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FIT FOR A KING, MEMPHIS MAY FIRE, ACRES, 156/SILENCE: Konzertbericht – E-Werk, Köln – 12.03.2026

Über ein halbes Jahr nachdem FIT FOR A KING ihr aktuelles Album “Lonely God” veröffentlicht hatten, war die Band auch in Deutschland zu sehen. Am 12. März fand die Tour ihren Auftakt im Kölner E-Werk, nachdem die Show aus dem größeren Palladium dorthin verlegt wurde. Für allzu viel Verwirrung sollte dies jedoch zumindest seitens der Fans nicht sorgen, denn das E-Werk liegt direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Palladiums.


156/SILENCE

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Den Einstieg in den Abend lieferten 156/SILENCE, bei denen der Name alles andere als Programm ist. Die Musik der Band wird vor allem von den Screams von Vocalist Jack Murray bestimmt, mit denen dieser nicht sparsam umgeht. Die anderen Bandmitglieder geben den Songs mit einer intensiven aber dennoch gut gelaunten Energie die nötige Tiefe. Doch bei 156SILENCE ist nicht alles einfach nur laut. In einigen Songs gibt es auch ruhigere Parts, die mitunter fast schon schaurig anmuten.

Das Publikum im Kölner E-Werk wirkt davon aber alles andere als abgeschreckt. Denn auch wenn die Stimmung für diesen Abend zunächst noch aufgebaut werden will, klatscht die Menge bei dem etwas ruhigeren Song „High Dive in a Low Well“ bereits im Takt mit, muss aber auch beim darauf folgenden „Wants I Need“ nicht zweimal darum gebeten werden, die Fäuste in die Luft zu werfen.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt scheint das Publikum überzeugt zu sein, denn es wird geheadbangt und laut applaudiert. Und nach einer Wall of Death machten sich beim Song „Better Written Villain“ sogar die ersten Crowdsurfer auf den Weg nach vorne.

156/SILENCE Setlist

  1. Target Acquired
  2. Product Placement
  3. Our Parting Ways
  4. High Dive in a Low Well
  5. Wants I Need
  6. Sleep Spikes
  7. Better Written Villain
  8. Character Development (Cold Start)

Fotogalerie: 156/SILENCE


ACRES

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Als nächstes waren ACRES an der Reihe, der Menge weiter einzuheizen. Eine Aufgabe, die sie mit einer gelungenen Mischung von Songs aus ihrem aktuellen Album „The Host“ und ein paar älteren Songs ziemlich gut meisterten.

Bevor der fünfte Song „My Everything“ einsetzte, rief Sänger Ben Lumber zum Crowdsurfen auf und ermutigte auch unerfahrene Zuschauer:innen, sich von ihren Freunden hochheben zu lassen. Seinem Aufruf folgten gleich mehrere Personen aus dem Publikum, was dem Security-Team einiges an Arbeit bescherte.

Nachdem die Band die Bühne verlassen hatte, ertönte aus den Boxen der Klassiker „Take Me Home Country Roads“ und selbst die härtesten Metalcore-Fans sangen mit.

ACRES Setlist

  1. Not So Different
  2. Built to Bleed
  3. Take My Last Breath
  4. Nothing.
  5. My Everything
  6. Bloodlust
  7. Lost

Fotogalerie: ACRES


MEMPHIS MAY FIRE

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Man merkt deutlich, dass im Publikum auch einige Fans von MEMPHIS MAY FIRE unterwegs waren: Als die texanische Metalcore-Band um Matty Mullins die Bühne betritt, wird vor allem in den ersten Reihen von Anfang an gesprungen, gesungen und ordentlich gefeiert. Auch im Fotograben vor der Bühne wird es bereits bei den ersten drei Songs deutlich enger, da eine ganze Flut an Crowdsurfern nach vorne getragen wird.

Dieser stetige Fluss wird im Laufe des Sets von MEMPHIS MAY FIRE zwar stellenweise etwas weniger, reißt aber nie ganz ab. Und auch die am Boden gebliebenen Zuschauer:innen stehen nicht still: Mit „Pommesgabeln“ und gehobenen Händen begleiten die Fans sowohl mit Gesten als auch mit Gesang Matty Mullins, als er den Song „Overdose“ singt.

Und spätestens beim Song „Chaotic“ ist der Name dann gänzlich Programm, als sich inmitten des E-Werks ein riesiger Moshpit öffnet. Ab diesem Punkt ist die Crowd so energiegeladen, dass sich die Mosher selbst beim nachfolgenden, etwas ruhigeren Song „Make Believe“ keine Ruhepause gönnen möchten. Als nach diesem Set der letzte Applaus ertönt, ist klar, dass das Publikum definitiv ausreichend aufgewärmt für den Main Act ist.

