TWILIGHT GUARDIANS: Wasteland

MALMSTEENs Erben. Aber Moment mal, der lebt doch noch! Im Gegensatz zur ersten Albumhälfte wirkt die Musik gegen Ende etwas eigenständiger. Stilistische Grenzen werden aber freilich nicht überschritten.

GAMMA RAY-Intro, SONATA ARCTICA-Strophe, RHAPSODY-Refrain, MALMSTEEN-Solo – das sind die Zutaten des Openers Weak Generation. MALMSTEEN-Intro, RHAPSODY-Strophe… – in dieser Form könnte man wohl fast das ganze Album beschreiben. Da die Band ausgesprochen geschlossen agiert, wirkt das Songmaterial durchaus ansprechend. Der Gesang bewegt sich in höheren Gefilden, bleibt aber eher unauffällig. Außerhalb der Strophen und Refrains frickeln die Gitarren und streckenweise auch die Keyboards wie besessen. Entsprechend wird in den Zwischenteilen häufig das Tempo variiert. In den Refrains wird dagegen Gas gegeben und klassische Melodiebögen bestimmen das Bild. Erst beim vierten Song, Angels, drosseln die Finnen das Tempo ein wenig. Der Midtempo-Song erinnert nicht zuletzt wegen des Gesangs an STRATOVARIUS. Auch das folgende King Of The Wasteland ähnelt zumindest vom Titel her an die einst populärste finnische Melodic Metal-Kapelle. Der Song kommt noch einen Tick schleppender daher und besitzt einen sehr gelungenen Refrain, der nahtlos in ein leidenschaftliches Gitarrensolo übergeht. Wenngleich die Produktion das Schlagzeug etwas vernachlässigt, klingt das Endergebnis schlüssig. Danach ist es höchste Zeit für einen weiteren Speed Metal-Track. Der trägt den Namen Time Has Come und erreicht leider nicht das Niveau des vorhergehenden Songs. Das anschließende Farher´s Cave ist dann wieder eine Mischung aus harmlosen, cleanen Strophen und fast schon epischen Refrains. Dass die Musik letztlich aber nicht bombastisch klingt, liegt einerseits an der begrenzten Eingängigkeit der Melodie, andererseits an der etwas zögerlichen Umsetzung. Die Rock meets Symphonic Metal-Kreuzung Rocka Rolla (JUDAS PRIEST-Cover) wirkt dagegen leicht fehl am Platz. Schon besser gelungen ist der Stampfer The Wraith mit seinen mystischen Keyboards. Einmal mehr werden die Strophen sehr zurückhaltend vorgetragen. Beim Refrain klingt die Musik dann aber ausgesprochen wuchtig. Zuletzt überraschen die zwielichtigen Wächter mit einem weiteren Midtempo-Track mit kantigen Rhythmen, reichlich Keyboards und Gitarrenexzessen. Im Gegensatz zur ersten Albumhälfte wirkt die Musik hier etwas eigenständiger. Stilistische Grenzen werden freilich nicht überschritten, nicht einmal eine Ballade gibt es auf Wasteland. Somit bleibt das Album ein eher unspektakuläres Unterfangen, da die Zutaten bekannt sind und die Zubereitung sich nur marginal von anderen aufstrebenden Bands unterscheidet.

Veröffentlichungstermin: 11.11.2004

Spielzeit: 48:06 Min.

Line-Up:
Vesa Virtanen: Gesang

Carl-Johan Gustafsson: Gitarre

Mikko Tang: Bass

Henri Suominen: Schlagzeug

Jari Pailamo: Keyboard
Label: Spinefarm Records

Homepage: http://www.twilight-guardians.com

Tracklist:
1. Weak Generation

2. The Next Call

3. Search For Grace

4. Angels

5. King Of The Wasteland

6. Time Has Come

7. Farher´s Cave

8. Rocka Rolla

9. The Wraith

10. Hellward