIL

Als Gewinner des Bandwettbewerbs im Hamburger Metalschuppen Headbangers Ballroom eröffneten MITHRIL musikalisch die Gartenparty. Die Kieler machen ihren Job anscheinend mehr als ordentlich. Die letzten Power-Metal- Nummern Among the living und The tower, die ich noch mitnehme, kommen gut an und die Band zeigt sich spielsicher und selbstbewusst. Schade, dass die meisten Leute noch im Garten rumhängen. Aber eine kleine Meute vor der Bühne feiert die Nordlichter ausgelassen und hat ihren Spaß.

MAVERICK

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Bei den Japanern MAVERICK zog es dann schon mehr Neugierige in den Hof und die bekamen einen wirklich vergnüglichen Gig geboten. Irgendwo zwischen Kollegen wie LOUDNESS und EARTHSHAKER mit ein paar Anleihen bei HELLOWEEN ging musikalisch gut das Sushi ab, aber auch ohne Songs wie Endress smile, Gone are the days und Pull me under waren allein schon die japanischen Ansagen sehr unterhaltsam – nur hin und wieder erkannte man was wie Germany oder Heavy Metal Maniacs. Der Basser brachte mehr als ungesunde Verrenkungen zustande und der Rest poste sich durch sämtliche Klischees, was bei dieser Band überaus witzig und sympathisch rüberkommt. Fernab der Bühne zeigten sich die Jungs dann deutlich schüchterner, was aber sicher auch an der Sprachbarriere lag. Immerhin hatten sie den besten Logenplatz, die Japaner wohnten im alten Kornsilo mit Schlafzimmerfenster direkt auf die Bühne.

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MAVERICK: spaßig und sehr unterhaltsam

BLACK MAJESTY

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Überzeugen auch ohne bunte Lämpchen: BLACK MAJESTY

Die Australier BLACK MAJESTY legten dann mehr Wert auf spielerische Finesse, gingen mal leicht progressiv zu Werke und klangen bei schnelleren Parts teilweise fast mal typisch italienisch. Zum Anfang des Sets hielt ich sie noch für die Griechen INNER WISH, optisch wäre diese Verwechslung wegen der dunkelhaarigen, südländischen Typen durchaus vertretbar gewesen. Aber der typisch australische Dialekt des Sängers brachte dann doch die Erkenntnis, dass hier die Jungs aus Down Under am Start waren. Mit Songs of time, Firestorm, Lagacy, New horizons, Dragon reborn, dem ruhigeren Guardian, Silent company und dem Schlusssong Fall of the reich präsentieren BLACK MAJESTY interessante Songs, die sehr sauber und technisch klasse vorgebracht werden, aber nie zu verspielt sind und genügend Power mitbringen, um die Leute vor der Bühne in Gang zu halten. Ein optisches Highlight war der kitschige Bass, der mit seinen ins Griffbrett eingelassenen Leuchtdioden dann doch etwas albern rüber kam. Zusammen mit dem bunt leuchtenden Hughes & Kettner-Gitarrenamp wäre eine Lightshow gar nicht nötig gewesen.

Bei dem strahlenden Sonnenschein kam das aber zum Glück nicht so sehr zur Geltung. Sonne im Herzen hatte auch der kurzfristig eingesprungene Aushilfsdrummer, der sich sauber und mit sichtlicher Spielfreude durch den Set trommelte.

INNER WISH

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Sehr sympatisch und spielfreudig: INNER WISH

Diesmal standen dann aber wirklich die Griechen von INNER WISH auf der Bühne, das Bandshirt vom Basser lies keine Zweifel aufkommen. Zwar weniger hart, dafür sehr abwechslungs- reich inklusive Keyboardeinsatz brachten die Herren natürlich hauptsächlich Songs ihrer aktuellen Scheibe Silent faces wie Dancer of the storm, Midnight call, If I could turn back time, Silent faces, und Hold on, aber auch ältere Nummern wie das coole Space runner, Lord of Truth, Ready for attack und Carry your cross konnten voll überzeugen. Das hinderte trotzdem viele Leute nicht, lieber die letzten warmen Sonnenstrahlen vorm Zelt oder auf der Bierbank im Garten mitzunehmen. Schade, denn das sympathische Auftreten der Band (der optisch voll metallisch unkorrekte Basser und der passende Gitarrist ließen amtlich die Sau raus, Sänger Babis liest seine deutschen Ansagen vom Zettel ab) und die teils leicht proggigen Songs hätten mehr Beachtung verdient.

