TRIVIUM: What The Dead Men Say

TRIVIUM: What The Dead Men Say

Gute fünfeinhalb Minuten – mehr Zeit brauchen TRIVIUM nicht, um uns unmissverständlich klar zu machen, dass ihr neues Album keine gemütliche Kaffeefahrt wird. Die Aggression, mit der Bandkopf Matt Heafy in „Amongst The Shadows & The Stones“ über die schnittigen Modern Thrash-Riffs schreit, ist beängstigend, während Drummer Alex Bent (Ex-BRAIN DRILL) mit zahllosen Fills und kreativen Patterns dem Stück einen mächtigen Unterbau verleiht. Dazwischen noch der gewohnt kraftvolle Klargesang sowie ein paar Doppel-Leads Marke IRON MAIDEN und der musikalische Rahmen von „What The Dead Men Say“ ist abgesteckt.

Weitestgehend, denn wie variabel die US-Amerikaner üblicherweise ans Werk gehen, ist kein Geheimnis. Auch im neunten Anlauf macht das Quartett diesbezüglich keine Ausnahme, sondern schafft es tatsächlich die stilistischen Schwerpunkte ihrer verschiedenen Schaffensperioden unter einen Hut zu bekommen. „In Waves“ (2011) findet sich in Momenten ebenso wie „Shogun“ (2008) – und wenn es einen catchy Hit braucht, schütteln TRIVIUM eben „The Defiant“ aus dem Ärmel.

Manchmal verlassen sich TRIVIUM vielleicht zu sehr auf ihre Trademarks

Einzig an große Innovationen traut sich „What The Dead Men Say” nicht heran. „Catastrophist“ und der Titeltrack etwa bieten gewohnt starke Riffs, eingängige Arrangements, klasse Soli und tolle Refrains, verlassen sich aber vielleicht zu sehr auf die typischen TRIVIUM-Trademarks plus Alex Bents stets hervorragendes Drumming. Das ist selbstverständlich Klage auf hohem Niveau, wenngleich das Album in manchen Teilen so erwartbar ist wie die – ansonsten gelungene – Powerballade „Bleed Into Me“, die eine herrlich rotzige Bass-Linie durchzieht.

Das sonst vergleichsweise unaufgeregte „Sickness Unto You“ mixt in seiner zweiten Hälfte Thrash mit Metalcore, während sich das Hauptriff des designierten Radio-Hits „Scattering The Ashes“ leicht an SOILWORKs „Witan“ anlehnt, bevor er im hymnischen Refrain aber ein gutes Maß Melancholie einstreut.

„What The Dead Men Say“ ist keine Spazierfahrt

Allein weil TRIVIUM diesen Spagat zwischen Aggression („Bending The Arc To Fear“) und riffbetonten Singalongs („The Ones We Leave Behind“) bis zum Schluss durchziehen, mag sich der Überraschungsfaktor von „What The Dead Men Say“ in Grenzen halten. Gleichzeitig muss ein Nummer-sicher-Album nicht zwingenderweise eine Kaffeefahrt sein. Das haben uns die vier Musiker zunächst innerhalb von fünfeinhalb Minuten aufgezeigt und dann auf Albumlänge bestätigt.

Veröffentlichungstermin: 24.4.2020

Spielzeit: 46:27

Line-Up:

Matt Heafy – Vocals, Guitars
Corey Beaulieu – Guitars, Backing Vocals
Paolo Gregoletto – Bass, Backing Vocals
Alex Bent – Drums, Percussion

Produziert von Josh Wilbur

Label: Roadrunner Records

Homepage: https://www.trivium.org/
Facebook: https://www.facebook.com/Trivium/

TRIVIUM “What The Dead Men Say” Tracklist

01. IX
02. What The Dead Men Say (Video bei YouTube)
03. Catastrophist (Video bei YouTube)
04. Amongst The Shadows & The Stones (Audio bei YouTube)
05. Bleed Into Me (Video bei YouTube)
06. The Defiant
07. Sickness Unto You
08. Scattering The Ashes
09. Bending The Arc To Fear
10. The Ones We Leave Behind

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.