MOSTLY HARMLESS: Butterfly Effect

Eine wuchtige Nu-Rock-Mixtur aus ILL NINO und einer Stimme wie Corey Taylor, die überzeugt.

So in etwa hätte ich mir STONE SOUR gewünscht. Lasst euch von dem Bandnamen MOSTLY HARMLESS – nette Douglas-Adams-Hommage übrigens – nicht täuschen. In den Keller gestimmte Psychogitarren wetteifern mit hymnischen Akkorden, wozu Sänger Alex in bester Corey-Taylor-Manier zwischen wüstem Stakkato-Shouten und melodischen Momenten alles aus seinen Stimmbändern herausholt. Sicher, an dieser Stelle muss man mit gerunzelter Stirn ein fettes Fragezeichen hinter den Begriff Originalität setzen, doch die groovende, kompakte und schlüssige Nu-Rock-Mixtur, die die Schweizer hier auffahren, verkraftet dieses Manko, denn es macht einfach Freude, der Band beim Rumlärmen zuzuhören. Dabei gehen sie gar nicht mal so brachial zu Werke, sondern flechten immer wieder sphärische Akkorde in ihr Klangbild ein, nachzuhören beispielsweise in Mariposa. Spätestens hier verblasst denn auch die Parallele zu Maskenmann Taylor, sodass MOSTLY HARMLESS von ganz alleine zu erblühen beginnen. Nicht immer gelingt der Band alles, manchmal klingen die Songstrukturen etwas erzwungen, doch das Quartett wuchtet sich mit Lockerheit über die Durchschnittshöhe, nicht zuletzt dank der spanischen Einsprengsel, die für angenehme ILL NINO-Parallelen sorgen. Für mich eine klare Alternative zum überbewerteten Come What(ever) May-Album, falls ihr auf der Suche nach Nu Rock mit Eiern seid.

Veröffentlichungstermin: 04.12.2006

Spielzeit: 44:17 Min.

Line-Up:
Alex Habegger – Vocals
Hampe Hofmann – Guitars
Javier Bargas-Avila – Bass
Marcelo Bargas – Drums

Produziert von Fred Hermann
Label: Colibri Records

Homepage: http://www.mostlyharmless.ch

Tracklist:
Times
Unlike
Mariposa
Evolution
Epiphany
Libertad
Choices
Loyalty
Partido
Disconnected
Confession
Visión

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