NECRODEATH

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Das sehr US/Power-Metal-lastige HOA bringt auch immer mal eine Band aus heftigeren Lagern, was der Abwechslung in Programm zu Gute kommt. Das man nicht jeden Geschmack treffen kann ist da ganz klar. So brauchen die Italiener von NECRODEATH gerade eineinhalb Songs, um mich zum Zelt zu vertreiben. Mit einem aggressiven Mix aus Thrash, Black und Punkigem ist das für mich einfach die falsche Musik am falschen Ort – es ist mir für das relaxte Feeling auf diesem Festival einfach zu heftig. Das sehen durchaus mehr Leute so, aber eine Schar harter Gesellen geht vor der Bühne gut ab und die Italiener zocken unbeirrt ihre derben Attacke von der Bühne. Ok, ganz erfolgreich ist meine Flucht dann doch nicht, gefangen vorm MIRROR OF DECEPTION-Zelt bekommt man den Gig komplett mit. Mit dem VENOM-Cover Countess bathory lassen NECRODEATH dann auch noch mal aufhorchen.

WEAPON

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Rockten unerwartet stark den Garten: WEAPON

Überhaupt nicht auf der Rechnung hatte ich die Engländer WEAPON. Noch aus der NWOBHM hatte ich die Band als eher belanglos in Erinnerung. Trotzdem schafften es die durchaus etwas älteren Herren, dass man sie bemerkt. Speziell die Fönfrisuren von Sänger Danny Hynes und Basser Barry Downes waren bereits vor der Show ein echter Hingucker. Umso überraschter war ich dann, als die Band auf der Bühne stand. Nach wenigen Momenten hatte WEAPON das Publikum auf seiner Seite. Sänger Hynes suchte immer wieder erfolgreich den Kontakt zu den Leuten, und man merkte den Herren an, dass sie richtig rocken wollen. Mit Nummern wie Liar, Midnight satisfaction, Mad mad world, Olivia (der wohl einzigen echten Ballade des Festivals) und Killer instinct sorgte die Band für Stimmung. Nix mit Ü-30-Rock, auch die jungen Metalheads feiern die Band, egal obs auch der eigene Papa sein konnte da auf der Bühne. Auch wenn es keine wirklich überragende Songs gibt, eher einfache Hausmannskost, und die Stimme von Hynes wohl zu den schwächsten des Festivals zählt, macht die Band das mit viel Charisma und ehrlicher Spielfreude vergessen. WEAPON sind ganz klar der erste kleine Gewinner den Festivals. Nicht unbedingt musikalisch, aber allein dass sie die anfänglichen Zweifel der Leute mit einem Lächeln weggewischt haben und einfach gut den Garten gerockt haben.

RAVENSTHORNE

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Konnten zwei Shows spielen: RAVENSTHORN

Für RAVENSTHORN geht es dann in die zweite Runde. Aber nach dem guten Auftakt gestern bei der Warm-Up-Show sehen die Gruselrocker der Show gelassen entgegen und zocken ihren Speed- und Power-Metal weitaus entspannter runter als noch am Abend davor, wo ihnen eine leichte Unsicherheit anzumerken war. So lässt Sänger Bill wieder den kleinen Bruder von KING DIAMOND raushängen und die Meute vor der Bühne geht gut ab. Die Leute sind mittlerweile sehr bierselig und in Partystimmung, und das zeigen sie auch. Die Band gibt das zurück und haut ihren teils fast thrashigen US-Metal locker von der Bühne.

