BONECRUSHER FEST mit THE BLACK DAHLIA MURDER, 3 INCHES OF BLOOD, NECROPHOBIC, OBSCURA, THE FACELESS, CARNIFEX und INGESTED: Trabendo, Paris, 30. Januar 2010AS

BONECRUSHER FEST mit THE BLACK DAHLIA MURDER, 3 INCHES OF BLOOD, NECROPHOBIC, OBSCURA, THE FACELESS, CARNIFEX und INGESTED: Trabendo, Paris, 30. Januar 2010AS
 

Die Nennung von Paris löst bei meinen Mitmenschen – wohlgemerkt ist keiner davon Franzose – gemischte Gefühle aus. Die Amerikaner geraten sogleich ins Schwärmen, von wegen Romantik und so, auch wenn sie dann anmerken, dass sie Paris am liebsten ohne Franzosen hätten, weil die ja nicht grad voller Begeisterung in den Irakkrieg zögen und so. Die Europäer und die Schweizer rollen sogleich mit den Augen und rücken mit gequälten Anekdoten aus dem Französischunterricht raus. Und die Veganer zücken galant mit mitleidigem Blick ihre selbstgeschriebenen Einkaufslisten für Nahrungsmittel, die man zur Verhinderung des Hungerns in das karnivoraffine Frankreich mitnehmen muss.

Aber allen Nörglern zum Trotz trifft der TGV rechtzeitig zur Mittagszeit in Paris ein. Mit der Metro 5 (Richtung Bobigny) geht´s zur Haltestelle Port de Pantin – und wenn man an der Haltestelle Stalingrad vorbeikommt, weiss man nicht nur als HAIL OF BULLETS-Fan, dass man auf dem richtigen Weg ist. In Port de Pantin verlässt man die Metrostation Richtung Jean Jaures und steht auf einem herrlich offenen Gelände, einem Musikpark. Im Informationshäuschen geben einem nette Franzosen (ja, das gibt es) Auskunft, wie man das – etwas versteckte – Trabendo findet. Ja, hier zahlt sich der Französischunterricht endlich mal aus, selbst wenn die hilfsbereiten Herren – sichtlich gerührt von den Bemühungen – bereitwillig ins Englische wechseln und einem gleich noch eine Karte des Geländes mitgeben.

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Pariser Design-Idylle: Der Musikpark, wo das Trabendo zuhause ist 

Das Trabendo selber liegt idyllisch und ist ganz in der Linie des futuristischen Designs, das die ganze Parkanlage durchzieht, gehalten. Ganz durchschaubar ist die Architektur nicht, zu abenteuerlich-modern ist das Konzept mit Hügel, Büschen, kleinen Brücken, Stufen und Beton. Verschachtelt und raffiniert fällt die Trabendo-Architektur aus und an diesem kalten klaren Wintertag realisiert man, dass Paris in Sachen Design eben doch eine Macht für sich ist.

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Ausgezeichnetes Gitarrenspiel als Reisegrund nach Paris – zum Beispiel von OBSCURA

Dieser Eindruck zieht sich in den inneren Bereich weiter. Dank amphitheatermässigen Stufen hat es tatsächlich einen Pit vor der Bühne, die Klos sind sauber und haben ein minimalistisch-styliges Waschbecken, die Bar ist ein klarer Gegenpol mit warmem Licht. Die Getränkepreise sind anständig (Red Bull gibts für vier Euro), die Barmänner freundlich und die Security im Trabendo ist ebenfalls zurückhaltend und korrekt. Ans Rauchverbot halten sich ebenfalls alle und langsam aber sicher findet sich eine bunte, aufgekratzte Publikumsschar ein – schon vor dem ersten gespielten Ton hat man an diesem Abend die nicht-essbezogenen negativen Vorurteile gegen die Pariser hochkant über Bord geworfen.

