
JAHRESHIGHLIGHTS 2025
PAGAN ALTAR: Never Quite Dead

Comeback des Jahres, Pt. I ! Und mit „Never Quite Dead“ hätten PAGAN ALTER zehn Jahre noch dem Tod von Sänger Terry Jones kaum ein passenderen Albumtitel wählen können. Noch mit Material aus der Feder des verstorbenen Hauptsongwriters bestückt, ist das erst sechste Album der 1978 aus der Taufe gehobenen, britischen Proto-Metal/Doomkäuzen (mit Terry Jones‘ zupfendem Sohnemann Alan als noch einzigem Gründungsmitglied) die Fortsetzung der unverwechselbaren Magie früherer Scheiben und gleichzeitig eine deutlich zartere und noch harmonischere Version des gewohnten PAGAN ALTER-Stoffes.Die Interpretation von Jones‘ Gesangslinien durch Brendan Radigan, Ex-Magic Circle und aktueller Sumerlands– und Savage Oath-Sänger, ist nah am Original, lässt aber sowohl im gefälligen ‚Saints And Sinners‘, im doomigen ‚Well Of Despair‘ und besonders in der verträumten-melancholischen Ballade ‚Kismet‘ genügend Raum für eigene Anteile. Dank auch einer warmen und organischen Produktion gibt‘s auf „Never Quite Dead“ ausschließlich überstarkes Material zu bestaunen. Meine Topscheibe des Jahres 2025!
CORONER: Dissonance Theory

Comeback des Jahres, Pt. II ! Woran vermutlich nur noch die Allerverwegensten geglaubt haben, ist 2025 tatsächlich eingetreten: CORONER haben eine neue Studioscheibe veröffentlicht! Sage und schreibe 32 Jahre nach „Grin“ gibt es frisches Material der Schweizer Progressive Thrasher, das fast durch die Bank weg für offene Münder bei metallverliebten Genießer gesorgt hat. Und es stellt sich die berechtigte Frage: Wie kann man über drei Dekaden (albumtechnisch) weg vom Fenster sein und dann ein dermaßen tightes, rhythmisch mitunter diffiziles, hammermäßig groovendes und zeitgemäßes Teil loslassen, das auch die eigene Diskographie widerspiegelt und obendrein das gesamte, qualitativ hochwertige Schaffen bis dato mit links in den Schatten stellt? „Dissonance Theory“ ist ein technisch überragendes, forderndes und trotz aller spielerischen Kapriolen flüssig inszeniertes Meisterwerk mit dystopischen Zügen.
IMHA TARIKAT: Confessing Darkness

Mit kompakteren, verspielteren und lineareren Zügen wird der auch auf „Confessing Darkness“ zum Zerbersten emotionsgeladene Black Metal IMHA TARIKATs behutsam weiterentwickelt. Ätherische Melodiebögen, postige Schattierungen und hochinteressante Wendungen, dazu einen Kerem Yilmaz alias Ruhsuz Cellât, der mit passioniert-wütenden Schmerzausbrüchen, qualvoller Inbrunst herausgeschrieenen, aber auch Mut machenden Zeilen (“Do not be afraid of darkness and its shades”) kennzeichnen des weiteren das bis dato vielschichtigste Werk, das IMHA TARIKAT abgeliefert haben. Packend, fokussiert und voller Leidenschaft für die dunkle Materie – “Confessing Darkness” ist ein schwer auszuhaltender Seelenstrip einer der intensivsten und leidenschaftlichsten Combos unserer Zeit!
THRON: Vurias

Ich hab ja schon erwartet, dass nach dem überraschend düstermelodischen und progressiveren „Dust“ kein ultrabrutal-mörderischer, durchgeblasteter Death Metal von der neuen THRON-Scheibe zu erwarten ist. Mit dem, was auf „Vurias“ passiert, hätte ich trotzdem nie und nimmer gerechnet! Versiert, aber auch mit straighterem Songwriting bereichern die Black/Death Metaller ihren ohnehin schon nach vielen Seiten offenen Sound darüberhinaus mit Akustikgitarren, Hammondorgel und mit einigen Saxofonpassagen. Ausnahmeschlagzeuger J sorgt einmal mehr mit unverschämt leichtfüssigem und technisch überragenden Drumming für einen spannungsgeladenen Kontrast zum sinistren Furor. Ihre bislang stärkste und künstlerisch hochwertigste Scheibe!
PHANTOM SPELL: Heather & Hearth