Das Programm ist fast identisch mit dem von Gestern, kommt daher nicht mehr so spannend. Aber für viele Fans ist heute RAVENSTHORN-Premiere, und Songs wie Possessed by Evil und Buried in the basement überzeugen erneut, ebenso wie der Gesang von Horror-Blondie Bill. Den guten Mann wird man dann auch den Rest des Festivals immer wieder sehen. Meist etwas schwankend mit verschmierter Schminke genießt er sichtlich das Partyleben, sucht immer wieder Kontakt und lässt kaum eine Gelegenheit für ein Schwätzchen aus oder feiert die anderen Bands vor der Bühne.

RIVAL

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RIVAL: nicht nur musikalisch kraftvoll

Wo RAVENSTHORN optisch eher amüsant waren, stehen bei RIVAL nun ganz harte Männer auf der Bühne, speziell Basser/Sänger John ist ein Meister Propper wie man ihn sich wünschen kann. Und genauso kraftvoll kommt auch der klassische US-Power-Metal der Knaben aus Chicago rüber. Von alten Songs wie The last rebellion, Strangler, das epische Evil within und Beast of the night über neuere Sachen wie State of mind und Lord of the night boten RIVAL eine gute Mischung erst- klassigem US-Metals. Leider war dem Publikum deutlich anzumerken, dass es schon länger am Feiern ist, sodass nach anfänglicher Begeisterung doch der erste Schwächeanfall folgte. Zur Hälfte des RIVAL-Gigs hatten sich dann doch viele Leute noch mal an die Bar und die Futterstände verzogen. Nicht ganz unschuldig war sicher auch die üble Einstellung der Scanner, die jetzt bei Dunkelheit voll zum Einsatz kamen. Regelmäßig strahlten sie dem Publikum voll ins Gesicht, sodass man irgendwann nur noch Sternchen gesehen hat oder sich noch rechtzeitig weggedreht hat. Auch das mag so manchen vertrieben haben, denn den Sound konnte man überall gut mithören.

HEATHEN

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Dieses HEADBANGERS hatte ja nun reichlich wirklich gute Bands anzubieten, ab was dann kam, war wohl nicht von dieser Welt. Schon der Auftakt Hypnotized stellte klar, dass hier auf einer ganz anderen Ebene gezockt wurde. Egal welchen Song die Band aus dem Ärmel zog, mit Hammertracks wie Death by hanging, Victims of deception, Break the silence, das spannende Instrumental Opiate of the masses oder die überlange balladeske Bandhymne Heathen`s song, sowie zwei starke neue Stücke, machten die Jungs sowohl spielerisch als auch von der Performance her keine Gefangenen. Die Band spielte ihren immer melodischen Sound im ganz eigenen HEATHEN-Groove tight wie sonstwas und auf der für diese Band viel zu kleinen Bühne war immer ohne Ende Bewegung. Diese Professionalität, vorgetragen mit echter Spielfreude, legte ein Level vor, das meiner Meinung nach allerhöchstens noch etwas von ATTACKER angekratzt werden sollte. Sänger Dave dirigiert die Meute nach Lust und Laune, die Band schrubbt böse schauend, aber mit viel Spaß inne Backen die Songs runter und besonders das Gitarrenspiel von Lee Altus und Ira Black ist immer gut für offene Münder. Rock Hard-Götz gab sich die Ehre, das THIN LIZZY-Cover The holy war mit seiner zarten Stimme zu veredeln, RANDALICA lässt grüßen! Die Ehrfurcht, die man in den 80ern den Bay-Area-Bands entgegenbrachte, verdienen die Herren HEATHEN auch heute noch ohne Abzüge, schließlich liegen die Wurzeln der Band in der großen Zeit der San Franzisco-Thrasher. Gerade Dave erwies sich auch später als sehr sympathischer und höchst interessanter Mann, der einen auch am nächsten Tag noch mit Namen anspricht und mit seiner natürlichen Art klar Punkte macht.

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HEATHEN: zocken in einer anderen Liga!