INGESTED
Kurz nach sechs ist es dann schon entsprechend voll und das Publikum ist für INGESTED positiv eingestimmt. Von missmutigem Abwarten oder Ertragen der Vorband kann keine Rede sein und die Leute gehen bei INGESTED ordentlich ab – von irgendwelchen Energie-für-spätere-Bands-sparen kann nicht die Rede sein. Die britischen Brutal Deather fühlen sich davon sichtlich motiviert und laufen zur Höchstform auf, sie spielen eindeutig den besten Gig, den ich von ihnen auf dieser Tour zu sehen und zu hören bekomme.

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Egal ob kremiert oder gehäutet: INGESTEDs Jason mags brutal 

Cremated Existence, Skinned and fucked und Anal Evisceration knallen ordentlich und sogar ein Stagediver schafft es zu dieser frühen Stunde schon, einen amtlichen Sprung in die Meute hinzulegen. Er landet denn auch nicht unsanft, denn das motivierte Publikum fängt ihn auf und er kann sich auf Händen tragen lassen. Schön, wenn bereits so früh die Stimmung bereits so gut ist und ein solch positiver Vibe herrscht!

CARNIFEX
Dass bei CARNIFEX einiges abgeht im Publikum ist beileibe nichts Neues mehr auf dieser Tour. Die Pariser Fans geben allerdings noch ein Quentchen mehr. Anders als in Budapest wirken sie nicht ausgehungert, sondern gehen einfach voll mit der dargebotenen Musik mit. L`art pour l`art in Reinkultur. Ein Schrei wie Break Down im Opener stösst auf offene Ohren und resultiert unweigerlich in einem massigen Circle Pit. Das Entfernen des eigenen T-Shirts muss – anders als in Hamburg – nicht bis zum Auftritt von THE BLACK DAHLIA MURDER warten und der erste halbnackte Stagediver steht schon nach geringer CARNIFEX-Dosis auf der Bühne und springt in die aufgehetzte Meute.

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Breakdown-Bewegungsfreude: Scott (CARNIFEX) 

CARNIFEX performen entsprechend motiviert und bewegungsfreudig. Der eher (metal)corig-affine Teil des Publikums freut sich entsprechend und an dieser Freude kratzt auch der nicht ganz transparente Sound überhaupt nicht. Der Klangbraten ist heiss, im Fotograben wirds eng und man krabbelt freundlich übereinander während im Pit der Ausdruckstanz zur Huldigung von CARNIFEX aufgeführt wird. Die Franzosen wissen, wie man feiert und mit seiner Begeisterung alle ansteckt…

THE FACELESS
Nach CARNIFEX sind nach dem Rotating Slot-Prinzip THE FACELESS dran. Die schon in Budapest beobachtet Entwicklung zur performancefreudigeren Band hat während den Gigs auf der iberischen Halbinsel offensichtlich nicht stagniert. Anders als in Oberhausen sorgen THE FACELESS für Bewegung auf der Bühne – zwar nicht massig, aber doch so, dass man ihnen Spielfreude anmerkt. Gitarrist Michael Keene gibt sich gar einigen Headbanging-Intervallen hin, während er sich den komplexen, schwindelerregenden Planetary Duality-Album-Tonintervallen auf dem Griffbrett widmet – Respekt, kann man da nur sagen.

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Ein Mann, ein Bass und alles geht: Brandon (THE FACELESS)

Die Komplexität von Songs wie Ancient Existence oder dem Evergreen An Autopsy (die Gitarrenquietscher verfolgen mich in meinen Träumen) halten die Pariser Fans nicht vom Stagediven ab. THE FACELESS lassen sich ob dem wild ausgelebten Publikumsfeedback nicht aus der Ruhe bringen. Bezüglich der Setliste gibt es keine Veränderungen und THE FACELESS zeigen sich spielerisch erneut von ihrer tödlich-präzisen Seite. Tiptop.

