OCEANS: The Sun And The Cold

OCEANS: The Sun And The Cold

Es steckt bereits im Titel. Wie zentral das Spiel mit den Gegensätzen für „The Sun And The Cold“ ist, daraus machen OCEANS keinen Hehl. Die Dynamik, die sich aus dem Kontrast von donnernden Riffwänden und melancholischen Phasen der Ruhe ergibt, greift uns umgehend da, wo es weh tut.

Schon der eröffnende Titeltrack schwankt zwischen Wut und Wehmut, durchbricht das nachdenkliche Fundament immer wieder mit eruptiven Gewaltausbrüchen. Dieser Kontrast kleidet die Death Metal-Einflüsse in ein besonders düsteres Gewand, zumal Gitarrist und Sänger Timo Rotten ein durchaus bedrohliches Organ besitzt. Dieses bekommt zu Beginn von „Dark“ Unterstützung vom aggressiv nach vorn gehenden Drummer J.F. Grill, der im weiteren Verlauf den pochenden Rhythmus immer wieder durch kurze Blasts erschüttert.

„The Sun And The Cold“ hüllt sich in eine bedrückende Atmosphäre

OCEANS sind jedoch mehr als Death Metal. Die bedrückende Atmosphäre, die auch die schleppende Halbballade „Paralyzed“ auszeichnet, tragen breit gefächerte Arrangements, die unverzerrte Gitarren ebenso zum festen Repertoire zählen wie den kratzigen Klargesang Timo Rottens. In der eingängigen Hymne „We Are The Storm“ erinnert der eigenwillige Mix daher nicht nur dank der markanten Vocals an die AMORPHIS der Prä-Joutsen-Ära.

Die Finnen – zumindest die Werke ihrer früheren Tage – dringen mehr als nur einmal als Referenz hervor. Ein Gütesiegel für „The Sun And The Cold“, schließlich fängt man nicht ohne Weiteres die Magie von „Elegy“ (1996) ein. Besser noch, OCEANS weben aus diesem Stoff ihr eigenes Kleid, das sich auch vor den Klangfarben des Post Rock („Polaris“) nicht verschließt – auch wenn die Songlängen davon unangetastet bleiben und das experimentelle „Water Rising“ nur mit Umwegen ans Ziel kommt.

OCEANS bleiben bis zum Schluss auf Kurs

Dass „The Sun And The Cold” trotz der stilistischen Bandbreite ein schlüssiges Konzept vermittelt, spricht für die Qualität dieses Debütalbums. Auf einen fast schon poppigen Dark Rock-Song wie „Take The Crown“ folgt nach dessen unerwarteter Wendung zum Finale ein Melodic Death Metal-Stampfer wie „Shadows“, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Und für OCEANS ist es das wohl auch, es steckt ja bereits im Titel.

Veröffentlichungstermin: 10.1.2019

Spielzeit: 49:40

Line-Up:

Timo Rotten – Vocals, Guitar
Patrick Zarske – Guitar
Thomas Winkelmann – Bass
J.F. Grill – Drums

Produziert von Timo Rotten und André Hofmann (Mix und Mastering)

Label: Nuclear Blast

Homepage: https://www.oceansofficial.com
Facebook: https://www.facebook.com/oceansofficialde/

OCEANS “The Sun And The Cold” Tracklist

01. The Sun And The Cold
02. We Are The Storm (Audio bei YouTube)
03. Dark (Video bei YouTube)
04. Paralyzed (Video bei YouTube)
05. Take The Crown
06. Shadows
07. Legions Arise
08. Polaris
09. Truth Served Force Fed
10. Water Rising
11. Hope (Video bei YouTube)

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.