Nach dieser Hammer-Show ist dann aber recht bald Ruhe im Garten, fast alle trollen sich Richtung Zelt um noch dort ein Gute-Nacht-Bierchen zu nehmen oder gleich in den Schlafsack zu rutschen. Keiner nervt mit Blechsound aus der Autoanlage oder unkontrolliertem Gehabe. So merkt man dann doch schnell, dass sich hier im Brande wohl wirklich noch Fuchs und Hase Gute Nacht sagen.

Samstag, 09. Juli 2005

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Genauso entspannt beginnt dann auch der Samstag. Das Wetter ist angenehm sonnig, aber nicht zu warm, und bald trudeln die ersten Leute zum Frühstück an. Wer sich nicht selber was mitgebracht hatte, konnte auf der Terrasse direkt am Wintergarten seine Frühstücksbrötchen kaufen und Kaffee trinken. Da schlurfen dann die Musiker in der Jogginghose vom Zähneputzen zum Frühstück, auf dem Zeltplatz steigen schon die ersten Wölkchen vom Grill auf und auch sonst ist es auffallend, wie gemütlich hier alles abläuft. Diese Atmosphäre gibt es wohl nur beim HEADBANGERS. Ganz pfiffig die örtliche Bäckersfrau: verwundert über die vielen finster ausschauenden, aber freundlichen Gestalten, die ihren Laden im Dorf aufsuchen, kriegt sie dann doch raus, dass da wieder das Rockfestival ist. So packt sie ihren Golf voll mit Backwaren und stellt sich einfach vor den Eingang zum Campingplatz. So ist dann auch für die Langschläfer und Käsebrötchenverpasser noch das Frühstück gesichert. Das war leider ein ganz klares Manko am HEADBANGERS: es gab nahezu nur Fleischfutter. Wer Fleischlos lebt, dem blieb nur die nackte Pizza Margarita und das war`s. Und mit dieser Meinung stand ich ganz und gar nicht allein da, auch viele andere haben das bemängelt. Wenigstens `ne Pommesbude sollte noch drin sein. Aber nachdem die Rettung in Person der Bäckersfrau auftauchte, ging es doch ohne knurrenden Magen vor die Bühne.

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Wieder eine lockere Gartenparty: das HEADBANGERS 2005

Ein Problem ist allerdings das Festival-Klo. Der kleine Wagen mag gerade noch für die Leute ausreichen, aber wenn schon am Donnerstagabend der Klodeckel wegfliegt und es auch sonst nicht wirklich gemütlich ist, übertreibt man es mit 50 Cent Klogebühr doch etwas. Dafür bekommt man sogar in WACKEN ein sauberes und heiles Plätzchen geboten. Obwohl es ja etwas schwer fällt, über die fehlende Sauberkeit zu nörgeln. Wenn der überaus nette und zumindest schon beim HOA 2003 anwesende (farbige) Klomann nach dem zigsten Spruch vom schwarzen Mann und noch primitiveren Worten keinen rechten Bock mehr hat, den Dreck eben dieser Leute wegzuwischen, ist das durchaus verständlich. Ein angemessener Klowagen sollte trotzdem drin sein, oder eben für die Low-Budget-Sitzung nur ein symbolischer 10er oder 20er.

Unglücklich ist auch die Sache mir dem Sound. Natürlich kann der Soundmann und auch der Lichttyp nicht das Maximum rausholen, wenn der Pult seitlich nahe an der Bühne steht. Da helfen die engagierten Stagehands auch nicht mehr weiter. Das HOA hat mittlerweile soviel Klasse, da sollte man bei der Technik keine Abstriche machen. Stellt den Jungs endlich ein eigenes Häuschen auf den Hof und das mit dem schlechten Sound oder ungünstig platzierten Lampen wird erledigt sein!

