Still Crazy (Film)

Wieder mal was neues bei Vampster, ein Filmbericht. Mal gucken wann´s hier den ersten Autotest gibt.

Auch genervt von der dauernden Re-Union-Welle? Oder einfach nur auf der Suche nach einem wirklich witzigen und guten Film? Dann ist Still Crazy der Tip für euch.

Gut, den Film noch im Kino zu entdecken, dürfte eine ziemliche Glückssache sein, aber wozu gibts die freundliche Videothek um die Ecke.

Wisbech, 1977. Die Band Strange Fruit steht kurz vor dem ganz großen Durchbruch, der genau hier stattfinden soll. Doch dann schlägt ein Blitz in die PA ein und aus ist es mit Band, die schon seit langem untereinander zerstritten ist.

Zwanzig Jahre später wird Tony Costello (STEPHEN REA), der Keyboarder der Strange Fruit und mittlerweile stolzer Generalauffüller für Kondomautomaten auf den Balearen, vom Sohn des Festivalveranstalters angesprochen, mit dem Angebot das Strange Fruit auf der Wiederauflage des Wisbechfestivals spielen könnten. Also verlässt Tony das sonnige Ibiza und bringt, mit Hilfe von Managerin und Groupie Karen, die Band bestehend aus Drummer Beano, Basser Les und Sänger Ray zusammen. Nur Gitarrist Brian wird nicht mehr dazu kommen können, ist doch schon, laut Plattenfirma, seit Jahren tot. Ersatz ist schnell gefunden im jugendlichen Frauenschwarm Luke Shand.

Nachdem die Band also wieder vereint und unfriedlich beisammen ist, steht einer Hollandtour nichts im Wege und schon brechen die alten Konflikte wieder auf und auch der alte Saft der Kapelle ist noch nicht wieder gefunden. Doch nach für nach findet die Band wieder zusammen…

Strange Fruit ist ein Film, der vordergründig erst mal jede Menge genialen britischen, schwarzen Humor liefert, aber auf den zweiten Blick auch einen durchaus liebevollen Blick auf die alternden Musiker liefert, die zwar klischeehaft Musiker geben, ohne dabei aber ins Platte abzugleiten.

Aber der Humor besticht wirklich dadurch, das die Musiker genau so sind wie man es den einzelnen Gattungen unterstellt. Der Sänger ist die launische Diva, der Bassist möchte mehr sein, als nur der Bassist, der Gitarrist ist selbstverliebt und der Drummer, ja der Drummer, prollig ist ´ne nette Umschreibung, sag ich nur. Außerdem hat man bei vielen Charakteren das Gefühl, das sie von realen Personen „leicht inspiriert wurden. Der Sänger Ray ist immer leicht abgespaced und steht unter der Fuchtel seiner Frau. Klingelts?

Die Songs zu „Still Crazy wissen übrigens wirklich zu überzeugen, sie sind wirklich knackiger HardRock, aus der Zeit wo er am besten war, den späten Siebzigern. Sie stammt übrigens von Clive Langer von Foreigner. Besonders die Songs „All over the World tonight und die Weltklasseballade „The Flame still burns könnten auch ohne Probleme von Thin Lizzy stammen.

Überhaupt wurde der Film mit viel Liebe zum Detail gedreht. Nicht nur das die Bühnenklamotten stimmig sind, auch wurde der Film hervorragend abphotographiert.

Bevor ich aber hier den ganzen Film ausplaudere und ihr überhaupt nichts mehr zu entdecken habt, höre ich auch auf und komme zum finalen Fazit: Deswegen kann ich kann ich den Streifen nur jedem empfehlen, der sich einen gemütlichen heimischen Videoabend machen will, sich dabei auf kurzweilige und lustige Art unterhalten will, aber auch eine Geschichte erzählt kriegen will. Für mich der beste Musikfilm seit „The Commitments.

Wenn Frauen von der Venus kommen und Männer vom Mars, dann kommen Drummer vom Pluto! (Hughie, der Roadie)

Line-Up:
Tony Costello – STEPHEN REA

Hughie, der Roadie – BILLY CONNOLLY

Les Wickes – JIMMY NAIL

Beano Baggot – TIMOTHY SPALL

Ray Simms – BILL NIGHY

Karen Knowles – JULIET AUBREY

Astrid Simms – HELENA BERGSTRÖM

Brian Lovell – BRUCE ROBINSON

Luke Shand – JHANS MATHESON

Clare Knowles – RACHAEL STIRLING

Regie – BRIAN GIBSON

Produziert von AMANDA MARMOT

Homapage: http://www.stillcrazy.de/