OBSCURA

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Der Abend des Centric Flow: Steffen Kummerer (OBSCURA) 

Danach ist es Zeit für OBSCURA, sich weg vom Merchandise-Stand – wo sie unermüdlich ihre Cosmogenesis-Reliquien verkaufen – auf die Bühne zu bewegen. Frontmann Steffen Kummerer demonstriert während dem Soundcheck gleich mal seine nicht-jugendfreien Deutschkenntnisse, was von den Franzosen mit Gejohle quittiert wird und in Obscüra, Obscüra-Rufen mündet.

Bei Obscüra bleibt es indes nicht, denn während dem Gig singt das Publikum sowohl Gitarrenmelodien wie auch die Texte so lautstark mit, dass zumindest Steffen mehr als einmal erfreut-überrascht ins Publikum blickt und ein breites Grinsen auf dem Gesicht hat. Das positive Feedback heimsen OBSCURA allerdings mehr als verdient ein, denn ihre Cosmogenesis-Songauswahl an diesem Abend könnte besser nicht sein.

Nach dem brillanten The Anticosmic Overload (kann man diesen Song überhaupt tothören?) folgt der Cosmogenesis-Zweitling Choir Of Spirits. Wunderschön danach Universe Momentum, das Steffen all jenen im Publikum widmet, die mal ein Instrument gespielt haben. Das grazile Gitarrenspiel von Christian Münzner erinnert einen dann nicht nur in diesem Song daran, welches hohe Niveau man mit jahrelanger Übung und Talent beim Spielen eines Instrumentes erreichen kann.

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Magische Griffbrettakrobatik: Christian Münzner (OBSCURA)

Dass das Gefühl nicht aussen vor bleibt, beweist dann auch das den DEATH-Fans gewidmete Incarnated – OBSCURA sind eben nicht einfach kalte Techniker, sondern flössen ihrer Musik Seele ein, eine Qualität, die man sich nicht erüben kann. Dieser Umstand geht an den Fans nicht vorbei und man spürt geradezu, wie der Raum mit Energie vibriert, die Band vom Publikum für ihre Leistung und ihre Leidenschaft geliebt wird – kaum zu beschreiben. Oder vielleicht doch – denn der OBSCURA-Fronter kündigt den letzten Song mit den Worten This is the evening of the centric flow an. Und irgendwie ist es genau das – ein Centric Flow, der durch die Anwesenden geht und diesem Auftritt der Deutschen etwas Magisches verleiht. Wunderbar!

NECROPHOBIC
Gegen neun schlägt die Stunde von NECROPHOBIC, die ihren Gig nach dem düsteren Intro wie schon in Malmö mit Dreams Shall Flesh vom Bloodhymns-Album eröffnen. Der Energiefunken springt auch auf die Schweden über, wenngleich ihre okkulte Ausstrahlung ein weniger ausgelassenes Gebaren des Publikums hervorruft. Trotzdem – die Energie stimmt, da ändern auch ein paar gitarrentechnische Verspieler nichts. NECROPHOBIC sind keine verbohrten Techniker, sondern Death Metaller voller Herzblut – Into Armageddon liefert hierfür einen erneuten kraftvollen Beweis.

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Stockholmer Death Metaller mit Herzblut: Sebastian Ramstedt

Danach besinnen sich die Schweden auf ihr aktuelles Album Death To All und präsentieren davon Revelation 666. Während dem seit dem HELLS PLEASURE-Auftritt Tradition gewordenen Fahnenschwingen reisst ein Fan aus dem Publikum plötzlich die Fahne ab. NECROPHOBIC spielen weiter, aber Frontmann Tobias wird sogleich fuchsteufelswild und wenn Blicke töten könnten, wären wohl zehn Leute gleich tot umgefallen. Innert Sekunden lässt er seinem Blick Taten folgen, macht einen Riesensatz über die Fotograbenabschrankung und springt ins Publikum, um die NECROPHOBIC-Fahne zurückzuerobern.