CARPEDIEM

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Guter Frückstücks-Metal: CARPEDIEM

Pünktlich zum Mittag entern CARPEDIEM aus Elmshorn die Bühne. Mit einer Mischung aus gemächlichen Power-Metal und härteren Klängen versuchen sie, die Leute wachzurütteln. Auch wenn die Band sauber spielt und die Songs recht gut kommen, bieten CARPEDIEM aber nicht wirklich den Auslöser, um die noch den Vortagskater austragenden Leute vor die Bühne zu holen. Auch der im Vergleich zum Vortag sehr schlechte Sound trägt viel dazu bei, dass die Songs nicht so recht zünden wollen, denn Stücke wie Paralyzed oder War inside ließen durchaus aufhorchen. Angesteckt von der müden Atmosphäre kommt dann die Band selbst auch nicht so recht aus dem Quark und zockt etwas müde vor sich hin, kriegt dann aber doch den Bogen und die Show entwickelt sich zu einem guten Wachmacher. Nur bleibt der Hof noch weitestgehend leer, weil die meisten Leute noch träge an den Kaffeebechern oder am ersten Bier beim Schwätzchen im Bierzelt hängengeblieben sind.

MYSTERY BLUE

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In den 80ern hängengeblieben: MYSTERY BLUE

Deutlich energischer wollten dann die Franzosen MYSTERY BLUE die Sache angehen. Sah man sie morgens noch mit Schlabbershirt und Jogginghose durch die Gegend ziehen, so hatten sie sich nun in bester 80er-Manier aufgebretzelt. Vor allem Bandkopf/Gitarrist Frenzy sah mit seiner VoKuHiLa-Frisur, Schnauzbärtchen, den bunten Gitarren, Teufelsshirt und Megastiefeln aus wie ein lebendes 80er-Fossil. Dementsprechend war dann auch die Mucke von MYSTERY BLUE. Komplett in den 80ern verwurzelt zockte die Band einen Sound, der nicht allein durch die weiblichen Vocals immer mal an WARLOCK oder auch frühe LEE AARON denken lies. Dementsprechend kamen auch die Songs, Titel wie Slave to blood, Electric power, Metal dream oder Shades of death sprechen für sich. Als man dann noch Metal daze von MANOWAR covert, hat man auch die letzten Leute in Bewegung und setzt mit dem Bandoldie Ride to live, live to ride einen klasse Abschluss. Die Songs klingen klassisch, aber nicht zu altbacken, die Band präsentiert sich energisch und Sängerin Nathalie hat die Menge mit guter Stimme, charmantem Posing und netten Ansagen gut im Griff. Zwar schwächelt auch bei den Franzosen noch der Sound, der wird aber zum Ende des Gigs besser und schwankt dann den Rest des Tagen zwischen ok und gut.

GUN BARREL

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Ein Tritt ins Hinterteil: GUN BARREL

Von GUN BARREL krieg ich leider nur ein paar Songs mit, aber Power dive und besonders der neu Track Light and shadows(?) knallen ohne Ende. Die Band rockt mit ihrem Rotz-Rock gewaltig den Garten, geht auf der Bühne gut ab und wird entsprechend von den Leuten abgefeiert. Geile Mucke, die ordentlich Arsch tritt und wirklich Spaß macht.

MIRROR OF DECEPTION

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Dann bereitet sich alles auf die erste Portion Doom auf dem HOA vor, auch Donnergott Thor ist eigentlich Doomer und verdunkelt passend zum Gig von MIRROR OF DECEPTION den Himmel, um dann exakt zum Showbeginn einen gewaltigen Donnerschlag loszulassen. THUNDERSTORM würden wohl alles geben für so einen Auftakt! Vor der Bühne sieht man die bekannten Gesichter, der Regen sorgt dann schnell dafür, dass sich noch mehr Leute vor der Bühne drängeln. Auf der Bühne gibt es genau das, was man von MOD mittlerweile kennt: die Band präsentiert sich spielfreudig, total natürlich und hat eine Setlist vorzuweisen, die einen klasse Song nach dem anderen bietet. Natürlich vermisst man als Fan so manchen Klassiker, aber das Augenmerk liegt natürlich auf den Songs der aktuellen Scheibe Foregone. Schließlich gilt es, einem Publikum voll mit traditionellen Metalheads den Doomsound von MOD näherzubringen. Aber neuere Stücke wie Bleak, Foregone way, The ship of fools, Deception island, Songs wie Endgleiten (auf das befürchtete Entkleiden verzichtet Siffi heute) und Vanished oder der Oldie Asylum werden von den Fans gefeiert, wer MOD bisher nicht kannte war absolut begeistert. Nur wenige wenden sich ab, weil ihnen der orthodoxe schwerfällige Sound der Schwaben überhaupt nicht gefällt. Besonders klasse auch Aushilfsdrummer Matze (SACRED STEEL), der nach nur zwei Proben einen amtlichen Job macht. Zwar versemmelt er den Anfang von Foregone way, aber Band und Publikum sehens locker und der Song wird einfach noch mal ans Ende des Sets gesetzt. Auch Petrus ist mehr als zufrieden und lässt nach der Show seine Regenwolken verschwinden.

