RIVERS OF NIHIL: The Conscious Seed Of Light

RIVERS OF NIHIL: The Conscious Seed Of Light

In den schier unendlichen Weiten des Death Metal-Universums zu wildern kann einer spirituellen Erfahrung gleich kommen. Kaum ein anderes Subgenre im Heavy Metal bietet mehr Platz zur kreativen Entfaltung, wenngleich dieses Potenzial leider nur selten genutzt wird. RIVERS OF NIHIL weisen schon durch das fantastische Cover von Meister Dan Seagrave darauf hin, dass sie keine tumbe Slam Death-Band sind, sondern dass hier etwas mehr dahinter steckt. Ohne große Erwartungen schüren zu wollen: RIVERS OF NIHIL sind ziemlich gut, eine Offenbarung ist ihr Debütalbum The Conscious Seed Of Light aber nicht. Und doch gehen die fünf jungen Musiker ihren eigenen Weg, beweisen ein gutes Gespür für Songwriting und legen mehr als solide technische Fähigkeiten an Tag.

RIVERS OF NIHIL sind hörbar eine Band der jüngeren Generation, sind aus einem ähnlichen Holz geschnitzt wie THE FACELESS, sind daneben oft genauso brutal und kompromisslos wie HATE ETERNAL und lassen sich zudem stark von klassischen Bands wie DEATH oder auch CYNIC inspirieren. Durch den modernen Ansatz, den RIVERS OF NIHIL verfolgen – sprich hier und da mal ein Breakdown, selten auch eine Prise Djent und Gebrüll, das eher aus dem Metalcore stammt – grenzen sie sich gleichzeitig von Bands wie OBSCURA ab. So richtig aufregend und neu ist es aber nicht, was The Conscious Seed Of Light bietet. Viele Blast Beats, komplexe Riffs, rasante Soli und Leadgitarren werden zu furiosen Songs verwoben, denen es an Brutalität und Niveau nicht mangelt, aber so richtig innovativ werden RIVERS OF NIHIL nie. Besonders schön ist es aber, wie die Death Metal-Band mit Kontrasten arbeitet. Wenn wie in Central Antheneum und Place Of Serpents in den Mittelteilen das Schlagzeug beherzt weiter blastet, die Rhythmusgitarre ruhig zupft und darüber ein furioses Solo gespielt wird, verschafft die Truppe aus Pennsylvania beim Hörer durchaus Gänsehaut.

The Conscious Seed Of Light überzeugt noch nicht durchgehend, denn das vierzigminütige Album verliert sich dann hier und da doch in den komplexen Irrungen und Wirrungen der Songs. Doch RIVERS OF NIHIL überrumpeln mit ihrer frechen Art den Hörer gerne und oft, und so fängt sich das Album glücklicherweise immer wieder, der Hörspaß bleibt bestehen. Rain Eater, Birth Of The Omnisavior und A Fertile Altar sind starke Songs und zeigen durch gewitzte Einfälle, dass RIVERS OF NIHIL exakte Songschreiber sind. Wenn das Quintett in Zukunft mehr solche Stücke zu bieten hat, oder gar noch ein, zwei grandiose Epen wie Airless mehr parat hat, dann können sie sich im Business sicherlich kräftig behaupten. Alles in allem ist das wuchtig von Erik Rutan produzierte The Conscious Seed Of Light ein absolut achtbares, frisches Death Metal-Album, das sich behutsam einen eigenen Weg im Genre sucht und mehr zeigt, als nur Potenzial. Vielleicht sind RIVERS OF NIHIL nicht die Death Metal-Überraschung des Jahres, Freunde von allem, was brutal, niveauvoll und zeitgemäß ist, dürfen einen Kauf aber gefahrlos in Erwägung ziehen.

Veröffentlichungstermin: 11. Oktober 2013

Spielzeit: 40:45 Min.

Line-Up:
Jake Dieffenbach – Vocals
Jon Kunz – Guitar
Brody Uttley – Guitar
Adam Biggs – Bass, Vocals
Ron Nelson – Drums

Produziert von Erik Rutan
Label: Metal Blade

Homepage: http://riversofnihilpa.bandcamp.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/riversofnihil

Tracklist:
1. Terrestria I – Thaw
2. Rain Eater
3. Birth Of The Omnisavior
4. Soil And Seed
5. Central Antheneum
6. Mechanical Trees
7. Place Of Serpents
8. Human Adaption
9. A Fertile Altar
10. Airless