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Zurückeroberung der NECROPHOBIC-Flagge: Tobias 

Das gelingt ihm auch, allerdings weicht die Menge angsterfüllt zurück und der ursprüngliche Fahnenreisser wird nicht ausgemacht. Tobias kehrt für den Rest des Songs nicht mehr auf die Bühne zurück und Johan, Sebastian, Joakim und Alex spielen Revelation 666 routiniert und ohne eine Miene zu verziehen fertig. Als Tobias schliesslich zurückkehrt, hat er sich seines roten Ledermantels entledigt und sieht noch immer mächtig sauer aus. Allerdings beginnt der Fronter seine folgende Ansage nicht etwa mit missmutigen Parolen, sondern mit einem grossen Kompliment ans Publikum, das wirklich eine handsome metal audience sei, eben mit Ausnahme der Person, welche ihm die Fahne entrissen habe. Dieses Verhalten ginge schlicht überhaupt nicht.

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Lässt sich nicht aus der rhythmischen Ruhe bringen: Joakim Sterner 

Der Rest des Gigs geht indes ohne solche Zwischenfälle über die Bühne und der Umstand, dass die Fans derart abgehen, versöhnt den Sänger mit der Meute. Schon während dem genialen For Those Who Stayed Satanic ist der Zwischenfall beinahe vergessen, NECROPHOBIC und The Nocturnal Silence-Rufe stellen die herzliche, pulsierende Stimmung wieder her. Bei Blinded By Light, Enlightened By Darkness geht nochmals ein spürbarer Ruck durchs Publikum und die Hrimthursum-Zeiten wirken präsenter, als man annehmen könnte. Einen Stagediver zieht es auch bei NECROPHOBIC auf die Bühne und man merkt, dass die Pariser sichtlich auf einen Auftritt der Schweden in ihrer Stadt gewartet haben.

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Konzentriertes Bass-Spiel im Namen des Teufels: Alexander Friberg 

Nach The Nocturnal Silence ist dann leider Schluss, für Nailing The Holy One bleibt an diesem Abend keine Zeit. Mit Applaus werden die Schweden verabschiedet und Schluss ist mittlerweile auch in ihrer Merchandise-Kiste: Gerade noch drei Death To All-Shirts sind übrig und die Fans müssen fortan mit den Alben Hrimthursum und Death To All als Gigandenken Vorlieb nehmen…

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Echte Fans lassen ihre Band schalten und walten 

3 INCHES OF BLOOD
War es bei den anderen Gigs oft so, dass sich die vorderen Reihen vor NECROPHOBIC lichteten, scheinen an diesem Abend 3 INCHES OF BLOOD nicht so hoch auf der Erwartungsliste des Publikums zu stehen. Vom im Vergleich zu den anderen Bands leicht verhaltenen Empfang lassen sich die Kanadier allerdings nicht beirren und legen gleich voller Leidenschaft mit Battles and Brotherhood los.

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Bricht das Eis mit Frankokanadisch und starker Stimme: Cam Pipes

Das Eis bricht, als Cam die Franzosen auf Französisch begrüsst – genauer gesagt auf Frankokanadisch. Dieses klingt etwa so anders vom in Paris gesprochenen Französisch wie wenn man in Oslo zum ersten Mal einen Norweger hört und nur schwedisch gewohnt ist. Seis drum, die Pariser findens cool und so können 3 INCHES OF BLOOD mit entsprechender Unterstützung aus der Meute zu ihrem Knallersong Silent Killer ansetzen – ganz klar der Höhepunkt des aktuellen Albums Here Waits Thy Doom.

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Tighte Rhythmusarbeit mit spannenden Akzenten: Ash Pearson

Egal ob Demons Blade, Wykydtron, Trial of Champions oder Call of the Hammer – 3 INCHES OF BLOOD halten die Fahne des Heavy Metals hoch, geben sich herrlich prollig und grooven schlicht wie Höllensau. Die Rhythmsektion aus Ash und Steve ist schlicht tight wie ein Kamelhintern im Sandsturm, aber zusätzlich holt Drummer Ash aus einem 4/4-Takt einfach alles raus, was rauszuholen ist. Sprich: Von Langeweile kann bei seinem Drumming nie die Rede sein und man merkt einfach, dass hier ein wirklich starker Drummer hinter dem Kit sitzt, der seinem Drumming mit jedem Schlag Leben und Frische einhaucht. Die Gitarrenfraktion liefert die entsprechend 80er-Jahre-inspirierten Riffs dazu und Cam singt sich durch alle Lagen, um auch die Songs Swordmaster, Night Marauders und The Goatriders Horde an den Mann zu bringen.