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MIRROR OF DECEPTION: Wettergott Thor steht auf Doom

GASKIN

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Wollen es nochmal wissen: GASKIN

Nachdem mich WEAPON am Vortag mehr als überrascht hatten, war ich bei den NWOBHM-Helden GASKIN erstmal vorsichtig mit negativen Gedanken. Was aber nicht so leicht fiel wenn man kurz vor dem HOA noch die 82iger Scheibe No way out gehört hat, die durch den schlechten Sound und die eher belang- losen Songs schnell in der Bedeutungslosig- keit verschwunden war. Aber die Band machte eigentlich alles richtig und rockt anfangs etwas unsicher, in Laufe des Gigs immer lockerer mit neueren Songs wie The man is back, Tomorrow, Still got the hunger, Lost `n` lonely. Aber erst als GASKIN zu älteren Songs kommen wie Broken up, dem ruhigen Come back to me und No way out, die live weitaus besser kommen als auf der No way out-Platte, kommt auch im Publikum richtig Stimmung auf. Wirklich spannend wird es dann aber erst als man Songs des 81iger-Debüts End of the world auspackt und die besten Songs des Sets präsentiert. Sicher waren auch das keine Highlights der NWOBHM, aber die Singletracks I`m no fool und Sweet dream maker und End of the world waren auf vielen Samplern vertreten und sind somit die bekanntesten Songs von GASKIN. Die Band präsentiert sich spielfreudig und sympathisch, vor allem Bandkopf Paul Gaskin hat einige harte Jahre hinter sich und geniest offensichtlich diese Show, taut immer mehr auf und steckt damit seine Mitmusiker an. Ein netter Gig mit netten Rocksongs, aber auch nicht wirklich mehr.

UNDERCROFT

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Dann ist es wieder an der Zeit, die Flucht zu ergreifen. Die Chilenen UNDERCROFT stürmen die Bühne und ballern der kleinen Scharr ihren simplen, aber durchaus durchschlagkräftigen Brutalo-Thrash mit gelegentlichem SEPULTURA-Touch um die Ohren. Fernab vorm MOD-Zelt wird aber schnell deutlich, dass sich kaum Abwechslung in den Songs erkennen lässt. Irgendwann ist dann komplett Ruhe (technische Probleme am Bass), und bevor es weiter geht nutze ich die Pause, um im Zelt über den Sinn des Lebens nachzudenken und….verpenne den Gig der zweiten Doom-Band, den Italienern ALL SOULS DAY!

Vom Zelt aus bekomme ich nur noch die letzten Töne von The sinner und das CANDLEMASS-Cover Under the oak mit, welches mehr als klasse rüberkommt. Sänger Alberto hat eine kraftvolle Stimme, und die Band spielt den Song sauber und druckvoll. Aaarg, hab ich mich geärgert, und die entsprechenden Sprüche der anderen Doomster waren mir sicher. Die Band aus Verona erweist sich dann, sicher auch durch fehlende englische Sprachkenntnisse, als eher schüchtern und verkriecht sich in dem gigantischen Wohnmobil, mit dem sie angereist sind.

