STRATOVARIUS: Enigma: Intermission II

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STRATOVARIUS und ich, das ist eine ganze Weile her. 2003, nach dem furchtbar kitschigen „Elements Part 1“ hab ich mich bei der Band ausgeklinkt. Dadurch habe ich auch das ganze Theater um Timo Tolkki nur noch am Rande mitbekommen. Von der damaligen Besetzung sind inzwischen nur noch Keyboarder Jens Johansson und Sänger Timo Kotipelto an Bord. Ohne ihren Mastermind hatte ich ehrlich gesagt keine Erwartungen mehr an die Band. Aber siehe da: Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Matias Kupiainen in die großen Fußstapfen seines Vorgängers getreten ist und STRATOVARIUS haben seitdem vier Alben veröffentlicht, die durchgehend gute bis sehr gute Resonanzen bekommen haben. Also wohl doch eher Befreiungsschlag als Genickschuss.

Mit 75 Minuten Spielzeit bietet “Enigma – Intermission II” value for money

Die erste „Intermission“-Compilation erschien 2001, nach dem Release von „Infinite“. Nun hat die Band wieder genug Material für einen zweiten Teil am Start und präsentiert uns eine Zusammenstellung aus neuen Songs, unveröffentlichten Stücken und raren Bonustrack sowie Orchester-Versionen von vier Songs der vergangenen Alben. Für den Otto-Normal-Fan, der nicht jede limitierte oder Japan-Version von allem hat, was die Band so veröffentlicht hat, also eine interessante Sache, und mit 75 Minuten Spielzeit value for money.

Mit dem neuen Song “Enigma”, sowie “Hunter”, einem Japan-Bonustrack des “Nemesis”-Albums geht es schon mal richtig gut los. Zwei typische, melodische Stücke, garniert mit ordentlich Bombast, der die Songs aber nicht erdrückt oder zukleistert. “Enigma” ist eher eine Mid Tempo-Hymne während “Hunter” etwas schneller und mit ziemlich knackigen Riffs um die Ecke kommt. Mit Stücken wie “Giants” oder dem tolle “Castaway”, welches mich deutlich an die alten Klamotten der Band erinnert, gibt es weiteres klassisches Melodic Speed Metal-Futter. “Hallowed” “Last Shore” oder “Oblivion” wiederum zeigen die epische Seite der Band. Dabei ist die Qualität der Stücke durchgehend hoch, wirkliche Ausfälle gibt es keine, auch wenn die Ballade “Old Man and the Sea” mir nicht wirklich die Wurst vom Brot zieht. Das konnten STRATOVARIUS schonmal besser. “Forever” anyone? Vor allem aber, scheint der schmierige Kitsch der “Elements”-Ära der Vergangenheit anzugehören. Bis hierhin hätte “Enigma – Intermission II” bereits ein grundsolides Studioalbum abgegeben. Von Resterampe keine Spur.

Von Resterampe keine Spur – das Material auf “Intermission II” überzeugt größtenteils!

Am Ende des Albums stehen dann noch die vier Orchester-Songs. Die Stücke sind allesamt eher ruhig gehalten und haben mit Heavy Metal nicht wirklich was zu tun, da neben den Orchestern lediglich etwas Akkustik-Gitarre und dezentes Schlagzeug zum Einsatz kommt. “Fantasy” und “Unbreakable” gefallen mir am besten, auch wenn der ganz furchtbare “Reim dich oder ich fress dich”-Text von “Fantasy” schon echt harter Kitsch ist. Insgesamt sind die Stücke aber eher unspektakulär ausgefallen, stören aber auch nicht. Unterm Strich bleibt “Intermission II” eine lohnenswerte Anschaffung und hat mein Interesse an der Band wieder ein wenig neu entfacht.

Veröffentlichungsdatum: 28.09.2018

Spielzeit: 75:08

Line Up:
Timo Kotipelto – vocals
Matias Kupiainen – guitars
Lauri Porra – bass
Rolf Pilve – drums
Jens Johansson – keyboards

Label: Ear Music / Edel

Bandhomepage: http://www.stratovarius.com
Facebook: https://www.facebook.com/stratovarius

Tracklist:
1. Enigma
2. Hunter
3. Hallowed
4. Burn Me Down
5. Last Shore
6. Kill it with Fire
7. Oblivion
8. Second Sight
9. Fireborn
10. Giants
11. Castaway
12. Old Man and the Sea
13. Fantasy
14. Shine in the Dark
15. Unbreakable
16. Winter Skies

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.