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Gelebter Heavy Metal-Spirit: Justin Hagberg

Innovativ sind 3 INCHES OF BLOOD nicht, aber punkto Songwriting haben es die Jungs aus Vancouver einfach drauf und es ist unmöglich, sich von diesem gelebten Heavy Metal-Spirit nicht mitreissen zu lassen. Dieses Schicksal ereilt auch das Pariser Publikum und so steht der Gig von 3 INCHES OF BLOOD den anderen Auftritten in nix nach punkto Stimmung. Bad-ass metal!

THE BLACK DAHLIA MURDER
Angesichts des vorherigen Ausflippens des Publikums ist klar, dass es bei THE BLACK DAHLIA MURDER noch ein Tick mehr sein wird – sprich einen Fall von absolute fucking mayhem seinen Lauf nehmen dürfte. Obwohl Drummer Shannon durch das Drumkit, das näher an der Wand steht, weiter weg ist vom Publikum, beirrt das die Fans nicht in ihrer Begeisterung. Securities sind keine auszumachen und der Abschrankungseffekt des Fotograbengeländers wird für den THE BLACK DAHLIA MURDER-Auftritt von den Fans kurzerhand ausser Kraft gesetzt beziehungsweise komplett ignoriert. Das fröhliche Stagediving kann somit beginnen.

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Souveräne Crowdcontrol: Trevor

THE BLACK DAHLIA MURDER prügeln, brüllen und spielen sich gewohnt souverän durch ihr Set und mittlerweile springen die Leute fast schon reihenweise über die Abschrankung auf die Bühne, um sich auf die tragenden Hände der Meute zu werfen. Die übersprudelnde Stimmung lässt jedoch auch die bereits aufgetrenen Bands nicht kalt. Plötzlich stürmt 3 INCHES OF BLOOD-Gitarrist Justin von hinten auf die Bühne und springt voller Elan aufs Publikum. Trevor ist eine Sekunde lang erstaunt über den Stagediving-Angriff von hinten, grinst und singt dann weiter.

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Voller Elan und Freude beim Gitarrenspielen: Brian

Doch Justin ist nicht der Einzige, der sich zum Stagediving berufen fühlt. INGESTED-Gitarrist Sam fühlt sich ebenfalls dazu motiviert und CARNIFEX-Basser Fred hüpft gleich auch noch von der Bühne auf die auffangenden Hände. Justin setzt der ganzen Chose noch einen drauf und spritzt bei seinem zweiten Sprung Bier vor sich her – es sieht aus, als würde er mit einer Feuerwehrschlauch-Druck-Ejakulation stagediven. Bizarr. THE BLACK DAHLIA MURDER sind ob der ungewohnten Besuche auf der Bühne sichtlich amüsiert und spielen sich mit einem breiten Grinsen durch – eigentlich Ernsthaftigkeit fordernde – Songs wie Closed Casket Requiem, Black Valor oder Christ Deformed. Die Show ist entsprechend ausgelassen und stark – ein gelungener Abschluss eines gelungenen Konzertabends.

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THE BLACK DAHLIA MURDER motivieren in Paris zum hemmungslosen Stagediving

Fazit: Trabendo, je t`aime! Dieser Club ist die Reise wert, genauso wie die feierwütigen Franzosen-Fans. Und dieses BONECRUSHER FEST ist zurzeit der heisseste Anwärter auf das Konzert des Jahres 2010!

Arlette Huguenin Dumittan
Arlette ist seit 2000 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, MAYHEM, HAIL OF BULLETS. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.