WARRANT

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Bringen den furchteinflössenden Enforcer mit: WARRANT

Dann folgt eine Reise in früheste deutsche Speed/Thrashge- schichte. Mit einer EP (First strike) und einer LP (The enforcer) haben es WARRANT 1995 geschafft Kultstatus zu erreichen und lösten sich dann bald auf. Umso mehr war man gespannt auf diese wohl einmalige Show. Auch wenn die alten Lockenmatten einer Kurz- bis nix-mehr-Frisur gewichen sind, hauen uns die Jungs ein herrliches Old-School- Brett vor die Nase. Bis auf drei Songs braten sie alle Tracks der beiden Scheiben runter, als würden sie das jeden Tag machen und haben sichtlich Spaß dabei. Aber das ist bei coolen Speednummern wie Satan, Bang that head, Send ya` to hell, Betrayer, Enforcer, den kultigen Nuns have no fun oder dem Rausschmeißer The rack unvermeidbar, und natürlich geht auch die Menge vor der Bühne mächtig ab. Wie zu erwarten wird sie dabei natürlich auch vom Bandmaskottchen, dem Enforcer, bedroht und heiß gemacht. Klar ist es albern, `nen Typen mit Henkerkapuze und Beil über die Bühne hüpfen zu lassen, aber das unterstreicht einfach perfekt den riesen Spaßfaktor bei dieser gelungenen WARRANT-Show. Mehr davon!!!

WIZARD

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Keine Ahnung, warum WIZARD die Meinungen so spalten. Ein Haufen Leute geht an die Bierstände, während sich eine beachtliche Meute vor der Bühne versammelt. Und das ist gut so, denn WIZARD bieten eine klasse Metal-Show, die natürlich vor Klischees nur so klebt. Aber die Jungs stehen zu ihrer Mucke und bringen ihren mehr als truen traditionellen Metal ehrlich rüber mit viel Spaß und Power. Der Gesang von Sven kommt wirklich gut, und sein Gepose passt perfekt zum Sound der Band. Songtitel wie Fire and blood, Call of the wild, Circle of steel, Metal und Defenders of metal machen deutlich, worum es hier geht und bieten genau die Portion Kitsch, die man erwartet. Eingepackt in griffige Songs mit reichlich Mitgröhlmelodien genau das Richtige, um die True-Metaller vor der Bühne glücklich zu machen. Nicht gerade mein Ding, aber auf diesem Festival ein mehr als passender Gig.

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WIZARD: True-Metal mit unterhaltsamen Kitschfaktor

ATTACKER

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Pünktlich zur ATTACKER-Show wird es dann wieder richtig eng vor der Bühne. Mit ihrem facettenreichen US-Metal, der immer mal wieder an schnellere METAL CHURCH erinnert, können die Amis auch nicht viel falsch machen. Die Tracks kommen von der 88iger-Scheibe The second coming wie Emanon, Captives of Babylon, Desecration, Revelations of evil, von der aktuellen Cd Soul taker gibt es Soul taker, Return to Mordor und als Zugabe Until we meet again. Am meisten abgefeiert werden aber die Songs vom 85iger Debüt Battle at helm`s deep. Bei Klassikern wie Slayer`s blade, und als Showdown Discriple, (Call on) The attacker und The hermit geht das Publikum und die Band selbst am wie`n Zäpfchen. Aber auch die zwei mir unbekannten Songs Nail it down und I am sinn sind klasse Nummern, wahrscheinlich Appetithäppchen für die bald erscheinende ATTACKER-Scheibe The unknown. Die Band wirkt natürlich und macht auf der Bühne ordentlich Dampf, einzig die teilweise extrem hohen Vocals von Bob Mitchell, die nicht selten an David Wayne (METAL CHURCH) erinnern, gehen so manchen Leuten an die Substanz. Aber letztendlich passt diese eindringliche Stimme perfekt zur abwechslungs- reichen Power-Mucke der Band und sorgt mit dafür, dass diese energiereiche Show wohl das Highlight des Tages bleiben sollte.

