THRESHOLD: March Of Progress

THRESHOLD: March Of Progress

2007 veröffentlichten THRESHOLD mit Dead Reckoning ihr letztes Album- Noch im selben Jahr, vor der Tour zum Album stieg der langjährige Sänder Andrew Mac McDermott aus. Ersetzt wurde Mac, der letztes Jahr verstarb, durch Damian Wilson, der bereits auf dem Debüt Wounded Land sowie auf dem dritten Album Exit Instinct zu hören war. Jetzt, fünf Jahre später ist Damian Wilson immer noch an Bord und THRESHOLD haben mit March Of Progress ihr neuntes Album am Start. Und weil THRESHOLD so viel Zeit hatten, ist das Teil immerhin fast siebzig Minuten lang. Damian Wilson ist also wieder zurück am Mikro und macht dort eine sehr gute Figur. Stimmlich ist er eine Ecke höher unterwegs als sein Vorgänger und sorgt mit seinen sehr gefühlvollen Gesanglinien für das I-Tüpfelchen auf den Kompositionen. Ebenfalls erwähnen muss man Keyboarder Richard West, der jede Menge geschmackvolle Keyboard-Sounds aus den Tasten zaubert.

Stilistisch gibt es nichts großartig neues bei den Engländern zu vermelden. THRESHOLD spielen immer noch höchst eingängigen Progressive Metal, manchmal mit harten rockenden Riffs, dann mit sphärischen, ruhigen Passagen, hier und da mal Chor-Gesang. THRESHOLD gehen ihren Weg ohne dabei groß in irgendwelche Extreme auszuschlagen, weder härtetechnisch, noch was den Grad der Komplexität angeht. Prog-Metal für jedermann könnte man sagen. Und ja, THRESHOLD gelingt es trotz aller spielerischen Klasse Eingängig, teilweise schon poppig zu klingen ohne dabei ins banale abzudriften.

Der Opener Ashes ist ein, trotz seiner relativen Länge von sieben Minuten kompakter Rocker, der auch aufgrund des starken Refrains zu den Highlights des Albums gehört. Eher im Mid Tempo aber durchaus auch heavy kommt das folgende Return of the Thought Police daher. Der Refrain hier ist eher ruhig und geht fließend in die folgende Strophe über. Bei Starring At The Sun wechseln sich ein paar abgehackte Riffs und ruhige, basslastigeren Parts ab. Hier zieht Damian Wilson einen ebenfalls ruhigen aber auch epischen Refrain aus dem Ärmel. Allgemein wertet sein einfühlsamer Gesang den Song ungemein auf. Das dramatische Colophon ist ein weiteres meiner persönlichen Highlights auf March Of Progress. Ein großartiger, immer wieder die Stimmung wechselnder Song. Viel mehr kann man in sechs Minuten nicht rein packen.

The Hours gehört mit über acht Minuten zu den längsten Songs des Albums, ist dabei aber ein vergleichsweise straighter Rocker mit kernigen Riffs und wieder mal sehr schönen Melodien. Don´t Look Down ist ein sehr wandlungsfähiger Achtminüter, bei dem THRESHOLD diverse Haken schlagen, von harten Instrumental-Abfahrten zu super-melodischen Strophen. Hier erinnern mich die Briten stellenweise am deutlichsten an DREAM THEATER, was aber auch wieder nur für Teile des Songs gilt. Was klassischen, melodischen und eingängigen Progressive Metal angeht macht THRESHOLD keiner was vor, so viel steht fest. March Of Progress ist ein schönes, relaxtes Album, dass für Genre-Anhänger mit Sicherheit zu den Highlights des Jahres gehören dürfte. Ob DREAM THEATER, von denen THRESHOLD ja musikalische nicht al zu weit entfernt sind noch mal so ein starkes Album abliefern wage ich zu bezweifeln.

Veröffentlichungstermin: 24.08.2012

Spielzeit: 69:09 Min.

Line-Up:
Damian Wilson – vocals
Karl Groom – guitars
Pete Morten – guitars
Steve Anderson – bass
Johanne James – drums
Richard West – keyboards

Produziert von Karl Groom & Richard West
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.thresh.net
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/threshold

Tracklist:
01. Ashes
02. Return of the Thought Police
03. Staring at the Sun
04. Liberty Complacency Dependency
05. Colophon
06. The Hours
07. That´s Why We Came
08. Don´t Look Down
09. Coda
10. Rubicon
11. Divinity (Digipack Bonus)

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.