THE AMENTA: Occasus

THE AMENTA ist mit "Occasus" das geglückt, was so manchen Black Metal-Bands nie gelingen wird: Die Erzeugung purer akustischer Misanthropie.

Eine neue Ära der Extremität wollen THE AMENTA aus dem sonnigen Australien beginnen. Nun, eine neue Ära der Extremität wird nicht gerade anbrechen, wenn die Beach Boys ihre Instrumente qualmen lassen, doch es stimmt: Extrem ist die Musik des Quintetts ohne Frage, ihr finsterer Hybrid aus unterschiedlichen Metalstilistiken ist sehr kompromisslos und düster, direkt in die Fresse und ins Verderben.

Die Brachialität von MYRKSKOG trifft auf die industrielle Kälte von RED HARVEST und selbst ein paar todesbleierne, technische Spielereien a lá CRYPTOPSY, unter anderem wegen dem krassen Brüllgesang, finden sich in den misanthropischen Songs wieder. THE AMENTA erfinden gewiss nichts Neues und kopieren auch gerne mal ihre Vorbilder, dennoch ist es schon erschütternd und mitreißend, was sie bieten. Allen voran in Zero und dem abschließenden Sangre zeigt sich die Band sehr als sehr talentiert. Selten gibt es prägnante Riffs, die Keyboards kommen nur als bedrohliche Flächen zum Einsatz, schleichen über den Rücken bis ins Mark. Trotz dieser Keyboards ist nicht viel mit Melodien, von THE AMENTA bleibt daher nicht viel im Ohr hängen.

Straight preschen die Fünf vorwärts, lassen aber auch Luft für Passagen, die merklich die Ruhe vor dem Sturm präsentieren und so schwül sind, wie die Stunden vor einem kräftigen und mörderischem Gewitter. Die technischen Spielereien hingegen sind nur dazu da um die unmelodischen Songs interessant zu halten – ein Mittel zum Zweck. Das sehr kalte und unnahbare Album ist dadurch das geworden, was die meisten Black Metal-Bands nie erreichen werden: Misanthropie zu vertonen. Es mangelt THE AMENTA nur noch an der Klasse, wie sie ihre Vorbilder schon lange besitzen, den unbändigen Willen diese zu erreichen hört man der Band aber definitiv an.

Veröffentlichungstermin: 30. August 2004

Spielzeit: 41:54 Min.

Produziert von Lachlan Mitchell
Label: Listenable Records

Homepage: http://www.theamenta.com

Email: theamenta@pigbond.com

Tracklist:
1. Erebus

2. Mictlan

3. Zero

4. Senium

5. Nihil

6. Geilt

7. Sekem

8. Occasus

9. Ennea

10. Sangre