NIGHTMISSION: No Saints In Black

Langweiler Riffs treffen auf Vorschul-Englisch.

Nachtmission? Klingt irgendwie nach Obdachlosen-Unterkunft. Ganz so schlimm ist es dann allerdings doch nicht. Viel besser allerdings auch nicht… Bereits seid Mitte der neunziger existieren die Düsseldorfer, wenn auch mit zwischenzeitlichem Split. Mit No Saints In Black liegt jetzt erst Album Nummer zwei vor welches allerdings auch einen Großteil der Songs des Vorgängers enthält. Die schnellsten Songwriter scheinen die Herren ja nicht zu sein. Musikalisch sind NIGHTMISSION zwischen teilweise ganz gefälligem bis nervigen, jedoch niemals wirklich überzeugendem traditionellem Metal angesiedelt. Zwischen jeder Menge mäßiger, gleichförmiger Riffs und einigen unspektakulären Soli haben sich kaum bemerkenswerte Momente eingeschlichen. So sucht man nach dem ganz ordentlichen Eröffnungsdoppel Call Of The Wild und Live Or Die mit weiblicher Unterstützung beim Gesang nahezu vergeblich nach weiteren Highlights. Für eine Band, die schon so lange aktiv ist und sich selbst als heißen Live-Act sieht, ist das ein ganz schönes Armutszeugnis. Die englischen Texte sind teilweise dermaßen stumpf bis satzbautechnisch bedenklich zusammengewürfelt, dass man sich wünscht, die Band würde deutsch singen. Wie sagt man so schön: Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten wahr werden. Und somit kommen wir zum letzten Track der auf den Namen Superstar heißt und tatsächlich in deutscher Sprache daherkommt. OH MEIN GOTT!!! Was hat die Herren denn bitte geritten, als sie diesen unsäglichen Text geschrieben haben??? Die Kritik an Retorten-Pop-Bands ist ja schön und gut aber von gestandenen Männern weit jenseits der Pubertät sollte man mehr erwarten können, als diese Vergewaltigung teutonischen Sprachguts. Auch musikalisch ist dieser Song mit seinem RAMMSTEIN-für-ganz-Arme-Riff eher unten in der Nahrungskette angesiedelt. Bei No Saints In Black handelt es sich um ein äußerst mittelprächtiges, wenn auch ordentlich produziertes Stück traditionellen Metals für das mir beim besten Willen kein Grund einfällt, eine Kaufempfehlung auszusprechen.

Veröffentlichungstermin: 07.11.2005

Spielzeit: 47:02 Min.

Line-Up:
Tom Schuffartz – vocals

Marius Graf – guitar

Dieter Hendemann – bass

Dave Groewer – drums

Produziert von Gary Nagy @ GerNa Studio/Bochum
Label: STF Records

Homepage: http://www.nightmission.de

Email: nightmission@arcor.de

Tracklist:
01. Call Of The Wild

02. Live Or Die

03. Love And Hate

04. Always Inside Me

05. Black Rain

06. Mother Nature

07. Fallen Angel

08. No Saints In Black

09. Angel In Disguise

10. Glorious Pain

11. Superstar

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