VESANIA: Distractive Killusions

Ist symphonischer Black Metal Pop?

Gerade mal zwei Jahre haben sich VESANIA Zeit gelassen, um den Nachfolger von God The Lux fertig zu stellen – trotz dem Engagement von Osiris bei den fleißig tourenden und kreierenden BEHEMOTH und Darays Trommelaufgaben bei VADER. So überrascht es denn auch wenig, dass sich an der grundlegenden Marschrichtung bei den Polen nicht viel verändert hat – denn Pop bietet Distractive Killusions trotz entsprechendem Gracenote-Datenbank-Eintrag nicht (ein Grund mehr, sich dem Itunes-Mac-Coolness-Diktat nicht zu ergeben).

Dennoch – Distractive Killusions ist sehr po(p)liert geraten, was sich sowohl auf die klinische Produktion, als auch auf die Songs an sich beziehen lässt. So ist VESANIAs Vorstellung etwa so glatt wie meine Beine nach der Rasur mit einer neuen Klinge, nur riecht die Mucke der Polen nicht nach Brombeeren und Trollkotze, sondern schwerstens nach DIMMU BORGIR, von denen nicht nur in The Dawnfall (Hamartia And Hybris) fleißig abgekupfert wird. Osiris` Aktivitäten bei BEHEMOTH sind ebenfalls nicht spurlos an dem neuen VESANIA-Werk vorübergegangen. Allerdings fehlt es hier am Ende einfach an den nötigen Ecken und Kanten, an der eigenen Handschrift, die einen schon nach wenigen Takten ausrufen lässt Das müssen VESANIA sein. Zudem vermögen es die Polen trotz ihrer spielerischen Kompetenzen nicht, Songs zu schreiben, die sich wirklich im Gehirn festsetzen und nicht den Habe ich schon auf Spiritual Black Dimensions im letzten Jahrtausend gehört-Reflex triggern.

Am Ende bleibt Distractive Killusions ein allzu glattes, Symphonic Black Metal-Album im gut genährten Mittelfeld, mit dessen Erwerb Fans der Band jedoch nichts falsch machen. Auch Anhänger von Truppen à la ILLNATH oder junge Frauen, die sich gerade einen schmucken Metallerfreund geangelt haben und sich langsam an seine Musikwelt herantasten wollen, dürften mit dem neuen Output von VESANIA warm werden…

Veröffentlichungstermin: 30.11.2007

Spielzeit: 43:04 Min.

Line-Up:
Orion (BEHEMOTH): Gitarren, Vocals
Daray (VADER): Drums
Siegmar: Keyboards
Heinrich: Bass
Valeo: Gitarre
Label: Napalm Records

Homepage: http://www.vesania.pl

Tracklist:
1. Narrenschyff
2. The Dawnfall(Hamartia And Hybris)
3. Infinity Horizon
4. Rage of Reason
5. Of Bitterness And Clarity
6. Silence Makes Noise (Eternity – The Mood)
7. Hell Is For Children
8. Aesthesis
9. Distractive Cryscendo