Es kommt nicht häufig vor, dass ein einzelner Musiker in einem Jahr mit zwei verschiedenen Bands Topreleases am Start hat. Sänger und Gitarrist Kyle McNeill allerdings hat dieses Kunststück mit seinen hauptamtlichen Seven Sisters („Shadow Of A Fallen Star, Pt. 2) und mit seinem eigenem Baby PHANTOM SPELL geschafft! Letztere haben gegenüber den sieben Schwestern dabei ein klein wenig die Nase vorn. Ebenso hauchdünn übertrifft „Heather & Hearth“, auf dem Mr. McNeill erneut seine 70s Hardrock/Progrock-Liebelei ausleben darf, das nicht minder schlechte „Immortal‘s Requiem“ – einfach weil der britische Alleinschreiber auf seinem Erstling aufbauen und deren Trademarks aus verzaubernden Leadmelodien und warmherzigen Hammondorgel- und Keysklängen, garniert mit altenglisch-folkigem Unterton noch präziser herausarbeiten und verspielter darbringen kann. Schmacht…
UND ANDERE SEHR GUTE SCHEIBEN (in alphabetischer Reihenfolge)
CEA SERIN: The World Outside

COHEED AND CAMBRIA: Vaxis, Act III: The Father Of Make Believe

FER DE LANCE: Fires On The Mountainside

GHOST: Skeletá

HANGMAN’S CHAIR: Saddiction

ARJEN ANTHONY LUCASSEN: Songs No One Will Hear

MESSA: The Spin

PRIMITIVE MAN: Observance

SEVEN SISTERS: Shadow Of A Fallen Star, Pt. 2

STYX: Circling From Above

VENATOR: Psychodrome

WUCAN: Axioms

HELL OVER HAMMABURG

HEAVY METAL THUNDER
PAGAN ALTAR, TYRANN

BRAINCRUSHER IN HELL
DEAD CONGREGATION, ULTHA, MANTAR, SULPHUR AEON

KEEP IT TRUE
VIO-LENCE, VIOLENT FORCE, S.A. SLAYER, RIOT V

METALHEADZ OPEN AIR

CHAOS DESCENDS
GIRLSCHOOL, THE RUINS OF BEVERAST, REPULSION, VEMOD

PARTY.SAN OPEN AIR

ZABBATH FESTIVAL
MANØVER

STORM CRUSHER FESTIVAL

SONUS OBSCURA FESTIVAL

FALL OF MAN

EINZELGIGS
RIVERS OF NIHIL (Galerie Z-Bau, Nürnberg)

BLACK CURSE (Galerie Z-Bau, Nürnberg)

Foto aus: https://www.der-wenz.de/blog/archiv-2025
THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA (Hirsch, Nürnberg)

FEAR FACTORY (Hirsch, Nürnberg)

40 WATT SUN akustisch (Zur Schwarzen Kapelle, Bamberg)

SAVATAGE (Zenith, München)

KING DIAMOND (MHP Arena, Ludwigsburg)

IRON MAIDEN (Deutsche Bank Park, Frankfurt)

WUCAN (Backstage, München)


2025 war nicht nur umzugsbedingt ein herausforderndes Jahr, sondern brachte auch noch andere Baustellen mit sich, an denen teils noch gearbeitet wird. Trotz allem konnte ich viele Dinge aufrecht erhalten, einige andere musssten leider – wie z.B. meine Beiträge auf vampster – zurückgeschraubt werden oder blieben auf der Strecke. Mein Ziel für 2026: wieder mehr Reviews für vampster zu schreiben als 2025. Weniger geht ja auch kaum… :-). Und dieser Jahresrückblick ist schon mal ein guter Anfang…
So, zum Schluß wieder ein Zitat eines wohlbekannten Cops, der fähiger ist als jeder ICE-Schießvogel. Und anschließend noch eins von einem anderen, außerordentlich begabten Comedian unserer Zeit. Spot the difference!
„Wilma, ich verspreche dir, welches Schwein das auch immer getan hat, kein Mann von unserer Truppe wird auch nur eine Minute ruhen, bis wir ihn hinter Gittern haben! Jetzt lass uns n Häppchen essen gehen.“ (Frank Drebin, Spezialeinheit)
„Ich könnte jemanden mitten auf der 5th Avenue in New York erschießen und die Leute würden mich trotzdem wählen“ (Donald Trump, Spezialfall)