SHINING: One One One

Thinking Man´s Party Record.

So geht Party. Radikal, wild, schräg, kompromisslos. Die Flasche nicht nur leersaufen, sondern danach auf Regierungsgebäude schleudern oder dämlichen Nazis über den Kopf ziehen. Alles konsequent zu Ende bringen eben. SHINING, die Blackjazzer aus Norwegen natürlich, nicht die lahmen Suizidschweden, haben nun drei Jahre nach ihrem letzten Album Blackjazz eine unerwartete Platte parat. Eine, die Lust auf Zerstörung macht, eine die den Hedonismus zur Religion erklärt. Eine aber, die nicht mit Turbojugendoutfit um die Häuser zieht und stumpf gröhlt, sondern auch für das Köpfchen etwas bietet. Bandchef Jørgen Munkeby wollte eine Platte, die Spaß macht und die hat er auch geschrieben. Dass dies Leuten mit beschränktem Horizont trotzdem Kopfschmerzen bereitet, sollte aber auch klar sein.

One One One ist zwar deutlich simpler als Blackjazz, aber trotzdem mit vielen schrägen Momenten ausgestattet, mit rhythmischen Abenteuern, mit schrillen Dissonanzen. Es passiert unglaublich viel in diesen neun Songs, aber dennoch ist One One One viel fokussierter als sein Vorgänger. Die relativ geringe Spieldauer von 37 Minuten lässt das Album radikal und komprimiert wirken, es gibt keine Gelegenheit zum Durchschnaufen, nur pures Adrenalin und kochendes Blut. Das entsteht durch Riffs die klingen, als wäre mit klassischem Rock and Roll Sodomie betrieben worden, mit Rhythmen, die simpel klingen, aber ganz schön anspruchsvoll und mit unbeschreiblicher Power gespielt sind. Zu diesem Fundament kommen nudelige Gitarrenleads, herbes Geschrei und hektische Saxophoneinsätze samt nervöser Analogsynthesizer als Zugabe.

Von I Won´t Forget bis hin zu Paint The Sky Black knallt jeder der neun Songs kompromisslos. My Dying Drive, Blackjazz Rebels und Walk Away sind wie der Biss eines tollwütigen Köters, The One Inside rockt aber auch ein wenig entspannter. Der Drumsound klingt ironischerweise etwas nach den Achtzigern, der Hall auf den Toms hat genügend Wucht, um Wände einzureißen, aber auch die restliche Produktion, die in Zusammenarbeit mit Sean Beavan entstand, ist fett und mordsdreckig, man höre nur diesen irren Gitarrensound. SHINING geben sich auf ihrem, zählt man Live Blackjazz mit, siebten Album keine Blöße und können das Niveau von Blackjazz locker halten. Statt einer Wiederholung ihres Erfolgsalbums gehen SHINING das Risiko ein, es sich mit den progressiv ausgerichteten Fans zu verscherzen, haben dafür aber eine Hitscheibe parat, die in Sachen Originalität und Adrenalinausstoß kaum Grenzen kennt. Das ist Thinking Man´s Party Record. Geiler Scheiß eben.

Veröffentlichungstermin: 7. Juni 2013

Spielzeit: 37:04 Min.

Line-Up:
Jørgen Munkeby – Vocals, Guitar, Saxophone, Synths
Torstein Lofthus – Drums
Tor Egil Kreken – Bass
Håkon Sagen – Guitar

Produziert von Jørgen Munkeby
Label: Indie Recordings

Homepage: http://www.shining.no
Mehr im Netz: http://www.facebook.com/shiningnorway

Tracklist:
1. I Won´t Forget
2. The One Inside
3. My Dying Drive
4. Off The Hook
5. Blackjazz Rebels
6. How Your Story Ends
7. The Hurting Game
8. Walk Away
9. Paint The Sky Black