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Das Highlight des zweiten Tages: ATTACKER

TYRANT´S REIGN

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Hatten es nach ATTACKER nicht so leicht: TYRANT`S REIGN

Da noch einen drauf zu setzen war nun die undankbare Aufgabe von TYRANT`S REIGN, und so ganz will es der Band aus dem Raum Chicago nicht gelingen. Die durchaus kraftvollen Nummern des Tyrant`s Reign– Debüts wie Kill or be killed, Tyrant`s reign, S.O.S., Jack the ripper und besonders die Rausschmeißer Passage to eternity und Reign of terror kommen wirklich gut. Die Leute gehen ab wie von der norddeutschen Hypermücke gestochen, aber im Verlauf des Sets wird es doch merklich leerer auf dem Platz. Mag es sein, dass viele Leute einfach noch eine Pause vor der letzten Band brauchen, so liegt es aber letztendlich auch etwas an den nicht gerade starken Vocals von Randy Barron. Oft etwas daneben singend und mit eher kraftloser Stimme (im Vergleich zu den anderen Sängern beim HOA) nervt er vor allem mit seinen Screams. Wenn man dann noch gegen die einfach beeindruckenderen Sänger von HEATHEN, ATTACKER, RAVENSTHORNE und Co anstinken muss, kann man TYRANT`S REIGN trotz guter Songs und amtlicher Performance als Co-Headliner wohl als deplaziert sehen. Nicht ganz so stark wie ATTACKER, aber trotzdem ein klasse Gig!

DAMIEN THORNE

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Ein guter Rausschmeißer: DAMIEN THORNE

Auch wenn allen Leuten, Fans ebenso wie der Festivalcrew, das lange Wochen- ende ins Gesicht geschrieben steht, raffen sich die meisten noch mal auf um sich die letzte Band des HEADBANGERS 2005 anzuschauen – DAMIEN THORNE. Das Debüt The sign of the jackal schaffte 1986 leider nicht die verdiente Aufmerksam- keit zu erlangen. Zum einen lag es sicher am etwas matschigen Sound, zum anderen zockten sie ihren US- Metal eher mit gemäßigtem Tempo, während der Trend Richtung immer schneller ging. Umso überraschender war es, wie viele Leute mit dem Sound der Band vertraut sind. Sie feiern das Debüt mit Sign of the jackal, Fear of the dark, Hell`s reign, Siren`s call und Damien`s procession genauso ab wie Songs des aktuellen Nachzüglers Wrath of darkness, wie dem Titeltrack Wrath of darkness. Der neue Sänger Joe Martin kommt sympathisch rüber und hat die Leute vor der Bühne gut im Griff, gefällt mir mit seiner eher hohen Stimme aber nicht so sehr wie der rauere Ur-Sänger Justin Fate. Die Bandklassiker bringt er gut rüber, die Band zockt ihre im Vergleich zu ATTACKER und TYRANT`S REIGN doch eher einfacheren Songs aber etwas unmotiviert runter. Das rundet dann leider auch der immer schlechtere werdende Sound ab. Als wolle man den mumpfigen Sound der beiden Platten übernehmen wird der Sound vor der Bühne immer matschiger und dumpfer. So setzt dann auch ein verstärktes Abwandern der Fans Richtung Zelt ein, das harte Wochenende zeigt bei Vielen deutlich seine Spuren. Das kann die Band aber nicht davon abhalten, zum Abschluss noch BLACK SABBATH`s Symptom of the universe runterzubrettern. Eine nette Geste, das HEADBANGERS musikalisch mit einem meiner Alltime-Faves zu beenden!

So endet das achte HEADBANGERs und lässt wieder mal fast nur Begeisterung zurück. Es hat wieder verdammt viel Spaß gemacht, das Wochenende mit all den Metalheads, Metal-Queens, Metal-Kids, dem eher punkigen Metal-Dog (immer kräftig am Schnorren) und der netten HOA-Crew zu verbringen. Da freut man sich jetzt schon aufs neunte HEADBANGERS, erste Infos gibt es auf der HOA-Homepage.

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.