U.D.O.: Steelhammer

Frischer Wind im Hause U.D.O.! Der Ausstieg der beiden Gitarristen Stefan Kaufmann und Igor Gianola führte zu einer kleinen Frischzellenkur. "Steelhammer" ist ein sehr gutes Album, besser als der Vorgänger "REV-Raptor".

Vor zwei Jahren erschien mit REV-Raptor das letzte Album von U.D.O.. In der Zwischenzeit ist so einiges passiert. Neben der Veröffentlichung der Raritäten-Compilation Celebrator erschien mit Live in Sofia auch noch ein Live-Album. Aber vor allem gab es schwerwiegende Veränderungen  im Line-Up. Gitarrist Stefan Kaufmann musste aus gesundheitlichen Gründen seinen Dienst quittieren und einige Zeit später stieg dann auch der zweite Gitarrist Igor Gianola aus. Das muss eine Band – auch wenn es eine sehr auf den Frontmann zentrierte wie U.D.O. ist – erst mal verkraften. Aber so eine Generalüberholung kann natürlich auch für frischen Wind sorgen. In diesem Fall scheint Letzteres eingetreten zu sein. Mit dem Finnen Kasperi Heikkinen und dem Russen Andrey Smirnov holte man frisches Blut in die Band. Die beiden sind um die dreißig und damit gerade mal halb so alt wie ihr neuer Boss.

Somit mache ich es mir jetzt nicht so einfach und schreibe alles wie immer bei U.D.O., auch wenn das prinzipiell natürlich richtig ist. Der wuchtige Opener und Titeltrack ist ein klassischer U.D.O.-Song, garniert von interessanten Gitarrenleads, mit denen die Neuen eine erste Visitenkarte abgeben. Auch das folgende A Cry Of A Nation ist ein typischer U.D.O.-Stampfer, etwas langsamer als der Opener und insgesamt leider auch etwas zu langatmig. Besser kommt da schon Metal Machine, welches vom Tempo wieder in Richtung des Openers geht und dessen Refrain vom Männerchor geshoutet wird. Beim in spanisch gesungenen Basta Ya treten U.D.O. das Gaspedal ein Stück weiter nach unten. Endlich, möchte man meinen. Sehr geiler Song! Mit Death Ride, King Of Mean oder Stay True haben U.D.O. noch einige weitere Up-Tempo-Nummern im Gepäck, die allesamt überzeugen. Bei Letzterem möchte ich noch den sehr gelungenen Gitarren-Solo-Part gegen Ende erwähnen.

Sehr positiv überrascht bin ich von Udos Gesang bei den beiden Balladen. Die Piano-Ballade Heavy Rain ist mir zwar eine Spur zu lahm, der melodische Gesang des Meisters ist aber richtig gut. Musikalisch deutlich besser gefällt mir die Halb-Ballade Never Cross My Way. Auch hier singt Udo verblüffend melodisch. Ich dachte der kann nur noch Reibeisen. Klasse! Ungewöhnlich ist der Rausschmeißer  Book Of Faith, welcher sowohl sowohl bluesige Elemente als auch Orchesterparts enthält. Ein gelungenes Experiment, welches zeigt, dass U.D.O. eben auch anders können, wenn sie wollen.  Insgesamt ist Steelhammer ein sehr gutes Album geworden, meiner Meinung nach besser als der Vorgänger REV-Raptor. An das letzte Output der Kollegen von ACCEPT kommt aber auch dieses Album nicht ran. Das ist aber letztendlich egal, denn Anhänger des klassischen ACCEPT/U.D.O.-Sounds kommen um beide Scheiben eh nicht herum.

Veröffentlichungstermin: 24.05.2013

Spielzeit: 61:40 Min.

Line-Up:
Udo Dirkschneider – Gesang
Andrey Smirnov – guitars
Kasperi Heikkinen – guitars
Fitty Wienhold – bass
Francesco Jovino – drums

Produziert von U.D.O.
Label: AFM Records

Homepage: http://www.udo-online.com
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/UdoDirkschneiderOfficial

Tracklist:
01. Steelhammer
02. A Cry Of A Nation
03. Metal Machine
04. Basta Ya
05. Heavy Rain
06. Devil´s Bite
07. Death Ride
08. King Of Mean
09. Timekeeper
10. Never Cross My Way
11. Take My Medicine
12. Stay True
13. When Love Becomes A Lie
14. Book Of Faith