Ov Sulfur - Endless Cover

OV SULFUR: Endless

OV SULFUR setzen mit „Endless“ auf Vielseitigkeit gepaart mit zugänglichen Strukturen. Für Neulinge gestaltet sich der Einstieg in den Deathcore dadurch reibungsarm.

OV SULFUR, könnte man sagen, sind die Personifikation des berüchtigten „Ich hör‘ eigentlich alles“-Publikums. Jedenfalls, wenn wir unseren Fokus auf die extreme Musik im Besonderen richten. Denn wie schon das Debüt „The Burden Ov Faith“ (2023) will sich auch das Zweitwerk keine Scheuklappen anlegen. Vielmehr setzt die Band noch einen drauf, um von ihren Deathcore-Wurzeln aus noch stiloffener zu denken.

Wobei uns „Endless//Godless“ zunächst noch auf die falsche Fährte schickt: Ein zweiminütiger Beatdown-Abriss als Intro sollte ein Statement sein, nur eben biegen OV SULFUR umgehend in andere Gefilde ab. „Seed“ mischt symphonische Begleitung unter Melodeath-Riffing, fügt im Refrain knurrenden Klargesang hinzu und krönt die Komposition mit einem bombastischen Breakdown.

OV SULFUR setzen mit „Endless“ auf Vielseitigkeit gepaart mit zugänglichen Strukturen

Düster gibt sich „Forlorn“, das in der Strophe an THE BLACK DAHLIA MURDER zu „Nocturnal“-Zeiten (2007) erinnert, für die Hook jedoch auf Gitarrist Chase Wilsons Singstimme zurückgreift. Nichts für Puristen vielleicht, doch dafür mit einer guten Dosis Hitcharakter. Ihre Vielseitigkeit stellen OV SULFUR darüber hinaus in „Wither“ sowie dem Rausschmeißer „Endless/Loveless“ zur Schau: Beide Stücke sind gefällig arrangiert, wobei letzteres mit seinen unverzerrten Gitarren sogar ein wenig Verletzlichkeit offenbart. „Wither“ wiederum folgt dem typischen Powerballaden-Schema, kommt jedoch – auch inhaltlich – hörbar von Herzen.

Das theatralische „Evermore“ sowie das unheilschwangere „Vast Eternal“ mischen dem Deathcore-Fundament hingegen symphonischen Black Metal in unterschiedlicher Dosierung bei: anno 2026 nicht mehr innovativ, doch weiterhin zielsicher. Es sind allesamt Qualitäten, welche sich auch im weiteren Verlauf der Platte wiederfinden, wo sich OV SULFUR zudem Verstärkung in Form diverser Gastsänger an Bord geholt haben. Von Josh Davies (INGESTED) über Alan Grnja (DISTANT) bis Johnny Ciardullo (CARCOSA) erstreckt sich die Prominenz, die sich anstandslos in den erprobten Bandsound einfügt.

Wie das Debüt garantiert auch „Endless“ einen reibungsarmen Einstieg in den Deathcore

Jener erreicht dabei ein ähnliches Ziel, wie es schon das Debütalbum verfolgte: Durch die Bereitschaft, über den Tellerrand zu blicken, gestaltet sich der Zugang zu „Endless“ quasi reibungslos. Ein gefundenes Fressen somit für alle jene, die es gerne nicht zu verkopft haben oder mit dem Ziegelstein in den Boden geprügelt werden. OV SULFUR bleiben dadurch dezent oberflächlich, dürfen sich aber weiterhin als potenzielle Einstiegsdroge für zukünftige Genre-Fans rühmen, die nicht nur eingleisig unterwegs sind, sondern je nach Lust und Laune „eigentlich alles“ hören.

Veröffentlichungstermin: 16.01.2026

Spielzeit: 46:06

Line-Up

Ricky Hoover – vocals
Chase Wilson – guitars, vocals
Leviathvn – drums
Josh Bearden – bass
Christian Becker – guitars

Produziert von Josh Schroeder

Label: Century Media

Facebook: https://www.facebook.com/ovsulfur/
Instagram: https://www.instagram.com/ovsulfur/
Bandcamp: https://ovsulfur.bandcamp.com/

OV SULFUR “Endless” Tracklist

1. Endless//Godless
2. Seed (Video bei YouTube)
3. Forlorn
4. Vast Eternal (Video bei YouTube)
5. Wither (Video bei YouTube)
6. Evermore (Video bei YouTube)
7. Dread (feat. Josh Davies of Ingested)
8. Bleak (feat. Johnny Ciardullo of Carcosa)
9. A World Away (feat. Alan Grjna of Distant)
10. Endless//Loveless