METALLICA: S&M

Auch wenn ich es nicht für möglich gehalten habe: Metallica können mir mit "S&M" nach Jahren wieder eine Gänsehaut verpassen!

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich mir auch nur noch ein einziges Album von METALLICA kaufen bzw. schenken lassen werde. Aber die Verlockung bei diesem Werk war einfach zu groß und ich bin wirklich froh, diese Doppel-CD nun besprechen zu können.

Dass es sich bei diesem Album um eine Live-Platte von METALLICA mit dem San Francisco Symphony Orchestra handelt, dürfte sich ja bereits rumgesprochen haben. Doch was auf den ersten Blick nach einem weiteren Aufguss aus der Reihe “Weil uns nichts Neues mehr einfällt, nehmen wir halt ein Album mit Orchesterbegleitung auf” aussieht, offenbart sich schon recht bald als ein ungewöhnliches und gewagtes Unterfangen.

S&M von METALLICA ist nicht unbedingt leichte Kost

Denn seichte Violinenbegleitung, die im Weichspülprogramm die Gesangslinien untermalen, gibt es auf “S&M” kaum. Kaum deshalb, weil man zumindest bei “Nothing Else Matters” und “Hero Of The Day” darauf geachtet hat, die Radiokompatiblität nicht durch zu ausgefallene Orchesterarrangements zu beeinträchtigen. Okay, das geht in Ordnung, denn ansonsten ist “S&M” nicht unbedingt leichte Kost.

Wie ein “James Bond”-Soundtrack aus den 70ern

Michael Kamen, Dirigent des San Francisco Symphony Orchestra, hat ganze Arbeit geleistet und sich mächtig ins Zeug gelegt, um den zwanzig Metallica Songs durch sein Orchester ein neues Gesicht zu verpassen. Und – wow! – das funktioniert! Denn anstatt biederer Streicherpassagen gibt es orchestralen Pomp bis zum Exzess. Dieser Mann muss entweder total unter Drogen stehen oder ansonsten abnormal sein, denn ein normaler Mensch ist zu solchen Arrangements bestimmt nicht fähig. Michael Kamen hat zu den METALLICA-Songs neben begleitenden Passagen völlig neue Stimmen komponiert, die in den Songs ein Eigenleben entwickeln, sich aufputschen, sich streiten und plötzlich wieder unter einem Gitarrenriff in sich zusammenbrechen. Das klingt wirr? Ja, das ist es!! Okay, manchmal wäre vielleicht etwas weniger mehr gewesen, denn stellenweise fühlt man sich durch das mächtige Orchester in einen “James Bond”-Film aus den 70ern versetzt. Aber wenn man sich erst mal an das Orchester gewöhnt hat, kann es gar nicht exzessiv genug sein.

Hat Lars Ulrich etwa am Lautstärkeregler gedreht?!

Zum wuchtigen Orchester kommt ein trockener, erdiger und straighter METALLICA-Sound, der für einen extremen Kontrast zum Orchester sorgt. Der Sound lässt eigentlich nur einen Kritikpunkt zu: Das Schlagzeug! Man könnte meinen, der gute Lars hat in einem unbeobachteten Moment seine Regler im Studio etwas höher gedreht – das Schlagzeug wirkt an vielen Stellen einfach zu laut.

Mit “S&M” ist METALLICA ein Meisterwerk gelungen. Ebenso die alten Fans, die seit dem Erscheinen des Black-Albums beim Namen Metallica nur noch die Nase rümpfen als auch die jüngeren Fans kommen bei diesem Album auf ihre Kosten. Die neuen Versionen von “The Call Of The Ktulu”, “Master Of Puppets”, “The Thing That Should Not Be” oder “For Whom The Bell Tolls” dürften selbst hartgesottenen Altfans gefallen, und auch neuere Stücke wie “Of Wolf And Man”, “The Memory Remains” oder “Wherever I May Roam” werden durch die abgefahrenen Arrangements und den raueren Sound durchaus hörbar. Dazu gibt es dann noch zwei unveröffentliche METALLICA-Songs und ein stimmungsvolles Booklet.

Auch wenn ich es nicht für möglich gehalten habe: METALLICA können mir mit “S&M” nach Jahren wieder eine Gänsehaut verpassen!

Line Up:

ist bekannt…

+ Michael Kamen – Dirigent & das San Francisco Symphony Orchestra

METALLICA “S&M” Tracklist

The Ecstasy Of Gold
The Call Of The Ktulu
Master Of Puppets
Of Wolf And Man
The Thing That Should Not Be
Fuel
The Memory Remains
No Leaf Clover
Hero Of The Day
Devil´s Dance
Bleeding ME
Nothing Else Matters
Until It Sleeps
For Whom The Bell Tolls
Human
Wherever I May Roam
Outlaw Torn
Sad But True
One
Enter Sandman
Battery