PLACE OF SKULLS: The black is never far

PLACE OF SKULLS: The black is never far

Dass der Doom einen neuen Aufschwung durchlebt, sollte in den letzten 3-4 Jahren wohl jedem Metal-Head aufgefallen sein. Und da sind es gerade die nachgewachsenen Bands, die überraschen und es den alteingesessenen Bands reichlich schwer machen, ihre Position in der Scene zu bewahren. Aber da braucht sich Victor Griffin mit seiner Combo PLACE OF SKULLS kaum Sorgen machen, der gute Mann hat ja mit PENTAGRAM und DEATH ROW die Grundsteine für den Doom mit gelegt und er weiß, wie`s läuft. Ewige Besetzungswechsel, unter anderem war auch Doom-Legende Wino Weinrich (SAINT VITUS, SPIRIT CARAVAN, THE HIDDEN HAND, THE OBSESSED) an Bord, führten dann nach zwei Alben und einer EP aber doch zum Break. Zum Glück besann sich Victor und hat sich mit Dennis Cornelius (REVELATION, OVERSOUL) amtliche Verstärkung am Bass geholt, Ur-Drummer Tim Tomaselli sorgt wieder für den schweren Beat. Bei drei der Songs greift Ex-Basser Lee Abney in die dicken Saiten.

Wie schon auf den Deutschlandshows und vor allem beim fantastischen Gig beim DOOM SHALL RISE III wird auch mit The black is never far schnell klar, dass diese Band noch viel zu viel zu sagen hat, um jetzt schon einen Abgang zu machen. Hier wird nicht einfach um der Härte Willen schwerfällig losgedröhnt, diese Songs haben Seele und erreichen damit die selbige des Hörers. Die Musik besitzt weiterhin den typischen etwas bluesigen Hintergrund, der gerade in Victors Soli wieder deutlich rauskommt. Hier und da geht man aber auch etwas verspielter und verschachtelter zu Werke, die Handschrift von Mr. Cornelius wird schnell deutlich, der ja mit seinem Gitarrenspiel bei REVELATION den Begriff Prog-Doom geprägt hat. Bei Apart from me veredelt er den Song mit seinen Vocals, da kommt schnell der Wunsch auf, endlich auch wieder was Neues von REVELATION zu hören. Es gibt schwere Groover im klassischen PENTAGRAM – und SAINT VITUS-Gewand, behäbigen Doom (Sense of divinity) und es wird auch mal abgerockt (We the unrighteous). Langsame Nummern wie Darkest hour oder The black is never far berühren tiefer als jede Megaseller-Popschnulze. Gerade beim Titelsong möchte man Victor die Hand geben oder besser ihn brüderlich umarmen, um zu zeigen, dass man seine Worte mitfühlt.

Ebenso klasse Looking for a reason, ein Song mit sehr bluesiger, fast psychedelischer Stimmung, melancholischem Saxophon und einem erstklassigen Bluessolo. Welcher Metal-Gitarrist traut sich heute noch, einen nahezu cleanen Solosound zu fahren, um seiner Les Paul Raum zum Singen zu lassen? Aber hossa, mit Relentless gibt es auch noch einen PENTAGRAM-Oldie von der gleichnamigen Scheibe von `93 und toppt das etwas hektisch gezockte Original noch!

Die Texte sind wieder sehr persönlich und tiefgehend, der Hammer auch Victors Stimme: total rau und männlich, dabei trotzdem völlig sanft. Da ist es kaum verwunderlich, dass recht viele Frauen auf PLACE OF SKULLS stehen.

Der von Travis Wyrick (u.a. P.O.D.) gezimmerte Sound ist sehr fett, lässt aber genug Raum für die starken Gitarren, den von verspielt bis groovend drückenden Bass und die schiebenden Drums.

Wenn Euer Herz etwas langsamer schlägt, als bei den Fast-Food-Hörern, dann holt Euch diese Scheibe! Unter den Doom-Releases des angelaufenen Jahres gibt es mit The black is never far jetzt schon ein absolutes Highlight. Aber man darf die Scheibe nicht mit dem Begriff Doom limitieren. Auch mit dem doomigen Background ist dies in erster Linie ehrliche, erwachsene und zeitlose harte Rock-Musik, also müssen auch Nicht-Doomer unbedingt reinhören.

Veröffentlichungstermin: 17.02.2006

Spielzeit: 45:54 Min.

Line-Up:
Victor Griffin – Vocals, Guitars

Dennis Cornelius – Bass, Vocals

Tim Tomaselli – Drums

Guests:

Lee Abney – Bass (7,9,13)

Charles Robinson – Backing vocals (7)

Chastity Brown – Saxophone (11)

Produziert von Travis Wyrick, Victor Griffin
Label: Exile On Mainstream Record

Homepage: http://www.placeofskulls.com

Email: placeofskulls@msn.com

Tracklist:
1. Prisoner`s creed

2. Sense of divinity

3. Darkest hour

4. Interlude

5. Apart from me

6. The black is never far

7. We the unrighteous

8. Interlude

9. Master of jest

10. Interlude

11. Lookin` for a reason

12. Relentless

13. Changed heart

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.