MEMPHIS MAY FIRE Setlist

  1. The Sinner
  2. Vices
  3. Paralyzed
  4. Misery
  5. Shapeshifter
  6. Bleed Me Dry
  7. Somebody
  8. Overdose
  9. Chaotic
  10. Make Believe
  11. Blood & Water

Fotogalerie: MEMPHIS MAY FIRE


FIT FOR A KING

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Nachdem die Vorbands im E-Werk ordentlich eingezeigt haben, ist die Energie im Raum spürbar, als FIT FOR A KING schließlich mit „Begin the Sacrifice“ ihr Set eröffnen. Die Fans steigen sofort gesanglich mit ein und die bereits vorab schon gute Stimmung steigt nochmal auf ein anderes Level.

Als Sänger Ryan Kirby den Klassiker „Backbreaker“ ankündigt, gibt es kein Halten mehr. Der Moshpit wächst zu einer Größe an, bei der man sich selbst mit der Perspektive von oben nicht mehr ganz sicher sein kann, wo dieser anfängt und aufhört, da fast das komplette Publikum in Bewegung ist. Und so verwundert es auch niemanden, dass, als Kirby „Backbreaker“ schreit, alle im Raum lauthals einstimmen.

Danach folgt mit dem emotionalen Song „Between Us“ vom aktuellen Album „Lonely God“ ein Tempowechsel, der jedoch keinesfalls die Energie aus der Show nimmt. Ganz im Gegenteil: Zahlreiche Handy-Taschenlampen und eine Handvoll Feuerzeuge bringen das E-Werk zum Leuchten, als der stimmgewaltige Bassist Ryan „Tuck“ O’Leary den Gesang übernimmt.

Entgegen des Songtitels sind die Lyrics vom darauffolgenden „Keeping Secrets“ kein Geheimnis, denn auch hier singen alle Fans lautstark mit.

Bei „Breaking the Mirror“ sind zuweilen fünf bis sechs Crowdsurfer gleichzeitig unterwegs und stellen die Security vor Ort vor eine ordentliche Herausforderung.

Bei „Technicum“ dreht der Bassist „Tuck“ seine Pirouetten und lässt in seinem Signature Move seinen Bass an dessen Gurt in einer Wahnsinns-Geschwindigkeit um seinen Körper kreisen.

Mit „Lonely God“, dem Titelsong des aktuellen Albums, kündigt die Band ihren letzten Song an und wünscht sich, dass sich beim Breakdown jeder – wirklich jeder – im Raum bewegen möge. Kein Problem, dieser Aufforderung kommt das Publikum gerne nach.

Doch auch nach insgesamt vier Bands hat das Publikum noch nicht genug. Nachdem FIT FOR A KING kurzzeitig die Bühne verlassen, wird von den Fans lautstark nach einer Zugabe verlangt. Der Wunsch wird erhört, denn die Band betritt erneut die Bühne und liefert mit „When Everything Means Nothing“ einen perfekten Querschnitt durch alle Stimmungen, durch die das Set des Abends die Fans geführt hat. Denn FIT FOR A KING schaffen es, dass nahezu alle im Raum die emotionalen Parts ihrer Songs mitsingen und geben ihnen dann im Kontrast harte Breakdowns, bei denen sie nach Herzenslust moshen, headbangen und crowdsurfen können.

Mit dem Song „Witness The End“, bei dem Chris Motionless von MOTIONLESS IN WHITE mitgewirkt hat, schließt die Band thematisch passend den rundum gelungenen Abend ab.

Dem Publikum scheint die Show eindeutig gefallen zu haben: Die ersten Reaktionen draußen nach der Show schwanken zwischen Lob an die Screams von Ryan Kirby, Bewunderung der energetischen Bühnenpräsenz des Bassisten, der nicht nur einmal an diesem Abend seinen Bass in wilden Kreisen um sich herum schwang, Freude über die älteren Klassiker, die trotz des neuen Albums auf der Setlist des Abends nicht zu kurz gekommen sind, aber in erster Linie auch simplere, aber treffende Worte wie “Geil”, die den Abend treffend zusammenfassen.

FIT FOR A KING Setlist

  1. Begin the Sacrifice
  2. The Temple
  3. Extinction
  4. No Tomorrow
  5. Shelter
  6. Monolith
  7. Blue Venom
  8. Backbreaker
  9. Between Us
  10. Keeping Secrets
  11. Engraved
  12. Breaking the Mirror
  13. Technium
  14. Lonely God
  15. When Everything Means Nothing
  16. Witness The End

Fotogalerie: FIT FOR A KING