OSSSY: Serum

Melodischer Rock/AOR, der zunächst herrlich die Laune hebt und am Ende dann doch deutlich abflacht!

OSSSY ist das Baby von Oswald “Osssy” Pfeiffer, der als Produent und Musiker schon seit Jahren in der Szene unterwegs ist, nun mit “Serum” sein erstes Lebenszeichen in Form eines Albums vorlegt und dabei von vielen Musikern unterstützt wurde. Obwohl der Multiinstrumentalist die Basics alle selbst eingespielt hat und auch singt, wirkt sein Debüt überhaupt nicht wie ein Projekt, sondern verströmt zunächst wirklich den Charme einer Band – auch die ganzen Gastbeiträge wirken keineswegs wie Fremdkörper.

Stilistisch haben wir es schlicht mit melodischem Rock oder, wenn ihr wollt, mit AOR zu tun, der immer wieder mal in angrenzenden Genres wildert und super zu den drei Sonnenstrahlen passt, die sich hier gerade durch das Fenster trauen. Es wird zwar auch mal etwas melancholisch, aber man kann dennoch von einem Gute Laune-Album reden, welches clever und songdienlich instrumentiert wurde und mit eingängigen Refrains geradezu um sich wirft.
Fast jedes Stück wirkt dabei wie ein alter Bekannter. Man glaubt, die eine oder andere Hookline zu kennen, kommt aber meist nicht drauf woher und bei der gebotenen Qualität ist das dann auch zumindest in der ersten Hälfte des Albums völlig egal. Da gibt´s den schönen Cabrio-Opener “Hungry Souls”, mit “Riding On The Gun” einen leichten Rocker mit Country-Flair, der so auch von einem Millionenseller wie Tim McGraw kommen könnte und mit “Out Of Control” einen Power Rocker mit fettem Seventies-Mittelpart und weiblichen Lead Vocals. Teilweise wird es mal soulig, dann fast schon funkig, dennoch klingt alles wie aus einem Guss.

Die Orientierung am amerikanischen Markt ist dabei spürbar, deutsch klingt hier nämlich nichts. Auch produktionstechnisch lässt OSSSY nichts anbrennen und erinnert hier immer mal wieder an Bands wie TOTO, die rein instrumental auch ebenso vielfältig zu Werke gehen und Fremdeinflüsse nicht scheuen. Leider verliert “Serum” dann ziemlich genau ab der Mitte zunehmend an Drive, bzw. nimmt auch der Balladenanteil deutlich zu und so geht dann irgendwie die Puste verloren – eine allgemein bekannte Krankheit bei Soloalben von Sängern. Während also die erste Hälfte schön vor sich hinrockt, hätte man sich von insgesamt 15 Songs dann vielleicht doch noch zwei oder drei am Ende sparen können, zumal Tracks wie “Living Without You” oder “Rendezvous” das Album nicht wirklich weiter bringen und “6 And 6 Ain´t 23” mit seinem pseudo-modernen Touch etwas zu “gewollt” klingt. Auch die abschließende Blues-Nummer “Too Much Fun” wirkt eher reingquetscht und passt schlicht nicht zum Restmaterial – open minded hin, open minded her. Ein typischer Fall von zwiespältig. Einerseits ist sowohl das musikalische als auch das songwriterische Talent unüberhörbar, andererseits fehlt gegen Ende einfach ein roter Faden und die Songs tendieren zum Durchschnitt, da wäre etwas weniger wirklich mehr gewesen.

Veröffentlichungstermin: 24.02.2012

Line-Up:
Oswald Pfeifer – all vocals & instruments
+ guest musicians

Produziert von Oswald Pfeifer
Label: MIG-Music

Homepage: http://www.osssy.com

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/osssymusic

Tracklist:
01. Hungry Souls
02. All I Can Do
03. Riding On The Gun
04. Everytime
05. Certain Things
06. Out Of Control
07. I Know
08. Living Without You
09. Rendezvous
10. Brown Eyes
11. I´ll Get Over You
12. 6 And 6 Ain´t 23
13. Situation
14. Staring At The Mirror
15. Too Much Fun