TWISTED SISTER: Still Hungry

Ich werde aber – denke ich zumindest – auch in Zukunft eher auf das Original zurückgreifen, wenn es meinen CD-Wechsler zu bestücken gilt.

Still Hungry ist leider nicht das ersehnte neue Studioalbum der New Yorker, sondern eine Neueinspielung des bislang kommerziell erfolgreichsten Albums Stay Hungry, das 1984 erschien und sich bis heute weltweit sechs Millionen Mal verkaufte.

Da die Band die reguläre (und im Vergleich zu den beiden ersten Scheiben etwas zu glatte) radio friendly-Produktion von Tom Werman) nicht wirklich zufrieden stellte, begab sie sich zu Beginn des Jahres 2004 kurzerhand ins Studio, um die neun regulären Albumtracks noch mal einzuspielen – und dieses Mal von Basser Mark Mendoza produzieren zu lassen.

Natürlich klingen die 2004er Versionen von Stay Hungry, We’re Not Gonna Take It, Burn In Hell, I Wanna Rock oder The Beast vom rein produktionstechnischen Standpunkt aus härter und erdiger – aber werden Stücke besser, weil man sie neu einspielt? Ich glaube nicht, aber zum Glück ging es der Band offensichtlich wirklich nur und hauptsächlich um den Sound der Songs, denn an den eigentlichen Stücken wurde wenig bis gar nichts verändert.

Als Bonus gibt’s noch sieben weitere Tracks, die den eingefleischten TWISTED SISTER-Allessammlern aber bereits in etwas anderer Form bekannt sein dürften.

Zum einen mit Never Say Never und Blastin Fast & Loud zwei Lost Tracks From The Original 1984 Sessions. Zum anderen einen Previously Released Bonus Track namens Heroes Are Hard To Find (der schon auf dem Sountrack zum DEE SNIDER-Film Strangeland veröffentlicht wurde). Doch den Löwenanteil machen die fünf Brand New 2004 Studio Bonus Tracks aus, die zwar auch neu eingespielt wurden, aber in anderer Form bereits auf den schon etwas älteren Club Daze-Samplern vertreten waren.

Aber alle diese Stücke passen zum Stay/Still Hungry-Stil und lassen den Hörer nicht merken, wann sie komponiert wurden.

Sicherlich nicht schlecht und wenn die Band mit dem Ergebnis zufrieden ist, dann ist alles in Ordnung. Ich werde aber – denke ich zumindest – auch in Zukunft eher auf das Original zurückgreifen, wenn es meinen CD-Wechsler zu bestücken gilt.

Ich hoffe nur, dass DEE SNIDER und Co. mit dieser Aktion keinen Trend losgetreten haben und dadurch tausende von Bands inspiriert haben, ihre erfolgreichsten Alben noch mal neu einzuspielen. Obwohl: Es würde mich schon interessieren, wie es klingen würde, wenn z.B. KISS ihr Destroyer-Album noch mal in einer 2004er-Fassung veröffentlichen.

Na dann mal los, Mr. Simmons – sie sind doch so geschäftstüchtig.

Veröffentlichungstermin: 25.10.2004

Spielzeit: 71:32 Min.

Line-Up:
Dee Snider – Leadvocals

Jay Jay French – Lead & Rhythm Guitars

Eddie Ojeda – Lead & Rhythm Guitars And Backing Vocals

Mark Mendoza – Bass And Backing Vocals

A.J. Pero – Drums And Backing Vocals

Produziert von Mark Mendoza
Label: Drakkar Records

Homepage: http://www.twistedsister.com

Tracklist:
1.Stay Hungry

2.We´re Not Gonna Take It

3.Burn In Hell

4.Street Justice

5.I Wanna Rock

6.The Price

7.Don´t Let Me Down

8.The Beast

9.S.M.F.

10.Never Say Never

11.Blastin´ Fast And Loud

12.Come Back

13.Plastic Money

14.You Know I Cry

15.Rock´n´Roll Saviors

16.Hereos Are Hard To Find