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TRIBES OF CAIN: Supra Absurdum

TRIBES OF CAIN: Supra Absurdum

Wenn mir ein Blackmetal-Album gefällt, dann heißt das im Normalfall, dass es allen wahren Blackmetallern nicht gefällt, weil es nicht true genug ist, zu kommerziell, zu Mainstream-orientiert. Und so selten das auch vorkommt, so bestätigt sich dieser Eindruck doch immer wieder.

TRIBES OF CAIN jedenfalls machen Blackmetal, oder zumindestens das, was ICH dafür halte. Und das machen sie gut. Supra Absurdum kommt eingängig, melodisch und auch abwechslungsreich daher. Das Tempo variiert von langsamen, getragenen Stücken bis hin zu Hochgeschwindigkeitsgeknüppel, ohne aber zu irgendeinem Zeitpunkt stumpf zu wirken.

Das Intro bereitet recht schön die Atmosphäre vor, die die Platte insgesamt verbreitet. Der folgende Opener Decorated With Flowers beginnt zuerst derart Powermetal-lastig, dass ich schon denke, ich hätte mich in der CD geirrt, was aber natürlich nicht sein kann, weil ich eigentlich keine derartige Powermetal-Platte besitze. Wie dem auch sei, natürlich schlägt das Lied dann um und läßt sich eindeutig als Blackmetal identifizieren. Schnelle Drums, sägende Gitarren, eine kühle Atmosphäre – und eine Menge schöne Melodien. Gerade die Gitarren bauen eine unglaubliche Atmosphäre auf, mal durch Einfachheit, mal durch komplexere Tonfolgen.

Step Forth kommt zuerst in mittlerem Tempo daher, dann mit einigen schleppenden Passagen, daraufhin wird geholzt und wiederum in gemäßigtes Tempo geglitten. Das Stück kann das Niveau des Opener auf jeden Fall problemlos halten.

Der Rest der Stücke setzt sich zwar mit diesem bewährten Konzept fort, wird aber trotzdem nicht langweilig. Die meisten Stücke finden in jedem erdenklichen Tempo statt, stecken voller Ideen und lassen sich gar nicht ohne weiteres beschreiben.

Eins haben sie alle gemeinsam: Sie erzeugen eine dichte, kalte, aber auch verträumte Atmosphäre, die einen, sofern man es zulässt, durchaus mitreißen kann. Man fühlt sich nackt in einen laublosen Wald versetzt, kann den eisigen Wind förmlich spüren. Barfuß im Schnee, der Atem ein nebliger Hauch zwischen den knorrigen Ästen. Die Gedanken fernab jeglicher Zivilisation. Schweigen, nur das Heulen des Windes, das sich leicht wie eine verzerrte Gitarre anhört – oder ist es anders herum? Wer kann das sagen…

Auf jeden Fall ist Supra Absurdum ein starkes Album geworden, das jeder Blackmetal-Fan sein eigen nennen sollte. Und auch jeder, der ab und an mal ganz gerne eine düsteres Schwarzmetall-Scheibe auflegt, sollte mal ein Ohr riskieren.

Veröffentlichungstermin: Juni 2004

Spielzeit: 47:07 Min.

Line-Up:
Reto Hofstetter – Gitarre

Chrigi Sennhauser – Gitarre

Inti Sanchez – Schlagzeug

Sven Gryspeerdt – Gesang

Produziert von Chrigi & TRIBES OF CAIN
Label: Eigenproduktion

Homepage: http://www.tribesofcain.com

Email: management@tribesofcain.ch

Tracklist:
1. Intro

2. Decorated With Flowers

4. A Perilous Path

5. Tears Of Caïn

6. Dignity

7. Soliloquy

8. Supra Absurdum

9. Outro

10. A Perilous Path (Extended Version)